Manuscriptum-Verlag
Bürgermeister distanziert sich von rechtspopulistischen Publikationen

Lüdinghausen -

Der Landtagsabgeordnete André Stinka hat nicht nur in einer Pressemitteilung scharfe Kritik an dem seit Kurzem in Lüdinghausen ansässigen Manuscriptum-Verlag und dessen rechtspopulistischen Publikationen geäußert. Der Sozialdemokrat bittet in einem Brief an Bürgermeister Richard Borgmann diesen, sich in der Sache öffentlich zu positionieren.

Samstag, 19.05.2018, 16:05 Uhr

Bürgermeister Richard Borgmann 
Bürgermeister Richard Borgmann bedauert, dass in Lüdinghausen rechtspopulistische Bücher verlegt werden. Foto: Stadt Lüdinghausen

Der SPD-Landtagsabgeordnete André Stinka hat nicht nur in einer Pressemitteilung scharfe Kritik an der Ansiedlung des Manuscriptum-Verlags in Lüdinghausen geübt, sondern dazu auch Bürgermeister Richard Borgmann angeschrieben. Der Sozialdemokrat war durch Recherchen der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu bundesweiten Netzwerken der Neuen Rechten auf den Verlag, in dem unter anderem der AfD-Parteivorsitzende Alexander Gauland veröffentlicht, aufmerksam geworden. In dem Brief, der der Redaktion vorliegt, bittet Stinka den Bürgermeister, sich in der Sache öffentlich zu positionieren. „Mir ist bewusst, dass das Programm des Verlags durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist. Gleichwohl glaube ich nicht, dass ein solches Verlagshaus nach Lüdinghausen passt“, schreibt Stinka in dem Brief.

Persönlich würde ich derartige Bücher weder lesen noch verlegen.

Richard Borgmann

Den habe er am Donnerstag erhalten, teilte Borgmann auf Anfrage der WN mit. Er selbst habe erst durch die Veröffentlichung der Pressemitteilung Stinkas von dem Manuscriptum-Verlag erfahren. „Gegen eine Verlagsbuchhandlung ist ja grundsätzlich nichts zu sagen. Ich kann jedoch nur bedauern, dass dort solche Bücher verlegt werden, obgleich es rein rechtlich in Ordnung ist“, machte Borgmann deutlich. Und er fügte hinzu: „Persönlich würde ich derartige Bücher weder lesen noch verlegen. Und es ist auch nicht im Sinne der Stadt Lüdinghausen.“

Der Manuscriptum-Verlag gehört zur Thomas-Hoof-Gruppe, die sich vor einigen Monaten an der Bahnhofstraße 3 in Lüdinghausen angesiedelt hat. Thomas Hoof hatte 1989 das Versandhaus Manufactum gegründet, dieses jedoch 2008 an den Otto-Konzern verkauft und nur die Manufactum-Produktentwicklungsabteilung behalten. Die hat sich in den vergangenen Jahren vor allem auf die Herstellung von Schaltersystemen aus Bakelit, Porzellan und Glas konzentriert. Borgmann hatte das Unternehmen im März zusammen mit Wirtschaftsförderer Stefan Geyer besucht. „Dabei ist uns die Arbeit der Produktentwicklungsabteilung gezeigt worden“, so der Bürgermeister. Der Manuscriptum-Verlag sei damals überhaupt kein Thema gewesen.

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