Lüdinghausen

Di., 31.08.2010

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Wieder eine Chance vertan

Das Rohr, das unter dem Bahnkörper hindurch führt, ist in extrem schlechtem Zustand. Eine Eisenstange kann man nicht hindurchschieben, wie Anton Holz hier demonstriert. Aber eine Erneuerung scheint nicht möglich.Foto: (west)
Von Werner Storksberger

Lüdinghausen - Seit gestern rollen die Züge wieder über die Bahnstrecke. Sechs Wochen lang hatten die Streckenarbeiter - zum Teil sogar nachts - das Sagen. Jetzt werden nicht nur die Folgen der Arbeiten sichtbar. Jetzt wird auch klar, dass Chancen, die sich durch die Arbeiten ergaben, verpasst wurden. „Wenn man mit der Bahn besser sprechen könnte, hätte man im Zuge dieser Arbeiten endlich auch einen Durchlass erneuern können“, bedauert Anton Holz, Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes. Mangelnde Beteiligung und großes Kompetenzwirrwarr wirft Holz gleichzeitig auch als Kommunalpolitiker und Kreistagsabgeordneter der Bahn vor.

„An jeder anderen Baumaßnahme wird man im Vorfeld beteiligt. Wenn die Bahn etwas macht, passiert nichts“, kritisiert Holz das schlechte Miteinander zwischen der Bahn auf der einen und dem Wasser- und Bodenverband sowie dem Kreis und der Stadt auf der anderen Seite. Ein Aktenordner belegt, wie schwierig das Miteinander ist. Bereits seit 1999 - damals war Karl Wegener noch Vorsitzender des Verbandes - wird versucht, ein Durchlassrohr unter dem Bahnkörper zu erneuern. Wasser eines Vorfluters wird unter den Gleisen hindurchgeleitet. Es sei seit elf Jahren nicht möglich, eine kompetente Auskunft zu diesem Thema zu bekommen, so Holz. Als die Gleise abgeräumt waren, hätte man problemlos das Rohr, das mit dem Bau der Strecke gelegt worden ist, austauschen können. Die Sorge des Wasser- und Bodenverbandes ist nämlich, dass der Durchlass irgendwann nicht mehr funktionstüchtig ist - und dann hätte das Oberflächenwasser westlich der Bahnlinie keinen Abfluss mehr.

Der Durchlass könnte sich zum „akutesten“ Problem entwickeln. Mehr als „unbefriedigend“ ist für Anton Holz aber auch noch der Zustand des Grabens entlang der Bahngleise. Der Vorfluter befindet sich auf Bahngelände und ist zum Teil völlig verschlammt. Zumal auch die Entwässerung der Ondruper Kreisstraße über diesen Graben erfolgt und Anlieger darüber ihre Kleinkläranlagen entwässern, müsse dringend etwas getan werden, so Holz.

Eine Beteiligung an den Baumaßnahmen der Bahn hätte sich Holz auch gewünscht, um vor Baubeginn den Straßenzustand zu ermitteln. Durch die An- und Abfuhr von Baumaterial wurden einige Wirtschaftswege arg in Mitleidenschaft gezogen. Zwar fand gestern bereits ein Ortstermin mit Vertretern der Stadtverwaltung statt, bei der über Reparaturmaßnahmen gesprochen wurde, trotzdem ist das Beteiligungsverfahren für Anton Holz mehr als überdenkenswert.

» Von der Bahn war zu diesem Thema gestern keine Stellungnahme zu bekommen.


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