Neue Dauerausstellung
Burg Vischering - eine Perle mit feiner Patina

Lüdinghausen -

Nach anderthalbjähriger Sanierungs- und Umbauphase zeigen sich die Räume und Säle der Burg Vischering in Lüdinghausen in neuem Gewand. Prachtstück der neuen Dauerausstellung ist der Rittersaal mit seiner barocken Tisch-Inszenierung. Am Sonntag, 4. Februar 2018, wird die Burg für das Publikum geöffnet. Wir haben uns schon einmal umgeschaut.

Mittwoch, 31.01.2018, 07:01 Uhr

Im prunkvollen Rittersaal wurden die Neuerungen auf der Burg Vischering am Dienstag vorgestellt.
Im prunkvollen Rittersaal wurden die Neuerungen auf der Burg Vischering am Dienstag vorgestellt. Foto: Gunnar A. Pier

Der Clou wartet im Rittersaal auf den Besucher: Betritt dieser den Raum, in dem Urahnen der Familie Droste zu Vischering huldvoll von Gemälden herabschauen, erblickt er zunächst eine Tafel, die mit barock anmutendem, aber doch modern satiniertem Glasgeschirr gedeckt ist. Plötzlich erwacht der Saal zum Leben. Beamer werfen florale Muster an die Wände. Rotwild ist zu sehen, das beim Knall einer Jagdbüchse flüchtet.

Schließlich taucht eine festliche Gesellschaft auf, die es sich beim Tafeln und Tanzen zu barocken Klängen gut gehen lässt. Fünf Minuten dauert diese Wiedererweckung alten Adelslebens im zentralen Raum der Burg. Sie ist das Meisterstück der neuen ständigen Burg-Ausstellung, die das Berliner Büro McCauley entworfen hat.

Burg Vischering vor der Wiedereröffnung 2018

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  • Leuchtend: Ein Modell der Burg Vischering in der neuen Ausstellung.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Himmelbett des Heidenreichs

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Ausstellung in der Burg Vischering wurde komplett neu gestaltet.

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  • Im Rittersaal wurden die Neuerungen am Dienstag vorgestellt.

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  • Pressekonferenz mit Noel McCauley (Architekturbüro Duncan McCauley), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Christoph Ellermann (Architekturbüro Pfeiffer Ellermann Preckel).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Paradekleidung eines Leibjägers

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  • Ritterrüstung im Keller des Schlosses.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Kellergewölbe wurden komplett neu hergerichtet.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Highlights der Ausstellung zählt das Halsband des Lambert von Oer. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Moderne Touchscreen ergänzen die Ausstellung.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Burg Vischering in Lüdighausen.

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  • Pressekonferenz mit Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Rittersaal wurden die Neuerungen am Dienstag vorgestellt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Rittersaal wurden die Neuerungen am Dienstag vorgestellt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressekonferenz mit Noel McCauley (Architekturbüro Duncan McCauley).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • In der Rentei.

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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Spätmittelalterliches Schwert aus Eisen, 15. Jahrhundert

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bidenhänder / Praxchtschwert aus dem 17. Jahrhundert

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tafelgemälde mit der Darstellung des Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen, Mitte des 15. Jahrhunderts

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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Madonna um 1450 aus Baumberger Sandstein

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Highlights der Ausstellung zählt das Halsband des Lambert von Oer. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Highlights der Ausstellung zählt das Halsband des Lambert von Oer. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Highlights der Ausstellung zählt das Halsband des Lambert von Oer. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Highlights der Ausstellung zählt das Halsband des Lambert von Oer. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Wanderstab des Clemens August Droste zu Vischering

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wanderstab des Clemens August Droste zu Vischering

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Kellergewölbe wurden komplett neu hergerichtet.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Münsterland-Darstellung mit allen wichtigen Burgen

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Münsterland-Darstellung mit allen wichtigen Burgen, hier Vischering.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Münsterland-Darstellung mit allen wichtigen Burgen

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Rittersaal

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steinrelief mit Jagdszene, 14.-15. Jahrhundert, Sandstein

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch ist der neue Steg, der als Rettungsweg dient, zu sehen. Bald soll er unter Wasser sein.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch ist der neue Steg, der als Rettungsweg dient, zu sehen. Bald soll er unter Wasser sein.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch ist der neue Steg, der als Rettungsweg dient, zu sehen. Bald soll er unter Wasser sein.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch ist der neue Steg, der als Rettungsweg dient, zu sehen. Bald soll er unter Wasser sein.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch ist der neue Steg, der als Rettungsweg dient, zu sehen. Bald soll er unter Wasser sein.

    Foto: Gunnar A. Pier

„Die Burg ist das Exponat“

„Die Burg ist das Exponat“, unterstreicht Noel McCauley beim Pressegespräch am Dienstag in eben jenem Rittersaal. Will heißen: Hier soll das Gebäude mit seinen historischen Spuren schon für sich wirken und nicht durch Exponate und Schrifttafeln zugestellt werden. Bei der Vischering-Visite wird man diese Burg mit ihrer über 750-jährigen Geschichte nun aber mit ganz neuen Augen sehen.

