Schadstoffmobil
Deckel drauf, sicher entsorgt

Lüdinghausen -

Wenn Foyzal Alim und Christian Taebel Müll in die blaue Tonne werfen, dann handelt es sich dabei nicht um Papier oder Kartons. In 60 verschiedene Fässer und Kisten sortieren sie Abfall ein, der im Hausmüll nichts zu suchen hat. Mit dem Schadstoffmobil machten sie jetzt Halt in der Steverstadt.

Montag, 13.08.2018, 15:12 Uhr

In gut 60 verschiedenen Tonnen und Wannen sortiert Foyzal Alim die Sonderabfälle ein.
In gut 60 verschiedenen Tonnen und Wannen sortiert Foyzal Alim die Sonderabfälle ein. Foto: Niklas Tüns

Foyzal Alim und Christian Taebel haben die Dusche immer dabei. Praktisch, könnte man angesichts von Temperaturen jenseits der 30 Grad meinen. Doch genutzt haben die beiden die mobile Abkühlung in ihrem Lkw noch nie. „Zum Glück“, sagt Taebel. Denn die Brause samt Wassertank ist für den Ernstfall – Hitze gehört nicht dazu – gedacht. Sollten sie in direkten Kontakt mit gefährlichen Substanzen geraten, müssen sie schnell handeln. Und das könnte während der Arbeit jederzeit passieren: Im Auftrag des Kreises Coesfeld sind sie auch in Lüdinghausen mit dem Schadstoffmobil unterwegs.

Sortierung in 60 verschiedene Fässer und Wannen

Lange dauert es an diesem Montagnachmittag nicht, da schreitet bereits der erste Kunde die Treppe zum Container empor. „Ich bin gerade am Aufräumen und habe noch Eimer mit Farbresten und altem Pflanzenschutzmittel, was ja nicht harmlos ist, gefunden“, sagt der Herr, während er Alim die Behälter über den Tresen reicht. Dieser dient sozusagen als Schranke, denn der Container selbst ist für den Laien Tabu.

Tüten voller Kleinkram hat Birgit Höckensfeld-van Dülmen dabei.

Tüten voller Kleinkram hat Birgit Höckensfeld-van Dülmen dabei. Foto: Niklas Tüns

Mehrere Schulungen absolvierten Alim und Taebel für den sicheren Umgang mit den Schadstoffen, die nach strengen Kriterien in einer der gut 60 Kisten und Fässer landen. Entsprechende Gefahrensymbole geben an, ob die darin gelagerten Stoffe giftig, entzündbar, erstickend oder etwa ätzend sind. „Mittlerweile haben wir das im Kopf“, so Taebel. Lösungsmittel in leicht zerbrechlichen Gläsern zum Beispiel müssen getrennt von denen in Dosen aufbewahrt werden. Aber nicht immer ist der abzugebende Müll auch gefährlich. „Das können Sie ganz normal im Restmüll entsorgen“, meint Alim zu einer Kundin, die sich nach altem Speiseöl erkundigt.

Das Problem ist, dass die Leute ihren Keller ausmisten und dann alles auf einmal wegbringen.

Christian Taebel
Die Kunden dürfen die Container nicht betreten.

Die Kunden dürfen die Container nicht betreten. Foto: Niklas Tüns

An sechs Lüdinghauser Orten halten die Mitarbeiter der Drekopf Umweltservice Gescher GmbH. Während am Standort Alte Valve Hochbetrieb herrschte, geht es eine Station später an der Pferdewiese gemächlicher zu. Ab und zu hält ein Auto hinter dem Containergespann und Menschen holen leere Farbeimer – im Laufe des Tages sammeln sich mehrere Dutzend davon im Schadstoffmobil an – aus ihrem Kofferraum. Dass manche von ihnen den Kofferraum bis zur Decke voll mit Sondermüll gepackt haben, kritisiert Schadstoff-Experte Taebel. „Das Problem ist, dass die Leute ihren Keller ausmisten und dann alles auf einmal wegbringen“, sagt er zu den Fällen fernab der „haushaltsüblichen Mengen“. „Würden wir das alles entgegennehmen, hätten wir sehr schnell keine Kapazitäten mehr.“

Man will ja nicht alles durch den Abfluss jagen.

Birgit Höckensfeld-van Dülmen

Birgit Höckensfeld-van Dülmen hält sich an ebenjene Angabe. Mit Einkaufstüten voller Kleinkram steht sie vor Alim. Halbvolle Nagellack-Fläschchen, Batterien, Spraydosen – „innerhalb der Familie sammelt sich im Laufe der Jahre was an“, sagt sie. „Und man will ja nicht alles durch den Abfluss jagen.“

Das Schadstoffmobil macht Station in Lüdinghausen.

Das Schadstoffmobil macht Station in Lüdinghausen. Foto: Niklas Tüns

Gerade als sie verschwunden ist und die beiden Schadstoffmobil-Mitarbeiter ihr Fahrzeug bereits abfahrbereit für den nächsten Standort machen, taucht ein Mann auf. „Kann ich noch was abgeben?“, fragt er. „Ja, aber flott“, lautet die Antwort. Sogleich kommt er mit den Händen voller Farbeimer, wie so manch anderer an diesem Tag auch, um die Ecke und meint lachend: „So ist das halt, wenn man die Garage aufräumt.“

Zwölf Termine im Jahr 2018

Einmal monatlich findet in Lüdinghausen die mobile Schadstoffsammlung für private Haushalte statt. In ungeraden Monaten ist die Abgabe am ersten Freitag jeweils von 14 bis 18 Uhr auf dem Wertstoffhof möglich, in geraden Monaten tourt das Entsorgungsgefährt am ersten Montag durch Lüdinghausen und Seppenrade. Neben Altbatterien, flüssigen Farbrückständen, Spachtelmasse, Lösungsmitteln, Fotochemikalien, Nitroverdünnung, Waschbenzin, Rostschutzmitteln, Säuren und Laugen werden auch Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel und Spraydosen entgegengenommen.

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