Lüdinghausen

Di., 09.03.2010

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Den Menschen nah gekommen

Bis zum 5. Juni sind die Fotos von Andreas Löchte im St.-Marien-Hospital zu sehen. Verwaltungsleiterin Monika Kleingräber- ­Niermann (r.) und Qualitätsmanagerin Susanne Eschkötter waren Vernissage-Gastgeber.Foto: (nit)
Von Niklas Tüns

Lüdinghausen - Auf eine Weltreise können sich ab sofort die Patienten und Besucher des St.-Marien-Hospitals begeben. Am Sonntag wurde im Rahmen einer Vernissage mit musikalischer Unterstützung von Roland Halemba die Ausstellung des Fotografen Andreas Löchte eröffnet. Im Jahr 2007 kündigte er seine Arbeitsstelle als Werbefotograf, um für elf Monate auf Weltreise zu gehen. Als Rucksacktourist startete er seine Tour in Kanada. Danach ging es in den Westen der USA, nach Französisch-Polynesien, Samoa, Neuseeland und Aus­tralien. Auf dem asiatischen Kontinent machte er in Indonesien, Malaysia und Thailand Station.

Als Fotograf hat er während der Zeit 17 000 Bilder geschossen, wovon die schönsten in den Fluren des Krankenhauses hängen. Neben eindrucksvollen Landschaften haben es ihm besonders Porträtfotografien angetan. „Ich war in der glücklichen Lage, zu weltfremden Personen Kontakt aufzunehmen“, sagt der Münsteraner. Auch seinem zwischenzeitlichen Aussehen habe es geholfen, die Menschen aus großer Nähe abzulichten. „Als Zerstrubbelter, der größtenteils bei den Leuten auf dem Sofa geschlafen hat, war ich auf gleicher Höhe mit ihnen und kein Tourist“, erzählte er.

Andreas Löchte unterstrich, dass seine Bilder keine Zufälle und Schnappschüsse sind. Die porträtierten Menschen hätten gewusst, dass sie fotografiert werden. „Ich habe nicht von weitem die Kamera draufgehalten, sondern bin nach meinen Vorstellungen, wie das Bild aufgebaut sein soll, vorgegangen. Dabei halfen mir sicherlich auch die Erfahrungen aus meinem Beruf.“

Susanne Eschkötter, Qualitätsmanagerin des Krankenhauses, gefielen die Fotos so gut, dass sie sie im Rahmen der Aktion „Kunst im Krankenhaus“ (KiK) aufhängen ließ. Im neunten Jahr der KiK-Aktion hätten Angestellte und Patienten gleichermaßen gespannt auf die nächste Ausstellung gewartet. Susanne Eschkötter nennt die Vorteile von KiK: „Mit den Bilder können wir das Krankenhaus ansprechender gestalten. Es herrscht gleich eine ganz andere Atmosphäre, da sich die Menschen beim Gang über den Flur auf eine kleine Weltreise begeben.“

Kurz nachdem die Fotos aufgehängt wurden, habe sie bereits die ersten Patienten und Besucher nachdenklich vor den großen Leinwänden stehen gesehen. „Den Patienten werden andere Blickwinkel geöffnet und einen Anstoß gegeben, über Kunst und Gesellschaft zu reflektieren“, sagte sie, „es ist ein schöner Gewinn für den Patienten.“


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