Lüdinghausen

Di., 31.08.2010

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Besuch in Kakteenteufels Gärtnerei

„Kakteenteufels Gärtnerei“, so ist der leicht ironische Titel der Ausstellung von Heiner Geisbe, der in seinen Bildern den Betrachter in eine Gartenwelt der besonderen Art einlädt. Das Kulturforum KAKTuS präsentiert dieses verwirrende Spiel zwischen Natur und Kunst.

Lüdinghausen - Vom 12. September bis zum 10. Oktober 2010 zeigt das Kunst-Team des Kulturforums KAKTuS (Barbara Bongert und Silvia Hesse-Böcker) in der Burg Lüdinghausen eine botanische Sammlung der ganz besonderen Art. An fünf Wochenenden entfaltet der niederrheinische Maler Heiner Geisbe in zumeist großformatigen Bildern seine üppige Pracht. „Kakteenteufels Gärtnerei“ nennt Geisbe mit leicht ironischem Anflug seine Ausstellung, die dem Betrachter ein verwirrendes Spiel zwischen Natur und Kunst bietet.

In einer Art Fotorealismus konzipiert der an der Kunstakademie Düsseldorf (Abt. Münster) ausgebildete Künstler seine Blumen- und Pflanzenmotive. Aber anders als die großen Pflanzenkenner des 17. Und 18. Jahrhunderts, die staunend vor dem Reichtum der Natur standen und sie in Aquarellen und Stichen festhielten, entwickelt Heiner Geisbe die Objekte der gärtnerischen Begierde, indem er umpflanzt und umtopft, bis aus dem einfachen Sellerie ein wahres Traumkraut wird, heißt es in einer Pressemitteilung. So entstehen Bildlandschaften von komplexer Dichte. Fotorealistische und abstrakt malerische Passagen liegen nebeneinander. Dabei ist das Auge des Betrachters gehalten, den Blick in die Tiefe des Bildes immer erneut zu justieren, wechselnde Perspektiven zu entwickeln und sich zu freuen am unendlichen Formen- und Farbenreichtum.

Ob Zucht- oder Wildpflanze, heimisches oder exotisches Gewächs: Immer und überall erweist sich Heiner Geisbe als Perfektionist, der mit der gleichen Meisterschaft den dicken Farbauftrag perfekt beherrscht wie auch die feine Lasur. Heiner Geisbe kann einfach malen.

Darüber hinaus steckt in vielen seiner Bilder Hintersinniges. Das zeigt sich in ironischen Brüchen, wie seine Bildtitel oder Schriftzüge sie erzeugen. „In der Hecke wohnt die Zecke“ oder „Nur die Harten kommen in den Garten“ und „ Der Garten kann warten“ entlocken dem Betrachter ein Lächeln.

Es gibt viel ästhetisch Schönes zu sehen in der Kollektion von Geisbe. Anthurie, Spargel, Seerose, Zitrone und nicht zu vergessen dem Kaktus schenkt Geisbe seine volle Aufmerksamkeit. Es wird eine Lust für den Betrachter sein, ihm auf seinen Wegen durch die Gartenwelt zu folgen, in der durchaus einmal ein Kakteenteufel für Unordnung sorgt.

Zur Vernissage am 12. September(Sonntag) um 11 Uhr in der Burg Lüdinghausen sind alle Kunstfreunde eingeladen. Die Einführung in die Pflanzenwelt des Heiner Geisbe wird Prof. Dr. Ferdinand Ullrich von der Kunsthalle Recklinghausen halten. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage von der Musikerin Anne-Marie Grage auf dem Akkordeon. Der Künstler wird anwesend sein.


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