Regierungsvizepräsident zu Gast bei CDU Lüdinghausen
Eine gar nicht trockene 100-Tage-Bilanz

Lüdinghausen -

Klar, die Kommunalpolitik spielte bei der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes Lüdinghausen auch eine Rolle. Im Mittelpunkt stand jedoch etwas anderes: die Arbeit der Bezirksregierung Münster. Dort ist der Lüdinghauser Dr. Ansgar Scheipers seit Anfang des Jahres als Regierungsvizepräsident tätig.

Freitag, 18.05.2018, 05:05 Uhr

Berichtete auf Einladung des CDU-Vorsitzenden Bernhard Möllmann (r.) über seine ersten Monate als neuer Regierungsvizepräsident: der Lüdinghauser Dr. Ansgar Scheipers.
Berichtete auf Einladung des CDU-Vorsitzenden Bernhard Möllmann (r.) über seine ersten Monate als neuer Regierungsvizepräsident: der Lüdinghauser Dr. Ansgar Scheipers. Foto: Anne Eckrodt

Landtags- und Bundestagswahl, Marktplatzeinweihung, Leistungssporthalle und Kino-Projekt – der Vorsitzende Bernhard Möllmann arbeitete sich zum Auftakt der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes Lüdinghausen durch eine ganze Liste von politischen Geschehnissen beziehungsweisen Beschlüssen der zurückliegenden Monate. Und, so Möllmann vor den rund 40 Teilnehmern im „Hotel zur Post“ am Mittwochabend weiter, „mit dem am Ostwall geplanten Parkhaus steht bereits die nächste richtungsweisende Entscheidung an.“ Nach ihrer ersten Informationsveranstaltung dazu werde die CDU den Dialog mit der Bürgerschaft im weiteren Verfahren fortsetzen, kündigte der Vorsitzende an.

Dessen „Charme“, so Dr. Ansgar Scheipers mit einem Augenzwinkern, hatten es die Mitglieder zu verdanken, dass der neue Regierungsvizepräsident am Mittwochabend über seine Aufgaben und die Zuständigkeiten der Bezirksregierung generell berichtete. „Dabei hätte ich gerne noch etwas mehr Erfahrungen als die etwas mehr als 100 Tage gesammelt, doch ich konnte dem Drängen von Bernhard Möllmann nicht länger wiederstehen“, so der Lüdinghauser, der im Januar vom Kreis Coesfeld zur Bezirksregierung gewechselt war. „Ich erzähle über eine Behörde, das wird also ein kokstrockener Abend. Ich hoffe, Sie haben sich ausreichend mit Getränken eingedeckt“, warnte Scheipers, ehe er loslegte. Die Bezirksregierung Münster sei für 2,6 Millionen Menschen in 75 kreisangehörigen Kommunen sowie den drei kreisfreien Städten Bottrop, Gelsenkirchen und Münster zuständig. Die Aufgaben der rund 1300 Beschäftigten reichen von den zentralen Diensten, zu denen das große Thema Haushalt und Finanzen gehört, über Flüchtlingsunterbringung, Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, Luftverkehr, Kommunalaufsicht, Regionalentwicklung und Bauaufsicht bis hin zu den Bereichen Umwelt und Arbeitsschutz. „Außerdem haben wir die Aufsicht über 782 Schulen im Regierungsbezirk, an denen knapp 27 600 Lehrer beschäftigt sind“, erläuterte Scheipers. Als aktuelle Themen nannte er hier die Neuausrichtung des Inklusionsprozesses, die Unterrichtsversorgung und den Lehrermangel. „Das treibt uns sehr um, und da hat keiner eine Lösung parat“, so Scheipers.

Dr. Klaus Waldt wollte von ihm wissen, wie das Verhältnis zu den übergeordneten Behörden ist. Das sei nicht so homogen, wie er ursprünglich gedacht habe, räumte der Regierungsvizepräsident ein. „Es ist schon so, dass da auch mal unterschiedliche Interessen aufeinanderprallen.“ Christoph Schlütermann hakte nach, wie das Verhältnis zu Regierungspräsidentin Dorothee Feller und wie die Aufgabenverteilung aussehe. Letzteres sei in der Geschäftsordnung geregelt, erklärte Scheipers. „Der Laden muss laufen – das ist mein Job“, so seine salopp formulierte Jobbeschreibung. Den Austausch mit der Regierungspräsidentin bezeichnete er als sehr eng. „Jeder, der sie kennt, weiß, wie pragmatisch sie ist“, beschrieb Scheipers seine Chefin. „Sie ist schon viele Jahre in der Bezirksregierung, kennt quasi jede Heftzwecke im Haus. Das hilft mir gerade in der Anfangsphase enorm“, betonte der Regierungsvizepräsident, der für seine Schilderungen viel Beifall erntete. Die waren nämlich alles andere als trocken.

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