Lüdinghausen
Mi., 01.09.2010
Angst: Zeuge hat Wohnort gewechselt
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Lüdinghausen/Münster - Knabenhaft sehen die beiden jungen Männer aus Lüdinghausen aus, die aus der Untersuchungshaft kommend den Gerichtssaal betreten. Wie sie neben ihren Verteidigern auf der Anklagebank sitzen, traut man dem Duo solch eine Tat zunächst gar nicht zu. Aber hinter der Fassade der 22- und 24-Jährigen sieht es den Anklagevorwürfen des Staatsanwaltes zufolge anders aus. Bereits wegen einer ganzen Latte von Straftaten bei Gericht keine Unbekannten, haben sich die Männer jetzt wegen Raubes und weiterer Straftaten vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Münster zu verantworten.
Nach gemeinsam gefasstem Tatplan soll das Duo zwischen dem 15. und 26. Februar gewaltsam in eine Wohnung auf der Kirchstraße eingedrungen sein. Dort sollen sie von dem ihnen bekannten Zeugen eine Geldsumme über 800 Euro gefordert haben. In anderen Fällen sollen sie dem Mann eine Spielekonsole, ein Fernsehgerät und 20 Euro gestohlen und ihm zudem mit einer Metallstange gedroht haben. Doch das Duo ließ in seinen Forderungen nicht nach. So sollen die zwei in einem weiteren Fall den 26-Jährigen zur Herausgabe seiner Bankkarte gezwungen haben.
Die hafterfahrenen Angeklagten wiesen die Tatvorwürfe zurück. Beide erklärten, den Mann zwar zu kennen und in seiner Wohnung mit ihm „ gekifft“ zu haben. Dem Mann, den sie als einen Trinker, Spieler und Kiffer darstellten, wollen sie 80 Euro geliehen haben. Dafür erwarteten sie am 26. Februar 100 Euro zurück. Doch der 26-Jährige sei nicht damit „rübergekommen“.
So suchten die Angeklagten den Mann in seiner Wohnung auf, wo er ihnen freiwillig seine Kontokarte zur Überprüfung auf Guthaben ausgehändigt habe. Als das Konto ein Guthaben über 280 Euro ausgeworfen haben soll, sei der 26-Jährige nach Angaben des Duos freiwillig mit zur Bank gegangen. Dann sei der Mann plötzlich weggerannt und habe „Raubüberfall“ geschrien. „Es hat keinen Raub gegeben. Wir haben nie was weggenommen und keine Tür eingetreten“, so die Angeklagten.
Doch die Aussage des Zeugen stand dem entgegen. Im Kern der Anklagevorwürfe belastete der Zeuge das Duo erheblich. „ Sie haben mir sogar gedroht, mich zur Bank zu schleifen“. Seiner Familie hätten sie auch gedroht, wenn er zur Polizei gehen würde. Dann gäbe es Stress, so der Zeuge. Seine Angst sei so groß gewesen sein, dass er seine Wohnung verbarrikadiert und Zuflucht bei seinen Eltern gesucht habe. Inzwischen ist der Zeuge aus Lüdinghausen verzogen. Seine neue Anschrift hielt der Vorsitzende Richter aus nachvollziehbaren Gründen zurück. Der Prozess wird fortgesetzt.
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