UWG für Ortsschilder mit plattdeutscher Ergänzung
Wo geht’s denn hier nach Siäpro?

Lüdinghausen -

„Siäpro“ und „Lünkhusen“ könnten bald die Ortsschilder in der Steverstadt ergänzen. Einen entsprechenden Antrag stellt die UWG in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Möglich ist dies durch ein neues Landesgesetz.

Samstag, 27.01.2018, 11:01 Uhr

Mundart auf den Ortsschildern erlaubt ein neues Gesetz in NRW.
Mundart auf den Ortsschildern erlaubt ein neues Gesetz in NRW. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke/beb

Wenn das Ortsschild Seppenrade künftig um ein „Siäpro“ ergänzt wird und unter dem Hinweis auf Lüdinghausen demnächst auch „Lünkhusen“ zu lesen sein wird, ist dies einer Initiative der UWG zu verdanken. Die greift in einem Antrag für die nächste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 22. Februar ein am 20. Dezember vom Landtag verabschiedetes Gesetz auf. Darin wird es Kommunen erlaubt, mundartliche Namenszusätze auf den üblichen Ortsschildern hinzuzufügen.

Das ist kein Spaßantrag und keine Folklore.

Markus kehl

Markus Kehl , Fraktionssprecher der Unabhängigen im Stadtrat, betont ausdrücklich: „Das ist kein Spaßantrag und keine Folklore.“ Vielmehr gehe es seiner Partei um einen Beitrag zum Erhalt lokaler Kultur. Er verweist dabei unter anderem auf den großen Zuspruch, den etwa das plattdeutsche Theater in Seppenrade und auch Lüdinghausen erfahre. „Für uns ist ausschlaggebend, die Mundart zu erhalten“, so Kehl.

Die plattdeutsche Sprache ist ja kaum noch bekannt, wird auch in Schulen kaum noch vermittelt.

Alfred Focke

Mit diesem Anliegen trifft er bei Alfred Focke auf offene Ohren. Der Vorsitzende des Heimatvereins Lüdinghausen kann der Idee eine Menge abgewinnen. „Die plattdeutsche Sprache ist ja kaum noch bekannt, wird auch in Schulen kaum noch vermittelt.“ Die mundartlichen Ergänzungen auf den Ortsschildern könnten einen Beitrag zum Erhalt der Sprache leisten, ist er überzeugt. „Sprache ist ein Kulturgut“, sagt er und verweist dabei etwa auf Bayern, wo Mundart und auch Trachten eine gänzlich andere Wertigkeit hätten. „Und wir holen uns sogar das Oktoberfest ins Münsterland“, erklärt er schmunzelnd.

LH-Kennzeichen

Auch Friedhelm Landfester hat grundsätzlich nichts gegen eine solche Initiative. Er bezweifelt allerdings, „ob dies tatsächlich zum Erhalt des Plattdeutschen beiträgt“. Es gebe ja kaum noch Menschen, die sich mundartlich unterhielten. „Bei unseren plattdeutschen Abenden sind die Besucher der Altersgruppe ,weit über 60‘ in der Mehrheit“, weiß er. Auch vermutet er, dass Besucher von außerhalb eher ratlos vor einem solchen Hinweis auf „Siäpro“ stehen würden. Er persönlich sehe sich daher nicht als „der eifrigste Verfechter der Aktion“.

Der UWG-Fraktionssprecher indes hat noch ein gewichtiges Argument für die plattdeutschen Ergänzungen auf den Ortsschildern in der Hinterhand: „Als das LH-Kennzeichen wieder eingeführt werden sollte, gab es zunächst viel Widerstand vor allem vom Kreis Coesfeld. Und heute fahren über 22 000 Autos damit.“ Eine Einführung sei allerdings nicht Sache der Politik allein. Die UWG wolle nur die Diskussion anstoßen. Die Heimatvereine müssten eingebunden werden.

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