Lüdinghausen
Do., 02.09.2010
Mit Gartenarbeit selbst nichts am Hut
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Lüdinghausen - „Günther Platte hat es immer wieder geschafft . . .“ Auch sechs Jahre nach dem Tod des Motors und Gründers des Biologischen Zentrums erinnert sich Werner Wesseling gerne an die Verdienste des ehemaligen Leiters der Realschule, der immer wieder die Idee der Umweltbildungseinrichtung aus der Versenkung holte. Wesseling gehört neben Dr. Friedhelm Krumme zu den Männern der ersten Stunde des Biologischen Zentrums. Heute vor genau 20 Jahren wurde der Förderverein gegründet und das „Bio-Zentrum“ zur Institution. Im Rahmen der heutigen Mitgliederversammlung wird den Gründern und Motoren des Zentrums sicherlich besonders gedankt.
Platte und Wesseling kannten sich schon lange vor der Gründung des Fördervereins. Als Schatzmeister des Fördervereins der Realschule hatten der Schulleiter und der Sparkassen-Mitarbeiter regelmäßig miteinander zu tun. „Dann hat er mich auch beim Biologischen Zentrum mit ins Boot geholt“, erinnert sich Wesseling jetzt im WN-Gespräch. 36 Interessierte gründeten heute vor 20 Jahren den Förderverein. Die Stadt hatte zur Vereinsgründung den Anstoß gegeben. Aber mit der Anerkennung des Vereins wurden die (finanziellen) Sorgen nicht sogleich geringer. „Die personelle Besetzung wurde ständig über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen finanziert. Auch die Stadt ist immer wieder eingesprungen“, berichtet Wesseling über die Sorgen der Vereinsgründer. Häufig genug musste man den Mitarbeitern kündigen, um sie nach einer entsprechenden Frist wieder einzustellen. Gabriele Engels und Barbara Godehardt waren die ersten Leiterinnen der Einrichtung. Seit dem 1. September 1994 hat Dr. Irmtraud Papke die Leitung.
Der endgültige Durchbruch zur Sicherung des Zentrums gelang den Beteiligten mit der Gründung des Trägervereins, wozu letztlich die Landesregierung den Anstoß gegeben hatte. Das Land hatte mehrmals mit Projektförderungen die Einrichtung „über Wasser gehalten“ und wollte dann klare Verhältnisse schaffen. Mit dem Kreis Coesfeld, der Stadt Lüdinghausen, der Gemeinde Senden, den Naturschutzverbänden im Kreis, der Landwirtschaftskammer, der Gelsenwasser AG, dem Lippeverband, den Stadtwerken Coesfeld und der Remondis AG wurden Partner ins Boot geholt.
Aber für Begeisterung bei den ambitionierten Mitgliedern sorgte letztlich die Stiftung: Ein Unternehmer steckte eine Million Euro in eine Stiftung - der Zinserlös fließt ausschließlich ans Bio-Zentrum. „Als die Million eingezahlt war, bin ich mit dem Kontoauszug zu Platte gefahren“, erinnert sich Wesseling. „So einen Auszug habe ich noch nie gesehen“, lautete Plattes Kommentar.
Seither hat sich das Zentrum enorm entwickelt. Im Jahre 1991 hatte es 1571 Besucher, im vergangenen Jahr waren es über 14 000. Der Tag der offenen Tür ist mittlerweile „zu einer Institution geworden“, so Wesseling. Und die Tatsache, dass viele öffentliche Institutionen das Zentrum fördern, fundamentiert die Einrichtung, wie der Neubau der Werkstatt, des Lehmhauses oder des Fledermaustunnels zeigt.
Und was wünscht man sich am 20. Geburtstag des Fördervereins? „ . . . dass sich noch viele Sponsoren, Mitglieder und Unterstützer einfinden“, so Wesseling. Er persönlich hat mit Gartenarbeit und -planung, die überließ er stets Platte und Dr. Krumme, übrigens nichts am Hut („Das habe ich als Kind zu viel gemacht“) stattdessen hat sich der Pensionär vor zwei Jahren in die Computerwelt eingearbeitet und erstellt seither die Bilanz des Zentrums am PC. „Die Kassenprüfer wolltens nicht glauben. Sie verstanden die Welt nicht mehr“, schmunzelt Wesseling.
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