Stromspar-Check von Caritas und Pfarrgemeinde in Lüdinghausen
Beratung zahlt sich aus

Lüdinghausen -

Seit 2014 gibt es den Stromspar-Check, ein gemeinsames Angebot des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld und der Pfarrgemeinde St. Felizitas für Haushalte mit geringem Einkommen. Und es zahlt sich aus: Drei- bis vierstellige Beträge lassen sich pro Jahr ohne weiteres sparen. Die Initiatoren suchen nun weitere ehrenamtliche Berater.

Mittwoch, 24.01.2018, 12:01 Uhr

Präsentieren einige der Soforthilfen zum Energiesparen: Christian Kurz (r.) und Michael Kertelge.
Präsentieren einige der Soforthilfen zum Energiesparen: Christian Kurz (r.) und Michael Kertelge. Foto: Anne Eckrodt

Es hat was von einem Teufelskreis: Wer viel Zeit zu Hause verbringt, verbraucht meist viel Strom, mitunter auch unbewusst. Wenn das Einkommen gering ist, fehlt das Geld für energiesparende Geräte. Die Folge: Die Stromrechnung wächst und wächst. Eine vierstellige Summe ist da schnell erreicht. Und damit ein Problem, das für manche Menschen alleine nicht mehr zu bewältigen ist. „Das ist auch innerhalb unseres Beratungsangebots ,Das offene Ohr‘ immer wieder Thema“, erzählt Michael Kertelge , Pastoralreferent der Pfarrgemeinde St. Felizitas. Diese bietet zusammen mit dem Caritasverband für den Kreis Coesfeld seit 2014 Hilfe in solchen Situationen an – mit dem Stromspar-Check.

Die Energieversorger weisen Kunden auf den Stromspar-Check hin.

Michael Kertelge

„Ziel unseres Beratungsangebotes ist es, genau diesen Kreislauf zu durchbrechen“, betont Projektleiter Christian Kurz vom Caritasverband für den Kreis Coesfeld. Neben ihm und Kertelge gehören noch Margret Pernhorst und Vincenz Mersmann zu der Steuerungsgruppe, die das Angebot koordiniert. Nicht nur beim „Offenen Ohr“, auch mit Infobroschüren, die beispielsweise im Sozialamt und bei der Tafel ausliegen, machen die Initiatoren auf die Beratung aufmerksam. „Die Energieversorger weisen Kunden, bei denen die Rechnungen zu größeren Summen auflaufen, ebenfalls auf den Stromspar-Check hin“, so Kertelge.

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Besuche vor Ort

Im ersten Schritt prüfen die Berater direkt vor Ort den Energieverbrauch und planen den Einsatz von technischen Soforthilfen wie LED-Lampen, schaltbare Steckdosenleisten, Kühlschrankthermometer oder wassersparende Duschköpfe. Beim zweiten Besuch werden diese Dinge eingebaut und es gibt eine Beratung, wie und wo sich sonst noch Energie sparen lässt. Oftmals sind es alte Kühlschränke, die sich als Stromfresser erweisen. Beim Stromspar-Check gibt es konkrete Tipps und Unterstützung für den Austausch eines solchen Gerätes.

Durchschnittlich spart ein Haushalt aufgrund der Beratung rund 150 Euro pro Jahr. „Wir hatten aber auch schon Einsparsummen von 800 bis 900 Euro“, weiß Kertelge. Der rein finanzielle Aspekt ist das Eine. „Es geht uns auch um den pädagogischen Ansatz in Form von Tipps zur Verhaltensänderung“, betont Kurz. Und er fügt hinzu: „All das erfolgt auf Augenhöhe und keinesfalls mit dem erhobenen Zeigefinger.“

Zurzeit haben wir fünf Ehrenamtliche, fünf weitere wären schon toll.

Christian Kurz

Während der Stromspar-Check in anderen Regionen ein klassisches Einsatzgebiet für Langzeitarbeitslose ist, sind Caritas und Kirchengemeinde aufgrund der extrem niedrigen Arbeitslosenquote im Kreis Coesfeld auf ehrenamtliche Kräfte angewiesen. „Und davon können wir noch einige gebrauchen“, macht Kurz deutlich. „Zurzeit haben wir fünf Ehrenamtliche, fünf weitere wären schon toll.“ Besondere Voraussetzungen müssen die Berater nicht mitbringen. Sie werden in einer Schulung auf ihre Einsätze vorbereitet. Kurz: „Sie müssen nur Interesse an der Beratung von Menschen mitbringen. Dabei haben sie den Vorteil, ihre Einsätze zeitlich vollkommen flexibel planen zu können. Die Beratungen sind auch abends oder am Wochenende möglich.“

Dass der Stromspar-Check Früchte trägt, zeigt sich nicht nur anhand nackter Zahlen. Der Projektleiter bekommt immer wieder Anrufe von Menschen, die das Angebot in Anspruch genommen haben. Kurz: „Da berichtet beispielsweise jemand, dass seine Wohnung nach dem Austausch der Lampen viel heller sei und er dennoch 150 Euro Stromkosten im Jahr spare. Solche Leute sind die besten Werbeträger für uns.“

Zum Thema

Sowohl Ehrenamtliche, die sich beim Stromspar-Check engagieren wollen, als auch Ratsuchende können sich direkt an den Projektleiter Christian Kurz wenden. Er hat sein Büro in den Caritas-Werkstätten an der Seppenrader Straße 54 in Lüdinghausen. Telefon-Hotline von 8.30 bis 15 Uhr: ' 0 25 91/ 20 88 84 33 33; E-Mail: stromsparcheck@caritas-coesfeld.de.

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Stromspar-Check der Caritas und der Pfarrgemeinde St. Felizitas

Das bundesweite Projekt des Stromspar-Checks wurde im Nachklang zum Klimaschutzprotokoll von Kyoto auf Beschluss des Bundestages initiiert. Es richtet sich an Haushalte mit geringem Einkommen (Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Wohngeld; Inhaber eines lokalen Sozialpasses; Personen mit Einkommen unter dem Pfändungsfreibetrag; Rentner mit geringem Einkommen; Bezieher eines Kindergeldzuschlags; Bezieher von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) und wird über Mittel des Bundesumweltministeriums sowie vor Ort eingeworbene Spenden finanziert. Für die Haushalte, die die Beratung in Anspruch nehmen, ist das Angebot kostenlos. Projektstart im Kreis Coesfeld war am 1. April 2014. In Lüdinghausen wird der Stromspar-Check von zwei Kooperationspartnern getragen, dem Caritasverband für den Kreis Coesfeld und der katholischen Pfarrgemeinde St. Felizitas. Von 288 Haushalten wurde das Beratungsangebot bislang genutzt und erfolgreich abgeschlossen. Durch die von den Beratern ausgegebenen Soforthilfen – dazu gehören Leuchtmittel, Standby-Abschalter und Wasserspartechnik – wurden bislang 458 841 Kilowattstunden Strom und 29 265 Kubikmeter Wasser eingespart. Die CO²-Reduzierung beträgt 413 369 Kilogramm. Insgesamt haben alle bislang beratenen Haushalte bei den Energiekosten 271 931 Euro gespart; die durchschnittliche Ersparnis pro Jahr liegt bei 146 Euro. -ae-

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