Mo., 16.10.2017

Doch kein Hund verendet Polizei korrigiert Falschmeldung

Gesperrt: Wegen des Verdachts auf Blaualgen, die für Tiere tödlich sein können, hat das Ordnungsamt die Zugänge zum Klutensee abgeriegelt.

Gesperrt: Wegen des Verdachts auf Blaualgen, die für Tiere tödlich sein können, hat das Ordnungsamt die Zugänge zum Klutensee abgeriegelt. Foto: Peter Werth

Lüdinghausen - 

Ob die Vergiftungserscheinungen, die zwei Hunde nach einem Bad im Klutensee am Wochenende zeigten, auf Blaualgen zurückzuführen sind, ist weiter unklar. Die Stadt hat ein Umweltlabor mit der Analyse der Wasserprobe beauftragt. Das Ergebnis soll am Dienstag oder Mittwoch vorliegen. Entgegen der Polizeimeldung von Sonntagabend hat sich herausgestellt, dass glücklicherweise doch kein Hund verendet ist.

Große Erleichterung nicht nur bei Michael Pieper: „Es ist glücklicherweise wohl doch kein Hund aufgrund möglicher Blaualgen im Klutensee gestorben.“ Der Leiter des Ordnungsamtes korrigierte am Montagmittag die Angaben der Kreispolizei Coesfeld von Sonntagabend (die WN berichteten). Er hatte zuvor mit der Tierklinik Hartmann in Lüdinghausen gesprochen. Dort werden zwei Hunde, die am Samstag beziehungsweise Sonntag in dem Gewässer gebadet hatten, wegen gleicher Symptome behandelt. „Außerdem habe ich alle anderen Tierärzte hier vor Ort angerufen. Von einem verendeten Hund war nirgendwo etwas bekannt“, so Pieper. Am Montagnachmittag korrigierte auch die Polizei per Pressemitteilung die Falschmeldung von Sonntagabend. Diese sei durch ein Missverständnis zustande gekommen.

Die Stadt hat am Montag ein Umweltlabor aus Münster eingeschaltet und mit detaillierten Untersuchungen der Wasserproben beauftragt. „Das wird ein bis zwei Tage dauern“, teilte Pieper mit. Erst dann sei klar, ob die Symptome der beiden Hunde tatsächlich auf eine Vergiftung durch Blaualgen zurückzuführen sind. Hinweise auf Giftköder oder ähnliches gibt es nach Aussage des Ordnungsamtsleiters derzeit nicht.

Die Freiwillige Feuerwehr war am Sonntagabend mit 20 Kameraden vor Ort, um die Zugänge zum See abzusperren. „Außerdem haben wir Hundehalter, die dort unterwegs waren, informiert, damit sie ihre Tiere nicht frei laufen lassen“, so Klaus Hesselmann, stellvertretender Leiter der Wehr. Pieper: „Die Absperrungen halten wir so lange aufrecht, bis wir Ergebnisse haben.“ Mitarbeiter des Bauhofes haben am Montagvormittag auch Hinweisschilder angebracht, auf denen vor der Gefahr durch mögliche Blaualgen für Menschen und Tiere gewarnt wird.

Schon der geringste Kontakt mit Blaualgen kann für Tiere – vor allem Hunde – tödlich sein, erklärte auf WN-Nachfrage Tierärztin Anna-Maria Korte. Das Tückische daran: Blaualgen seien so nicht erkennbar. „Sie sind nicht blau“, sagte die Medizinerin der Tierklinik Hartmann. Sie bilden sich bei höheren Temperaturen vornehmlich im Uferbereich, aber sogar in Pfützen. Deshalb, so die Expertin, sollten Hundehalter ihre Vierbeiner nicht aus dem Gewässer trinken oder darin baden lassen.

Sollten die Symptome einer Blaualgenvergiftung – wie Durchfall, Erbrechen, extreme Muskelkrämpfe – auftreten, sei schnellstmöglich ein Tierarzt aufzusuchen. In der Praxis würden dem Tier etwa Infusionen gelegt, um die Giftstoffe aus dem Körper zu schwemmen. Nicht selten aber komme jede Hilfe zu spät. Derzeit werden zwei Hunde mit möglicher Blaualgenvergiftung in der Tierklinik behandelt.

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