Do., 23.11.2017

AK-Asyl-Sprecher Ulrich Beckerling im Sozialausschuss Appell für Familiennachzug

Die Aktivitäten des AK Asyl sind vielfältig. So nahm eine Gruppe Flüchtlinge mit einem Theaterstück an den Ruhrfestspielen in Recklinghausen teil. Zudem wird mit Flüchtlingen gekocht, Spenden für Familien werden entgegengenommen. Und im Sommer gab es ein Ferienprogramm für Kinder der Asylbewerber. Über die Arbeit des Arbeitskreises berichtete im Sozialausschuss Ulrich Beckerling (kl. Foto).

Die Aktivitäten des AK Asyl sind vielfältig. So nahm eine Gruppe Flüchtlinge mit einem Theaterstück an den Ruhrfestspielen in Recklinghausen teil. Zudem wird mit Flüchtlingen gekocht, Spenden für Familien werden entgegengenommen. Und im Sommer gab es ein Ferienprogramm für Kinder der Asylbewerber. Über die Arbeit des Arbeitskreises berichtete im Sozialausschuss Ulrich Beckerling (kl. Foto). Foto: AK Asyl

Lüdinghausen - 

Die Aufgaben, denen sich der AK Asyl seit gut zwei Jahren stellt, sind vielfältig. Über sie berichtete dessen Sprecher Ulrich Beckerling am Dienstagabend im Sozialausschuss. Dabei sprach er über Erfolge, aber auch über „Baustellen“.

Von Peter Werth

Ulrich Beckerling ist ein Mann klarer Worte. Seit gut zwei Jahren ist er Sprecher des Arbeitskreises Asyl mit seinen rund 40 ehrenamtlichen Helfern. Im Sozialausschuss berichtete er am Dienstagabend den Kommunalpolitikern über die vielfältige Arbeit dieses Kreises – über diverse „Baustellen“, aber auch über Erfolge.

 

Tätig ist der AK Asyl, zu dem auch die beiden Inte­grationsbeauftragten Lioba Sivalingam und Sekou Toure sowie die Integrationshelferin Nahed Hassan zählen – unter anderem im Bereich der Sprachförderung, der Frauenförderung, der Begleitung von schulpflichtigen Kindern, der Wohnungsvermittlung sowie der Freizeitgestaltung. Zugleich gehe es darum, Flüchtlinge bei der Bewältigung von Alltagsproblemen zu unterstützen, etwa bei Behörden- oder Arztbesuchen oder dem Umgang mit Verträgen. Es gehe schlicht um Integration, stellte Beckerling fest.

Zugleich verschwieg er auch Probleme nicht, die es mit einzelnen Asylbewerbern gebe. Da seien die Ehrenamtlichen nicht selten überfordert. In diesem Zusammenhang machte er sich für den Familiennachzug stark. Denn mit intakten Flüchtlingsfamilien gebe es nur selten Schwierigkeiten. Die Verantwortung dafür liege allerdings weder bei der Stadt oder dem Kreis, sondern bei der Politik in Berlin.

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Wir haben noch nie Politiker oder den Bürgermeister bei uns gesehen. Es wäre schön, wenn einfach mal einer vorbeikommen würde.

Ulrich Beckerling

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Als „Baustelle“ bezeichnete er die schwierige Wohnsituation für Flüchtlinge – der soziale Wohnungsbau sei über viele Jahre verschlafen worden. Außerdem sprach er über ausbeuterische Arbeitsverhältnisse bei Flüchtlingen, ließ aber auch nicht unerwähnt, dass es viele positive Beispiele für die Beschäftigung in der heimischen Wirtschaft gebe. Darüber hinaus erläuterte er Beispiele für die zunehmende Selbstständigkeit der geflüchteten Menschen. Einzelne Kreise organisierten sich inzwischen selbst, etwa das Café International in den Friedensräumen.

Beckerling lobte die gute Zusammenarbeit des AK Asyl mit der Verwaltung, aber auch mit dem DRK und dem Sozialdienst katholischer Frauen sowie der Familienbildungsstätte. Deutliche Kritik richtet er allerdings an die Politik in Lüdinghausen. „Wir haben noch nie Politiker oder den Bürgermeister bei uns gesehen. Es wäre schön, wenn einfach mal einer vorbeikommen würde.“ Die Ausschussvorsitzende Anke Austrup sicherte zu, dass sich die Politik diese Kritik zu Herzen nehmen werde.

Im Verlauf der Sitzung hatten der Beigeordnete Matthias Kortendieck und Fachbereichsleiter Berthold Hölscher die aktuelle Flüchtlingssituation in der Stadt geschildert. Die Aufgabe für die Verwaltung habe sich gewandelt. Es gehe jetzt weniger um die Fragen der Unterbringung, sondern um die Integration der Flüchtlinge. Von denen, so Hölscher lebten derzeit 413 in der Steverstadt. Etwa die Hälfte sei inzwischen anerkannt, die anderen seien noch im Bewerberstatus oder abgelehnt.

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