Di., 19.09.2017

Brasilianische Gruppe „Verde Vida“ Schüler erleben buntes Brasilien

Frevo heißt der Tanz mit den farbenfrohen Kostümen und kleinen Schirmen. Letztere helfen dabei, die Balance zu halten.

Frevo heißt der Tanz mit den farbenfrohen Kostümen und kleinen Schirmen. Letztere helfen dabei, die Balance zu halten. Foto: nit

Lüdinghausen - 

Fast ein Dutzend Kostümwechsel innerhalb von eineinhalb Stunden: Vor Fünft- und Sechstklässlern des St.-Antonius-Gymnasiums machten fünf brasilianische Jugendliche auf Missstände in der Heimat aufmerksam, feierten aber auch die fröhliche Seite ihres Landes.

Von Niklas Tüns

Auf ein gutes Dutzend Kostümwechsel kamen die fünf brasilianischen Jugendlichen am Dienstagmorgen, mit jedem Mal wurden ihre Outfits farbenfroher. Und das, obwohl ihr Auftritt in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums einen ernsten Hintergrund hat. „Brasilien ist ein Land der Kontraste“, so der stellvertretende Schulleiter Jörg Schürmann zu den jungen Zuschauern, den Fünft- und Sechstklässlern. „Es gibt Arm und Reich – das Schlimme dabei: Die reichen Leuten interessiert das nicht.“

Fotostrecke: Brasilianische Gruppe „Verde Vida“ am St.-Antonius-Gymnasium in Lüdinghausen

Die Gruppe aus Südamerika gehört dem Projekt „Verde Vida“ an. Seit 1994 möchte es Kindern und Jugendlichen, deren Eltern in Abhängigkeit zu Großgrundbesitzern stehen, eine bessere Zukunft ermöglichen. Dafür besuchen sie einerseits die Schule, lernen aber auch, wie der Anbau von Obst und Gemüse sowie die Fischzucht funktioniert. Spenden aus Deutschland decken die Kosten. Nach langer Anreise – die fünf Jugendlichen und ihre Begleiter benötigten zweieinhalb Tage aus dem im Nordosten gelegenen Hinterland Sertão – schildern sie die Armutsprobleme derzeit an Schulen des Landes.

Frevo, Xoté, Coco und Capoeira auf der Bühne

Dafür führen sie ein Theaterstück auf, das Korruption in der Politik, Sklavenarbeit und die Arbeitssuche von Landarbeitern in den Städten verdeutlicht. Die 14- bis 18-Jährigen selbst hätten Glück, „dass sie im Dorf in intakten Familien und nicht auf der Straße leben“, sagte Christin Krenz. Sie begleitet die Gruppe während der acht Wochen durch Deutschland. Und die möchte den hiesigen Schülern nicht nur die dunkle, sondern auch die farbenfrohe Seite Brasiliens zeigen. Frevo, Xoté, Coco oder das bekanntere Capoeira: Bei diesen Tänzen fegte „Verde Vida“ über die Bühne.

"

„Ich finde es wichtig, sich auch in die Situation des Anderen hineinversetzen zu können.“

Jörg Schürmann

"

Zwischen ihren Auftritten am Anton und am heutigen Dienstag vor Cani-Schülern haben die jungen Brasilianer noch genug Zeit, Lüdinghausen zu erkunden. „Sie sind in Gastfamilien untergebracht und können so ein Stück deutschen Alltag kennenlernen“, meinte Schürmann. Er hofft, dass auch seine Fünft- und Sechstklässler dazu gelernt haben. „Ich finde es wichtig, sich auch in die Situation des Anderen hineinversetzen zu können.“

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5161971?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F