Internationaler Tag des Bieres
Ein Pils in drei Minuten

Lüdinghausen -

Ein gut gezapftes Pils braucht drei Minuten. Das sagt Magdalene Uhlenkott, seit Jahrzehnten Wirtin im „Hotel zur Post“.

Freitag, 04.08.2017, 12:08 Uhr

Gut drei Minuten braucht es, um ein gutes Pils zu zapfen, sagt Magdalene Uhlenkott. Sie steht seit vielen Jahren am Zapfhahn im „Hotel zur Post“.
Gut drei Minuten braucht es, um ein gutes Pils zu zapfen, sagt Magdalene Uhlenkott. Sie steht seit vielen Jahren am Zapfhahn im „Hotel zur Post“. Foto: wer

Die Mischung macht’s: Die Temperatur muss stimmen und der Druck aus dem Fass. Dann wird ein gezapftes Bier auch ein richtiges Bier. „Vier bis sechs Grad sind optimal, so muss das Bier aus dem Hahn kommen“, sagt Magdalene Uhlenkott vom „Hotel zur Post“. Ein gut gezapftes Pils dauert bei ihr drei Minuten. „Ein gepflegtes Pils braucht eine schöne weiße Krone“, sagt Uhlenkott. Und das bekommt sie selbstredend perfekt hin. Die früher propagierten sieben bis acht Minuten sind dank neuer Technologie bei den Zapfanlagen längst Legende.

Wir haben unsere Stammgäste, die ,Rentner-Band‘. Nach ihnen kann man die Uhr stellen.

Magdalene Uhlenkott

Zu schätzen weiß das Stammgast Hermann Tappe , der am Donnerstag seinen Frühschoppen in der Sonne vor der Gaststätte genießt. Ein Pils, ein Korn und sein Zigarillo – das ist für den 68-Jährigen der perfekte Frühschoppen, bei gutem Wetter draußen, bei Regen an der Theke. Was für ihn ein gut gezapftes Bier ausmacht, beantwortet er mit vier knappen Worten: „Kalt muss es sein.“ Und das garantiert ihm seine Stammkneipe seit gut 20 Jahren – auch am heutigen Freitag, dem Internationalen Tag des Bieres .

Bier gezapft wird im „Hotel zur Post“ seit 1873 – das sagt das Schild draußen über der Eingangstür. „Wir haben unsere Stammgäste, die ,Rentner-Band‘. Nach ihnen kann man die Uhr stellen“, erzählt die Wirtin. Ab 11 Uhr wird gezapft und am späten Nachmittag ab 17 Uhr. Da mache man sich schon Gedanken, wenn einer von ihnen mal zwei, drei Tage nicht komme.

Heute verbringen die Väter mehr Zeit zu Hause. Gut für die Familie, schlecht für uns.

Magdalene Uhlenkott

Diese Kneipen-Kultur lasse nach, so Uhlenkott. „Heute verbringen die Väter mehr Zeit zu Hause. Gut für die Familie, schlecht für uns“, sagt sie mit einem bedauernden Lächeln. Der traditionelle Frühschoppen am Sonntag sei auch längst Vergangenheit. Inzwischen ist der Samstagvormittag der bestbesuchte Thekentag.

Andererseits sei der Platz an der Theke noch immer eine Informationsbörse. Wer baut wo, wer hat welches Geschäft abgeschlossen – das erfahre der Kneipengast noch immer – und sei es nur ein Gerücht, das nach Bestätigung sucht.

Internationaler Tag des Bieres

Der Internationale Tag des Bieres wird alljährlich am ersten Freitag im August begangen. Die Idee stammt – natürlich – aus den USA. Erstmals gefeiert wurde er im Jahr 2007. Der Tag des deutschen Bieres wird dagegen am 23. April gefeiert. An diesem Datum im Jahr 1516 wurde der Grundstein für das „Deutsche Reinheitsgebot“ gelegt.

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