NABU: Besuch auf der „Hirsch-Wiese“
Wo der Bläuling sich wohlfühlt

Seppenrade -

Von der ökologischen Vielfalt überzeugten sich jetzt die Naturfreunde auf der „Hirsch-Wiese“ in der Seppenrader Bauerschaft Ondrup. Das Areal hat vor ein paar Jahren Naturfreund Erich Hirsch angelegt und pflegt es seither.

Mittwoch, 13.06.2018, 19:00 Uhr

Viele Interessierte fanden sich jetzt auf der von Erich Hirsch (2.v.l.) angelegten Wiese in der Bauerschaft Ondrup ein. Dort konnten sie sich von der ökologischen Vielfalt auf dem Areal überzeugen. Foto: NABU
Viele Interessierte fanden sich jetzt auf der von Erich Hirsch (2.v.l.) angelegten Wiese in der Bauerschaft Ondrup ein. Dort konnten sie sich von der ökologischen Vielfalt auf dem Areal überzeugen. Foto: NABU

Eigentlich war es Freibad-Wetter, aber trotzdem war der Andrang auf der „Hirsch-Wiese“ groß. Fast 40 Besucher wollten sich jetzt über die Artenvielfalt auf der Naturschutzfläche in der Bauerschaft Ondrup informieren.

Erich Hirsch, langjähriges NABU-Mitglied und mittlerweile 77 Jahre alt, hat die Wiese liebevoll zu einem richtigen Kleinod aufgebaut, heißt es in einer Pressemitteilung der Naturschützer. Das wurde jedem Besucher anhand der Vielzahl der seltenen Wildblumen schnell klar. Der dornige Hauhechel etwa ist eine wichtige Raupenfutterpflanze für den Hauhechelbläuling. Und prompt sei der Falter auch schon gesichtet worden, teilt der NABU weiter mit.

Insektenschwund

„Wiesen mit großer Artenvielfalt sind im Münsterland mittlerweile sehr, sehr selten, aber unglaublich wichtig, um den dramatischen Insektenschwund entgegenzuwirken“, wird Dr. Detlev Kröger (Sprecher NABU-Arbeitskreis Artenvielfalt) in dem Pressetext zitiert. Eine vielfältige Blütenpracht mit Flockenblumen, Margeriten, Hornklee und Ackerwitwenblumen lockt unterschiedliche Insekten und natürlich weitere Tiere an. Schmetterlingsarten wie Bläuling, Ochsenauge, Schornsteinfeger, Dickkopffalter und Landkärtchen fliegen umher.

All diese Arten haben sich in dem Areal etabliert, da die Wiese in einem ganz bestimmten Pflege-Rhythmus gemäht wird, um in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Arten zu fördern. Wichtig sei, dass auf keinen Fall zu früh gemäht werde, denn sonst könnten sich keine Samen ausbilden, heißt es weiter.

Wildblumenwiese

Eine häufig gestellte Frage war: „Kann ich auch im eigenen Garten eine bunte Wildblumenwiese anlegen?“ Hierzu Detlev Kröger: „Unbedingt, das geht sogar schon auf wenigen Quadratmetern. Man benötigt dazu nur offenen Gartenboden und sät dann verschiedene heimische Arten in einer Mischung aus. Die Aussaat ist momentan günstig, da der Boden nach der langen Trockenheit mittlerweile feucht ist und sich die Arten noch bis zum Herbst gut entwickeln können. Wer Interesse an Wildpflanzen-Saatgut hat, kann sich gerne an uns wenden.“

Gleichzeitig wies er noch auf die am Dienstag (19. Juni) stattfindende Bürgerinformationsveranstaltung „Für ein blühendes Lüdinghausen“ hin. Dort werden Referenten (Naturschutzzentrum und Biologisches Zentrum) Tipps geben, wie man im eigenen Garten und in der Stadt dem Insektensterben entgegenwirken kann. Jeder der etwas tun möchte, sei eingeladen, so Kröger. Initiator der Veranstaltung ist der Arbeitskreis Artenvielfalt.

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