Mo., 18.09.2017

30 Jahre Städtepartnerschaft „Taverhauser“ singen die Marseillaise

Für die Nationalhymnen Frankreichs und Deutschlands erhoben sich die Gäste, darunter 40 aus Taverny, von ihren Plätzen.

Für die Nationalhymnen Frankreichs und Deutschlands erhoben sich die Gäste, darunter 40 aus Taverny, von ihren Plätzen. Foto: nit

Lüdinghausen - 

„Taverhausen“ – so die Wortkreation, mit der Vincent Muller am Samstag für einen Lacher bei seinen Zuhörern sorgte. Der französische Generalkonsul sprach anlässlich der Feier zu 30 Jahren Städtepartnerschaft mit Taverny. 40 Gäste aus dem Nachbarland reisten dazu an.

Von Niklas Tüns

Wenn es darum geht, wer seine Nationalhymne mit mehr Inbrunst singt, dann haben die Franzosen Samstagabend – ganz knapp – das Rennen vor den Deutschen gemacht. Am Ende eines Tages mit zahlreichen Reden, überreichten Geschenken und üppigen Buffets forderte Christoph Davids – Moderator des Festabends – die Gäste in der Aula des Gymnasiums Canisianum auf, sich für die Hymnen zu erheben. Dass auch so mancher Lüdinghauser bei der Marseillaise textsicher war, verwundert nicht. Sind sie doch dem Nachbarland eng verbunden, seit 1987 dank des Partnerschaftsvertrags mit Taverny ganz offiziell. Dessen 30-jähriges Bestehen feierten jetzt Bürger aus beiden Städten.

Fotostrecke: 30 Jahre Städtepartnerschaft Lüdinghausen – Taverny

Was vor drei Jahrzehnten mit den Unterschriften der damaligen Bürgermeister Josef Holtermann und Raymond Demanet begann, erneuerten ihre Nachfolger Richard Borgmann und Florence Portelli am Samstagmorgen im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Die heute bestehende Freundschaft zwischen beiden Städten sei nicht spontan entstanden, meinte Borgmann. „Sie kann als langsam wachsende, dafür aber umso stabilere Pflanze angesehen werden.“ Den Kommunen käme dabei der geringere Beitrag zu. „Es sind die Bürger, die an Europa weiterbauen.“

Die Einheit Europas – sie stand im Fokus vieler Reden, die vor den frankophilen Lüdinghausern, Gästen aus beiden Partnerstädten – neben Taverny auch Nysa – und Vertretern aus der Politik gehalten wurden. Sowohl nach Frankreich als auch nach Polen sei sie mit einer Gruppe bereits geradelt, erzählte Maria Edelbusch, Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG). „Uns Fahrradfahrern und überzeugten Europäern begeisterte bei beiden Touren, dass wir Grenzen zwischen unseren Nachbarländern ohne jegliche Kontrolle passieren konnten. Die Brücken, die unsere Grenzflüsse, den Rhein und die Neiße, überspannen, sind Symbole für Öffnung, gelebten Frieden und Freundschaft.“

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Den Begriff der Freiheit müssen wir wertschätzen und pflegen mit all unseren europäischen Freunden.

Generalkonsul Vincent Muller

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Dass das Ausleben dieser Werte zuletzt angesichts von Terrorismus und starker Einwanderung unter Beweis gestellt wird, betonte der französische Generalkonsul Vincent Muller. Europa sei der Kontinent, wo das „hohe Gut“ der Freiheit erfunden worden sei. „Und den Begriff der Freiheit müssen wir wertschätzen und pflegen mit all unseren europäischen Freunden“, sagte er. Für ihn ist der Kontinent im positiven Sinne „eine Baustelle“. „Denn Europa darf niemals sein, sondern muss immer werden, habe ich letztens gehört“, so Muller, der in seiner Rede an die „Bürger aus Taverhausen“ fließend zwischen beiden Sprachen wechselte.

Eine Skulptur der Nordkirchener Künstlerin Regine Rostalski erhielt Jean-François Martiny, Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Taverny, von der Vorsitzenden auf deutscher Seite, Maria Edelbusch

Eine Skulptur der Nordkirchener Künstlerin Regine Rostalski erhielt Jean-François Martiny, Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Taverny, von der Vorsitzenden auf deutscher Seite, Maria Edelbusch Foto: Niklas Tüns

Jean-François Martiny, DFG-Vorsitzender auf Taverny-Seite, hoffte, „dass die Partnerschaft weitere 30 Jahre anhält“. Projekte sind bereits in der Planung, wie Bürgermeisterin Florence Portelli ankündigte: „Mit einer Musikschulen-Kooperation möchten wir neue Impulse setzen.“ Dass die Menschen aus Lüdinghausen und Taverny musikalisch harmonieren, haben sie übrigens nicht nur beim Singen der Nationalhymnen bewiesen. Chöre aus beiden Städten gestalteten gemeinsam den Festgottesdienst am Sonntag, ehe es für die etwa 40 Gäste wieder zurück nach Frankreich ging.

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