Sa., 02.12.2017

Brücke am Antonius-Gymnasium Lüdinghausen Alternative zu Tropenholz gesucht

Stellte die Planungen für die Brücke am Anton vor: Christof Bürgstein.

Stellte die Planungen für die Brücke am Anton vor: Christof Bürgstein. Foto: Anne Eckrodt

Lüdinghausen - 

Ursprünglich sollte die Brücke am St.-Antonius-Gymnasium eine neue Stahlkonstruktion und einen Bongossi-Belag bekommen. Gegen die Verwendung des Tropenholzes liefen die Grünen jedoch Sturm. Mit Erfolg: Der Bauausschuss sprach sich jetzt für die Suche nach Alternativen aus.

Von Anne Eckrodt

Vertagt hat der Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend eine Entscheidung über die Erneuerung der Brücke am St.-Antonius-Gymnasium. Der Grund dafür: Neben einer Stahlkons­truktion sollte für die Maßnahme, die Teil des zweiten Bauabschnitts des Regionale-Projektes „StadtLandschaft“ ist, Bongossi-Holz verwendet werden. Die Grünen hatten den Einsatz des Tropenholzes bereits im Vorfeld der Sitzung heftig kritisiert. „Es gibt schlichtweg kein ethisch vertretbares Bongossi-Holz“, machte Ratsherr Jöran Kortmann deutlich. Siegel wie das FSC seien Siegel der Industrie und damit Makulatur.

Robinie darf nicht verwendet werden

Christof Bürgstein vom Ingenieurbüro Thomas und Bökamp hatte den Politikern zuvor die ursprüngliche Planung vorgestellt. Der Unterbau der 27 Jahre alten Brücke ist noch in Ordnung. Darauf sollen Stahlträger, die in drei Teilen angeliefert und vor Ort zusammengeschraubt werden, aufgesetzt und mit rutschfesten Bongossi-Planken versehen werden. „Uns war die Verwendung des Tropenholzes durchaus bewusst“, betonte Bürgstein. Er persönlich halte Robinie für eine sehr gute Alternative, allerdings dürfe diese Holzart im Baugewerbe nicht verwendet werden, so der Ingenieur.

„Warum nehmen wir nicht einen Kunststoffbelag wie bei der Brücke über die Peperlake?“, wollte Wilhelm Wagner (FDP) wissen. Da an der Schule keine ganz neue Brücke entstehe, sondern der Unterbau erhalten bleibe, sei das aufgrund der vorgegebenen Abstände nicht möglich, erklärte Bürgstein. Im Laufe der Diskussion kam auch Eichenholz als Brückenbelag ins Spiel. Auf Antrag von Anton Holz (CDU) wurde eine Entscheidung vertagt. Bis zur nächsten Haupt- und Finanzausschuss- beziehungsweise Ratssitzung soll die Verwaltung nun zusammen mit dem Ingenieurbüro andere Ausführungsvarianten für die Brücke prüfen.

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Beide Brücken werden nahezu baugleich sein.

Reiner Koopmann zu den Planungen für die Ostenstever

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Anders sieht es bei den beiden Brücken über die Ostenstever aus. Dort entstehen komplett neue Bauwerke. Am Donnerstagabend gab der Ausschuss einstimmig grünes Licht für die Errichtung der ersten Brücke als Ersatz der seit Monaten gesperrten, maroden Überführung in Höhe des DRK-Kindergartens „Im Rott“.

„Beide Brücken werden nahezu baugleich sein“, kündigte Reiner Koopmann von der Ingenieurgesellschaft Lindschulte an. Auf eine Stahlkonstruktion wird eine Blechfahrbahnplatte aufgesetzt und mit einem Kunstharzbelag versehen. „Damit ist die Brücke auch mit Rollatoren und ähnlichem gut passierbar“, betonte Koopmann. Die Fahrbahn wird mit vier Metern künftig einen Meter breiter sein als bisher. Für die Geländer sind Mindesthöhen von 1,30 Meter vorgeschrieben. Koopmann: „Um das so transparent wie möglich zu gestalten, schlagen wir dafür horizontale Drahtseile vor.“ Die Baukosten pro Brücke betragen rund 346 000 Euro. Hinzu kommen Ingenieurleistungen von 63 000 Euro. Die Stadt hat Fördermittel von 250 000 Euro beantragt, so dass pro Bauwerk ein Eigenanteil von knapp 160 000 Euro bleibt. Koopmann rechnet mit einer Bauzeit von drei bis fünf Monaten. Start soll im Frühjahr sein.

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