Lüdinghausen

Do., 06.08.2009

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Hammerschläge für Mindestlohn

Willi Knuhr griff zum Hammer und verlieh der Forderung nach tariflichem Mindestlohn Nachdruck. Foto: (ing)
Von Josef Kersting

Lüdinghausen - „Arm trotz Arbeit“ - plakativ in großen Lettern auf rotem T-Shirt formuliert der Deutsche Gewerkschaftsbund die Konsequenz ohne gesetzlichen Mindestlohn. Für Willi Knuhr, Bürgermeisterkandidat der SPD, und den Vorsitzenden des DGB-Ortsverbandes Lüdinghausen, Heinz Starnick, war es deshalb selbstverständlich, dass sie sich das T-Shirt überstreiften, als gestern der „Mindestlohn-Lkw“ des DGB-Bundesvorstandes auf dem Lüdinghauser Marktplatz Station machte.

Seit eineinhalb Jahren ist der Lkw in Deutschland und seit einer Woche in Nordrhein-Westfalen unterwegs. An Bord hat er eine Ausstellung mit Porträts von zehn Menschen, „die für einen Hungerlohn arbeiten“. Der gesetzlich fixierte Mindestlohn von 7,50 Euro ist das Ziel der Kampagne, die von einer Unterschriftenaktion begleitet wird. Diese Sammlung soll bis zur Bundestagswahl laufen und dann der Bundesregierung überreicht werden. Auch in Lüdinghausen kamen gestern zahlreiche Unterschriften hinzu.

„Wo es starke Betriebsräte gibt, wird der Tariflohn eingehalten“, stellt Willi Knuhr fest. „Deshalb ist es wichtig, dass sich die Menschen organisieren“, fügt er hinzu. Bestätigt wird er von Eberhard Seidel, Betriebsratsvorsitzender im Unternehmen der Bäckerei Geiping. „Geiping ist einer der wenigen Bäckereibetriebe, die Tariflohn zahlen“, stellt Seidel anerkennend fest. Auch bei Maggi „gibt es überhaupt keine Probleme“, fügt Sabine Alker, Landesbezirkssekretärin der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten hinzu. „Wie soll man bei Niedriglohn selbst für seine Alterssicherung sorgen?“, fragt Seidel. „Der Staat muss dann doch wieder zahlen“, stellt er fest. „Außerdem würden 7,50 Euro Mindestlohn sofort in den Konsum fließen“, glaubt er an eine gesamtwirtschaftliche Nebenwirkung.

Wer beim gestrigen Aktionstag seine Forderung nach gesetzlichem Mindestlohn bekräftigen wollte, konnte sich am „Hau den Milo“ versuchen. Je nach Krafteinsatz waren exemplarische Niedriglöhne zu erreichen.


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