Q1-Schüler des Canisianums besuchen Gedenkstätte Bergen-Belsen
Die große Not der KZ-Häftlinge

Lüdinghausen -

Mit den Ereignissen des Holocausts beschäftigten sich einige Schüler der Jahrgangsstufe Q1 des Gymnasiums Canisianum während eines dreitägigen Geschichtsprojekts. Dabei stand ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen im Mittelpunkt.

Dienstag, 17.07.2018, 13:00 Uhr

Einen ersten Überblick erhielten die Schüler der Jahrgangsstufe Q1 des Canisianums am Lageplan des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, das sie im Rahmen eines Geschichtsprojekts besuchten.
Einen ersten Überblick erhielten die Schüler der Jahrgangsstufe Q1 des Canisianums am Lageplan des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, das sie im Rahmen eines Geschichtsprojekts besuchten. Foto: Canisianum

„Aus der Geschichte lernen“ – unter diesem Motto begaben sich 25 Schüler der Jahrgangsstufe Q1 des Gymnasiums Canisianum auf eine dreitägige Reise in die deutsche Vergangenheit.

Gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung

Gemeinsam mit Geschichtslehrer Daniel Tatz und Referendarin Felicia Egtermeyer wurden sie im Franz-Hitze-Haus in Münster zunächst über die Ereignisse des Holocausts aufgeklärt, um am Tag darauf bei einer Besichtigung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen hautnah an die Verbrechen der damaligen Politik herangeführt zu werden. Durch die Arbeit mit historischen Gegenständen, einen Dokumentarfilm über Erna de Vries, Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, und diverse Rollenspiele, die damalige Situationen widerspiegelten, erhielten die Jugendlichen zuvor vielseitige Einblicke in die Umstände in der Zeit des Nationalsozialismus. Auf die Frage, wie sich Diskriminierung äußere und entwickle, stellte die Gruppe fest, dass Aspekte wie die Verbreitung von Lügen, Stigmatisierung und Ausgrenzung von Randgruppen schnell zu extremen Auswirkungen führen kann.

Betroffenheit geäußert

Die Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen bildete den Höhepunkt des Geschichtsprojekts. Die Schüler erfuhren, dass allein im Konzentrationslager Bergen-Belsen mehr als 70 000 Menschen aus ganz Europa starben – dass sie vom nationalsozialistischen Regime durch Misshandlungen und Zwangsarbeit ermordet wurden oder der absichtlich herbeigeführten Verelendung infolge von Hunger und Seuchen erlagen. Die Jugendlichen erhielten außerdem die Möglichkeit, erschreckende Filmaufnahmen nach der Befreiung des Lagers anzusehen, welche die Not und das Leid der Häftlinge veranschaulichten. Besonders das Schweigen, aber auch die vielen Fragen, welche die Schüler den Teamern Katharina Schunck, Reinhardt Liesert und Lennart Hagemann stellten, äußerten die Betroffenheit und das Mitgefühl der Jugendlichen, die anschließend einen Rundgang über das Gelände machten.

Zivilcourage zeigen

Im Franz-Hitze-Haus ließ die Gruppe diesen Tag noch einmal Revue passieren und sprach über ihre Eindrücke, bevor die Jugendlichen zum Abschluss gemeinsam Strategien gegen Diskriminierung und Möglichkeiten der Zivilcourage erarbeiteten. Sie kamen dabei zu folgendem Schluss: Solange alle zusammenarbeiten, aufmerksam sind und einander helfen, können sich derartige Geschehnisse nicht wiederholen.

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