Neue Broschüre der Stadt mit Schwerpunkt „cittaslow“
21 Städte im Zeichen der Schnecke

Lüdinghausen -

Seit 2007 ist Lüdinghausen „cittaslow“-Kommune. Alle fünf Jahre steht eine Rezertifizierung an. Bislang hat die Verwaltung jedoch noch nichts von dem internationalen Netzwerk gehört.

Donnerstag, 12.07.2018, 16:00 Uhr

Neben Lüdinghausen schmücken sich weitere 20 Städte in Deutschland mit dem cittaslow-Logo.
Neben Lüdinghausen schmücken sich weitere 20 Städte in Deutschland mit dem cittaslow-Logo. Foto: Stadt Lüdinghausen

„Münsterländer Oase der Ruhe“ – so wird Lüdinghausen in einer neuen Broschüre der Stadt beschrieben. Stichworte unter anderem: die neue „StadtLandschaft“, die die Burgen Vischering und Lüdinghausen sowie die Altstadt verbindet, der „begrünte Erholungsraum“ an der Borg und das Rosendorf Seppenrade.

Eigentliches Thema der Broschüre ist „cittaslow“, das internationale Netzwerk von Städten, die sich nach eigenen Angaben die höchstmögliche Lebensqualität ihrer Bürger zum Ziel gesetzt haben. Cittaslow, nicht cittafast – es geht um Entschleunigung, Entspannung, auch um Ursprünglichkeit in Gastronomie und Kultur sowie um den Umweltschutz.

Bislang haben wir jedoch noch nichts gehört.

Stefan Geyer

Gegründet wurde das Netzwerk 1999 im italienischen Orvieto, 2007 entdeckte Lüdinghausen die Langsamkeit und wurde Mitglied. Aktuell schmücken sich 21 deutsche Städte mit der orangefarbenen Schnecke, dem cittaslow-Logo. Die meisten davon liegen in Süddeutschland, Lüdinghausen ist die einzige in Nordrhein-Westfalen.

Eigentlich stehen die Kommunen alle fünf Jahre auf dem Prüfstand. Dann müssen sie einen von cittaslow Deutschland erarbeiteten Kriterienkatalog abarbeiten. Hat die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht, wird sie rezertifiziert – bleibt also weiter Teil des Netzwerks.

Anfang 2013 hat Lüdinghausen das bisher letzte Okay bekommen, die nächste „Prüfung“ stünde somit nun an. „Bislang haben wir jedoch noch nichts gehört“, so Stefan Geyer von der Stadtverwaltung auf WN-Nachfrage über den Zeitpunkt der nächsten Zertifizierung. Er ist gemeinsam mit Lars Werkmeister von Lüdinghausen Marketing für alle cittaslow-Belange in der Steverstadt zuständig ist. Bisher habe Cittaslow Deutschland sich noch nicht gemeldet. Geyer: „Es kann sein, dass die nächste Zertifizierung 2019 sein wird.“

Kriterienkatalog

Denn eine solche geht alles andere als zeitnah über die Bühne. „Ein halbes bis ganzes Jahr Vorlauf“ benötige man dafür, sagt Geyer. Schneckentempo halt, könnte man jetzt abschätzig denken. Tatsächlich nimmt die Abarbeitung des Kriterienkatalogs dem Verwaltungsmitarbeiter zufolge schlichtweg soviel Zeit in Anspruch.

Sieben „Bereiche“ umfasst der Katalog. Der Bereich „Energie- und Umweltpolitik“ beinhaltet unter anderem die Stichpunkte Abwasseraufbereitung, erneuerbare Energien oder Schutz der biologischen Vielfalt. Bei der „Infrastruktur“ geht es um den Ausbau von Radwegen oder effektiven Zugang zu medizinischer Versorgung. Es folgen die Bereiche „Urbane Qualität“ (zum Beispiel Sanierung oder Einrichtung von Grünflächen), „Landwirtschaft, Tourismus und Handwerk“ (Schutz regionaltypischer Produkte), „Gastfreundschaft, Bewusstsein und Bildung“ (Beschilderung und attraktive Öffnungszeiten), „Sozialer Zusammenhalt“ (Eingliederung behinderter Menschen) und „Partnerschaften“ (Unterstützung von Slow-Food-Aktivitäten). Der Verein Slow Food setzt sich nach eigenen Angaben für verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei ein.

Kontrolliert wird der abgearbeitete Katalog nicht. Man kenne und vertraue sich im Netzwerk cittaslow, schließlich träfen sich die Vertreter der deutschen Städte ja auch zweimal im Jahr, betont Geyer.

Bevor Bereiche und Stichpunkte überhaupt erst abgearbeitet werden können, muss allerdings der Startschuss vom cittaslow-Vorstand kommen. Und das wird er. Langsam, aber sicher.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5898411?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
„Frau wäre fast unter Auto geraten“
(Symbolbild)
Nachrichten-Ticker