Fischereiverein bietet Schnupper-Casting an
Mit Gefühl und Augenmaß

Lüdinghausen -

Bei dem Begriff Casting denken viele spontan an das Vorsprechen für eine Filmrolle. Nicht so die Angelsportler des Fischereivereins Lüdinghausen. Denn der aus dem Englischen kommende Begriff bezeichnet auch das Auswerfen einer Angelrute. Das durften Kinder und Jugendliche am Samstag auf dem Bolzplatz am Klutensee ausprobieren.

Montag, 13.08.2018, 06:00 Uhr

Macht es vor: Jugendleiter Michael Meyer (l.) demonstriert den Teilnehmern des Schnupper-Castings die Technik.
Macht es vor: Jugendleiter Michael Meyer (l.) demonstriert den Teilnehmern des Schnupper-Castings die Technik. Foto: Arno-Wolf Fischer

Die Jugendlichen, die sich am Samstagnachmittag zum Schnupper-Casting auf dem Bolzplatz am Klutensee einfinden, haben nicht etwa das Vorsprechen für eine Filmrolle im Sinn. Stattdessen stehen Präzision und Kraft im Mittelpunkt. Denn beim Fischereiverein bezeichnet das aus dem Englischen kommende Wort Casting das Auswerfen einer Angelrute. Und so ist der Bolzplatz gespickt mit Markierungen und einer Zielscheibe.

Unter der Anleitung von Jugendleiter Michael Meyer, seinem Stellvertreter Marc Meyer und Jugendhelfer Eike Meyer werfen die mit Angelruten ausgerüsteten Jugendlichen statt Ködern kleine Kunststoffgewichte aus. „Die regelkonformen Gewichte wiegen 7,5 Gramm“, weiß Michael Meyer. So ist es auch kein Problem, wenn ein übereifrig ausgeführter Wurf den Jugendhelfer trifft, der gerade die erreichten Punkte notiert. Doch es ist nicht der Wettkampf, der an dem Tag im Vordergrund steht, sondern das Sammeln von ersten Erfahrungen in einem Sport, der in der breiten Bevölkerung völlig unbekannt ist. „Casting wird auch in vielen Vereinen noch etwas stiefmütterlich behandelt. Die meisten haben es noch nie probiert, aber nach den ersten Versuchen bleiben ganz viele dabei“, erzählt Michael Meyer. Auch wenn der eine oder andere Wurf noch daneben geht, ist er sich sicher: „Wir würden das gerne im Verein anbieten, aber wir müssen uns erst einmal herantasten.“ Das Casting wird seit 1923 in Deutschland betrieben. Es gibt Europa- und Weltmeisterschaften, bei denen deutsche Mannschaften sehr erfolgreich sind.

Mit Gefühl! Du musst etwas später loslassen.

Marc Meyer

„Mit Gefühl! Du musst etwas später loslassen“, berät Marc Meyer einen der Jugendlichen, der nach einigen weiteren Versuchen deutlich hörbar die Zielscheibe trifft. Die Teilnehmer dürfen sich in zwei Casting-Disziplinen ausprobieren: im Zielwurf auf das „Arenbergtuch“ und im Weitwurf, bei dem das Kunststoffgewicht nach einem kräftigen Wurf fast die gesamt Breite des Platzes passiert. Die Techniken beinhalten vom leichten Schwungholen aus dem Handgelenk über das seitliche Auswerfen bis hin zum kraftvollen Überkopfwurf alle erdenklichen Möglichkeiten, einen Köder ans Ziel zu bringen.

Auch wenn der Sport ganz ohne Wasser auskommt, haben die hier trainierten Fähigkeiten einen direkten Bezug zur Fischerei. „Man versucht ja beim Auswerfen immer, zu zielen. Und manchmal muss man einen Köder auch zielgenau unter den Büschen am Ufer platzieren“, weiß Michael Meyer aus langjähriger Erfahrung. Die ersten Erfahrungen sammelte die Vereinsjugend bei der „Jugend CAN NRW“-Veranstaltung 2017 und erzielte dabei nach kurzer Eingewöhnung gute Ergebnisse.

Da die Teilnehmer auch am Samstag mit jeder Menge Elan und Spaß bei der Sache sind, steht schon jetzt fest: Es wird eine Wiederholung des Schnuppercastings geben.

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