Sa., 21.10.2017

Suchtprävention: Infoabend von CDU und Frauen Union Alkohol ist keine Bagatelle

Erläuterten ihre Arbeit im Rahmen der Strafverfolgung, Suchtberatung und Suchtprävention (v.l.): die Referenten Andreas Nitz, Lioba Krüger-Rosenke und Gerd Pohl.

Erläuterten ihre Arbeit im Rahmen der Strafverfolgung, Suchtberatung und Suchtprävention (v.l.): die Referenten Andreas Nitz, Lioba Krüger-Rosenke und Gerd Pohl. Foto: Laurids Leibold

Lüdinghausen - 

Zum Thema „Drogen? Wir sind doch nicht betroffen!“ referierten jetzt drei Experten in der Aula des Canisianums. Veranstaltet wurde der Abend vom CDU-Stadtverband sowie der Frauen Union.

Von Laurids Leibold

Dass das Thema auf große Interesse stößt, zeigten die vielen Besucher beim Informationsabend in der Aula des Gymnasiums Canisianum am Donnerstag. Der CDU-Stadtverband sowie die Frauen Union hatten unter dem Titel „Drogen? Wir sind doch nicht betroffen!“ drei Referenten eingeladen. Gero Borrmann, Lehrer-Vertreter des Cani, brachte in seiner Begrüßung die Erwartungshaltung auf den Punkt: „Ich hoffe auf einen informativen Abend.“

Den Anfang machte An­dreas Nitz von der Kreispolizeibehörde Coesfeld. Er wies darauf hin, dass Alkohol im Bereich des Drogenmissbrauchs zu den größten Problemen zähle. Der Polizist erklärte, dass der Drogenkonsum allein nicht illegal sei, wies jedoch auf die rechtlichen Folgen des Besitzes, Verkaufs oder Fahrens unter Drogeneinfluss hin. Dies könne sogar zu einem Berufsverbot führen, beispielsweise bei medizinischen oder pädagogischen Berufen. Bei kleineren Vergehen empfahl Nitz, zunächst die Suchtberatung hinzuzuziehen. Erst bei einem größeren Ausmaß sollte die Polizei eingeschaltet werden.

"

Viele melden sich nach einem halben Jahr oder Jahr wieder, weil sie es alleine nicht schaffen, ihr Konsumverhalten zu ändern.

Lioba Krüger-Rosenke

"

Lioba Krüger-Rosenke von der Sucht- und Drogenberatungsstelle der AWO im Kreis Coesfeld stellte vor allem die Arbeit ihrer Einrichtung vor. Diese berät neben Menschen mit Suchtverhalten auch Angehörige, Arbeitgeber und Institutionen. Dazu zähle unter anderem das Programm „FreD“, das sich an erstauffällige Jugendliche richte. Dabei sei das Wichtigste, zunächst einmal den Kontakt zur Beratungsstelle herzustellen. „Viele melden sich nach einem halben Jahr oder Jahr wieder, weil sie es alleine nicht schaffen, ihr Konsumverhalten zu ändern“, sagte Krüger-Rosenke.

"

Wir wollen das Bewusstsein und die Selbstverantwortung von Jugendlichen stärken.

Dr. Gerd Pohl

"

Von der Caritas-Fachstelle Suchtprävention war Dr. Gerd Pohl zu Gast. Dieser erläuterte das Konzept seiner Einrichtung: „Wir wollen das Bewusstsein und die Selbstverantwortung von Jugendlichen stärken.“ Beim Thema Bewusstsein sei beispielsweise die Erkenntnis wichtig, dass auch Alkohol eine Droge sei – nur eben eine legale. Dabei kritisierte Pohl die Bagatellisierung von Alkohol durch Werbung oder Veranstaltungen. Die Stärkung der Selbstverantwortung sei ebenfalls schwierig, da Jugendliche meist keine Absicht hätten, ihr Verhalten zu ändern. Pohl: „Wir müssen erst einmal Akzeptanz bei den Jugendlichen erreichen.“ Dies geschehe vor allem dadurch, dass die Betreffenden selbst ihr Konsumverhalten reflektieren müssten, anstatt eine bloße Belehrung von Erwachsenen zu erhalten. In der anschließenden Diskussion nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5235444?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F