Sa., 16.09.2017

Argentinien grüßt Lüdinghausen „Ich fühle mich hier wie zu Hause“

Der Argentinier Marcelo Singh hat sich bei Barbara und Thomas Fellermann sehr wohl gefühlt.

Der Argentinier Marcelo Singh hat sich bei Barbara und Thomas Fellermann sehr wohl gefühlt. Foto: Laurids Leibold

Seppenrade - 

Der „Austausch“-Priester Marcelo Singh hat Pfarrer Siegbert Hellkuhl vertreten und bei Familie Fellermann gewohnt.

Von Laurids Leibold

Einen besonderen Gast hat derzeit die Familie Fellermann aus Seppenrade: Der Diözesanpriester Marcelo Singh aus Argentinien vertritt urlaubsbedingt zurzeit Pfarrer Siegbert Hellkuhl. Die Anreise war für ihn allerdings nicht ganz so weit: „Ich studiere derzeit Patrologie in Rom“, verrät der 33-Jährige. Aber auch Deutschland kannte er bereits: Im Frühling hatte Singh die Karwoche in Deutschland verbracht.

Die Familie Fellermann kennt den Priester seit über einem Jahr, hat ihn bei einer Argentinien-Rundreise zum ersten Mal in Salta getroffen. „Marcelo hat sich sehr nett um uns gekümmert“, erzählt Barbara Fellermann. Als dieser den Wunsch geäußert habe, Deutschland im September erneut besuchen zu wollen, ging alles ganz schnell. Auch Pfarrer Hellkuhl sei über die Möglichkeit der unkomplizierten Urlaubsvertretung glücklich gewesen. „So hat sich das dann entwickelt“, erklärt die Seppenraderin.

Dass Marcelo Singh Deutsch spricht, hat übrigens einen ganz speziellen Grund: „Ich wollte die theologischen Werke von Papst Benedikt lesen. Ich bin sehr interessiert an der deutschen Theologie“, erklärt er.

Voll es Lobes ist er für seine Gastfamilie und die Menschen, die er trifft: „Ich fühle mich hier wie zu Hause“, sagt der Priester, „die Leute sind freundlich und sehr nett.“ Er habe bei seinem Aufenthalt auch viel über die Kirche hier gelernt. Dabei hebt Singh neben der Liturgie vor allem das Engagement der Gemeindemitglieder hervor, beispielsweise in der Flüchtlingshilfe. „Die Leute partizipieren im Gottesdienst, aber auch im gesellschaftlichen Engagement“, zeigt sich der Argentinier beeindruckt. Ein weiterer Unterschied sei die große Rolle der Laien in Deutschland. „Das ist in Argentinien anders.“ Aber auch abseits der Kirche gefällt es ihm in Deutschland. „Seppenrade und Lüdinghausen sind eine schöne Idylle“, sagt der 33-Jährige. „Die Landschaften helfen mir beim Beten.“

Gerade jetzt plagt ihn allerdings ein wenig das Heimweh: In seiner Heimatstadt Salta findet derzeit ein großes Fest zu Ehren des „Herren der Wunder“ und der „Jungfrau der Wunder“ statt, zu dem sich mehr als 100 000 Menschen auf Wallfahrt zum Dom in Salta begeben, um dort gemeinsam zu beten. Dabei traf Singh sogar den heutigen Papst Franziskus, der häufig das Kirchenfest besucht habe, als er noch Kardinal in Argentinien war. „Er erzählte mir, dass er in Salta in einem Jahr für 40 neue Priester für seinen Jesuiten-Orden gebetet habe; im nächsten Jahr kam er mit 41 neuen Priestern wieder“, erzählt der Diözesanpriester.

„Ich bin der Familie Fellermann und der ganzen Gemeinde dankbar“, betont Singh angesichts der Gastfreundschaft und der erhaltenen Unterstützung. „Es war eine sehr schöne Erfahrung.“ Am Montag wird er Seppenrade wieder verlassen.

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