Di., 14.11.2017

Baumfällaktion Das Urteil wird vollstreckt

Scheibchenweise – von oben nach unten – werden die elf Eschen an der B 58 gefällt. Spätestens am Donnerstag steht dort nur noch eine Eiche.

Scheibchenweise – von oben nach unten – werden die elf Eschen an der B 58 gefällt. Spätestens am Donnerstag steht dort nur noch eine Eiche. Foto: Christian Besse

Seppenrade - 

Das Todesurteil fällte die Natur schon vor Jahren – genauer ein aus Asien stammender Pilz. Nun wird es vollstreckt: Elf absterbende Eschen an der B 58 in Seppenrade werden bis Mittwoch gefällt, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen.

Von Christian Besse

„Wenn die Infektion da ist, ist es das Todesurteil für die Bäume.“ Ulrich Pöppelmann ist Baumkontrolleur beim Landesbetrieb Straßen.NRW und seit 2010 mit dem „Falschen weißen Stängelbecherchen“ konfrontiert. Damals tauchte der asiatische Pilz mit dem niedlichen Namen erstmals in Westfalen auf – mit gar nicht so niedlichen Folgen. Anders als das „Weiße Stängelbecherchen“, der quasi echte Pilz aus heimischen Landen, zersetzt der unwillkommene Eindringling nicht das Laub, sondern den Stamm und die Äste von Eschen. Die Bäume sterben unweigerlich ab.

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Jetzt aber mussten wir reagieren, bevor Äste abfallen und auf Radfahrer stürzen. Da haben auch Baumpflegemaßnahmen keinen Sinn mehr.

Ulrich Pöppelmann

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Elf Eschen an der B 58 in Seppenrade, Höhe Rosengarten, hat der „falsche“ Pilz schon vor Jahren befallen. Straßen.NRW setzte das von der Natur verhängte Todesurteil der von Pöppelmann auf ein Alter von „40 bis 50 Jahren“ geschätzten Bäume zunächst aus. Der Landesbetrieb beschränkte sich auf das Abschneiden von Ästen. „Jetzt aber mussten wir reagieren“, so Pöppelmann am Montagnachmittag, „bevor Äste abfallen und auf Radfahrer stürzen. Da haben auch Baumpflegemaßnahmen keinen Sinn mehr.“

Nun also die Vollstreckung. Die erste der Eschen wurde am Montagnachmittag gefällt, bis einschließlich Mittwoch will eine vom Landesbetrieb beauftragte Privatfirma aus Ahaus die letzte der bis zu 20 Meter hohen Eschen gefällt haben. Scheibchenweise, von oben nach unten, um den Straßenverkehr auf der Bundesstraße und auch die noch einige Meter hohe Eiche zwischen den Eschen nicht zu gefährden. Denn die bleibt stehen, weil kerngesund – das „Falsche weiße Stengelbecherchen, lateinisch übrigens „Hymenoscyphus fraxineus“, greift ausschließlich Eschen an.

Bis zum Ende der Aktion müssen die Autofahrer noch mit Einschränkungen rechnen, weil die B 58 auf Höhe der Baumarbeiten einspurig gesperrt ist. Ob die dann einsame Eiche neue Nachbarn bekommt, werde wohl erst im kommenden Frühjahr geklärt werden, so Josef Brinkhaus, Pressesprecher von Straßen.NRW.

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