Pressekonferenz mit Noel McCauley (Architekturbüro Duncan McCauley), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Christoph Ellermann (Architekturbüro Pfeiffer Ellermann Preckel).

Pressekonferenz mit Noel McCauley (Architekturbüro Duncan McCauley), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Christoph Ellermann (Architekturbüro Pfeiffer Ellermann Preckel). Foto: Gunnar A. Pier

Reise in die Geschichte

Sie beginnt 1271, als der münstersche Bischof Gerhard von der Mark den Ritter Albert mit der Burg Vischering belehnt, um seinen Einfluss zu sichern. Ein Faksimile dieser Belehnungsurkunde ist im ersten Saal der ständigen Ausstellung im ersten Geschoss der Burg zu sehen. Als Martin Luther 1521 nach Worms zitiert wird, brennt die Burg in Lüdinghausen ab – und entsteht dann neu.

So reist der Besucher in die Zeit von Reformation und Gegenreformation bis zu jenem Heidenreich Droste zu Vischering, der dem wuchtigen Gemäuer hinter der Gräfte um die Mitte des 16. Jahrhunderts ihr heutiges Aussehen gibt – und uns auch ein prachtvolles Himmelbett hinterlassen hat.

Ein Prunkstück der neuen Dauerausstellung ist das Himmelbett aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, dessen Schnitzereien per Touch-Screen entschlüsselt werden können.

Ein Prunkstück der neuen Dauerausstellung ist das Himmelbett aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, dessen Schnitzereien per Touch-Screen entschlüsselt werden können. Foto: Gunnar A. Pier

Moderne Touchscreens ergänzen die Schau

Die kostbaren Schnitzereien an der Kopfseite und am Himmel des Bettes lassen sich per Touchscreen einfach entschlüsseln. Die vielen kleinen optischen und digitalen Kniffs der Ausstellung stehen im hübschen Gegensatz zum garstigen eisernen Halsband des Lambert von Oer. Es ist das Relikt einer alten Fehde mit dem Herrn der benachbarten Burg Kakesbeck.

Noch ist der neue Steg, der als Rettungsweg dient, zu sehen. Bald soll er unter Wasser sein.

Noch ist der neue Steg, der als Rettungsweg dient, zu sehen. Bald soll er unter Wasser sein. Foto: Gunnar A. Pier

„Ausflucht“ im Erker

Ein hübscher Gag ist auch die „Ausflucht“ im Erker, wo die adelige Familie zur Not ihre letzte Habe durch ein Bodenloch hinabwerfen konnte, um dann über eine – nicht mehr zugängliche – Wendeltreppe das Weite zu suchen. Ein paar Gebetbücher schweben unter der Bodenglasscheibe im Raum, um eine solche Flucht-Aktion nachzubilden.

So überraschend die Tast-, Fühl- und Spielstationen – insbesondere für junge Ritterburg-Gäste – der ständigen Ausstellung sind, so überraschend waren auch jene Gebäude-Diagnosen, mit denen das Architekturbüro Pfeiffer-Ellermann-Preckel aus Münster fertig werden musste. Ob es sich nun um bröselnde Balkenköpfe handelte oder um Wege für neue Leitungen. Dennoch: Der Um- und Museumsaufbau hat in der finalen Phase nur anderthalb Jahre gedauert.

Paradekleidung eines Leibjägers im Rittersaal.

Paradekleidung eines Leibjägers im Rittersaal. Foto: Gunnar A. Pier

Das Projekt

Der Umgestaltungsprozess der Burg Vischering und der umgebenden Landschaft ist ein Projekt der Regionale 2016 und hat ein Volumen von rund 19 Millionen Euro. Dabei ging es darum, die Burg Vischering und die Burg Lüdinghausen in einer „Stadt-Landschaft“ zu verbinden und Vischering zum Tor der „WasserBurgenWelt“ zu machen.

Letzter Abschnitt war nun die Sanierung und museale Neupräsentation der Burg-Räume in drei Etagen. Für gut 9,6 Millionen Euro ist eine faszinierende Ausstellung zur Geschichte der Ritterburg und ein historischer Streifzug durch Mittelalter und Neuzeit entstanden. 

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Die Kosten sind nicht explodiert

Die Kosten blieben im Rahmen, und die Tatsache, dass die veranschlagten 9,6 Millionen Euro nach Auskunft von Landrat Christian Schulze Pellengahr möglicherweise um 300 000 Euro überschritten werden, lässt Coesfeld sicher nicht wanken.

Dafür hat der starke Vorzeige-Kreis des Münsterlandes nicht nur eine schimmernde Burg-Perle zu bieten, sondern auch – dank der Regionale 2016 – das repräsentative Tor zur „WasserBurgenWelt“ mit 32 Herrensitzen im Münsterland. 

Neueröffnung am 4. Februar 2018

Die Burg Vischering wird am kommenden Sonntag, 4. Februar 2018, mit einem Tag der Offenen Tür von 10 bis 20 Uhr und buntem Programm für das Publikum eröffnet. Alle Informationen:  http://www.burg-vischering.de

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