Lüdinghausen
Mo., 08.03.2010
3000 Euro für Haiti
Lüdinghausen/Nordkirchen - Das vielversprechende Benefizkonzert am Samstagabend zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti wurde trotz des eher bescheidenen Wetters ein voller Erfolg. Die beiden Lüdinghauser Clubs „Lions“ und „Rotary“ hatten in die Oranienburg des Schlosses Nordkirchen eingeladen, wo es sich allein wegen des schönen Ambientes und der Geschichtsträchtigkeit anbot...
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Lüdinghausen/Nordkirchen - Das vielversprechende Benefizkonzert am Samstagabend zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti wurde trotz des eher bescheidenen Wetters ein voller Erfolg. Die beiden Lüdinghauser Clubs „Lions“ und „Rotary“ hatten in die Oranienburg des Schlosses Nordkirchen eingeladen, wo es sich allein wegen des schönen Ambientes und der Geschichtsträchtigkeit anbot, Werke von Mozart, Verdi, Puccini oder Rossini zu Gehör zu bringen. Und es wurde ein grandioses Ereignis, was da den rund 250 Zuhörern von den Studierenden der Gesangsklasse des Seppenraders Ludger Breimann geboten wurde: Unter dem Thema „Tragik - Humor - Liebe“ sangen die immerhin acht Solistinnen und sechs Solisten Lieder aus Opern, Operetten und Musicals, ohne nur einen Cent Gage dafür zu verlangen. Das tat ihren gesanglichen und schauspielerischen Leistungen auf der Bühne vor historischer Kulisse allerdings keinen Abbruch, sondern sie ließen sich durch den reichlichen Applaus des begeisterten und keineswegs reservierten Publikums zu Höchstleistungen animieren, immer unterstützt und mit Leidenschaft am Flügel begleitet durch den münsterischen Kapellmeister Thomas Modos, der einfühlsam die unterschiedlichsten Komponisten zu interpretierten wusste.
Nach der herzlichen Begrüßung durch die Präsidenten der beiden veranstaltenden Clubs, Peter Piekenbrock (Lions) und Michael Richter (Rotary), führte Moderatorin Barbara Overbeck (WDR Münster) souverän durch das Programm des Abends. Humorvoll, pointen- und kenntnisreich gab sie den interessierten Zuhörern teils geschichtliche Hintergründe, teils amüsante Nebensächlichkeiten zu den dargebrachten Stücken. „Tragik, Humor, Liebe aber auch Sehnsucht, Hass oder Rache - ist heute Abend alles dabei“, lautete ihre Einführung, die dann gleich zu Mozart hinüber leitete, der wie kaum ein zweiter in der Lage gewesen sei, „diese Gefühle in musikalische Worte zu fassen“.
Die Solistinnen und Solisten des Gesangsstudios Breiman (Münster) machten ihrem „Chef“ nicht nur bei dem wunderschönen Mozart-Reigen, sondern auch im zweiten Teil bei den eher leichten und schwungvollen Operetten von Lehar, Strauß und Kálmán alle Ehre, was durch herzlichen und lang anhaltenden Applaus der Gäste honoriert wurde. Alle Stücke waren durchweg mit wirklichen Künstlern gut besetzt, denen man nicht anmerkte, dass sie als „Semiprofessionelle“ ansonsten ihrem Beruf als (Musik-)Lehrer, Arzt, Banker oder Streifenpolizist auf der A30 nachgehen, wie Ludger Breimann im Pausengespräch zu berichten wusste.
Dem Beifall nach zu urteilen, gab es auch Publikumslieblinge: Christoph Boermann (Bariton) überraschte die Zuhörer, als er singend und gestikulierend durch die Reihen auf die Bühne stürmte und sich als Gioacchino Rossinis Figaro gestenreich beklagte, er sei das Faktotum.
Beeindruckt, ja begeistert war das Publikum ebenso von mehreren Duetten, die besonders bei den Operetten für viel Stimmung sorgten. Zum Schluss kamen als Zugabe noch einmal alle Künstler auf die Bühne und intonierten gemeinsam das „Champagnerlied“ aus Johann Strauß´ „Fledermaus“. Mit reichlichem Applaus wurden die Künstler für ihre Leistungen und ihr Engagement für den guten Zweck bedacht. Insgesamt 3000 Euro kamen dabei für die Haiti-Hilfe zusammen. Eine absolut gelungene Veranstaltung, die in größerem Rahmen sicherlich noch weit mehr Publikum anzulocken geeignet wäre.
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