Di., 24.05.2011

Nottuln Orte der Erinnerung besucht

Von Dieter Klein

Nottuln - Irgendwem hoch droben muss es wohl gefallen haben, denn als die Nottulner „Friedenswanderer“ bei ihrem Rundgang durch 30 Jahre FI-Geschichte auf der Gemeindewiese einen Pulk blauer Ballons aufließen, flachte der Sturm plötzlich ab. Und so hatten die Flieger Zeit genug, Höhe und Richtung zu finden. „Symbole unserer damaligen erfolgreichen Anti-Tiefflugaktion“, resümierte Udo Hegemann . Überhaupt sah es gegen Mittag nach etlichen Schauern noch trübe aus für den geplanten Rundgang, dem Mittelpunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten. Doch dann rissen unmittelbar vor dem Start vom Stiftsplatz die Wolken auf, und es blieb schön.

Hier flitzte Hütehund Leo, der Australian Shepherd von Robert und Ulla Hülsbusch, aufgeregt zwischen den 30 blauen Schafen von Aktionskünstler Rainer Bonk umher, um jeden Neuankömmling freudig zu begrüßen. Und derer gab es viele. Darunter auch Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren mit ihrem Ehemann.

Gemeinsam ging es dann von Ort zu Ort, zu den sichtbaren Zeichen erfolgreicher 30-jähriger Arbeit für Frieden und Städtefreundschaft, gegen Militarismus und Atomkraft - musikalisch begleitet von den „Walking Blues Prophets“.

Abwechselnd moderierten unterwegs Jürgen Hilgers-Silberberg, Roger Reinhard, Robert Hülsbusch, Norbert Wienke, Udo Hegemann, Ulla Hülsbusch, Heinz Böer, Gabi Mense-Viehoff, Ingeborg Bispinck-Weigand und Marion Rosué-Beckers zu den Denkmalen ihrer oft schwierigen und dann doch erfolgreichen Bemühungen.

Besucht wurden im Rhodepark die Bäume zur mahnenden Erinnerung an die NS-Vergangenheit (Zwangsarbeiter). Kleine Papierkraniche wurden auf den Rhodeteich gesetzt zum Gedenken an die Hiroshima-Opfer, Bäume besucht, die zu Ehren der Städtepartnerschaft angepflanzt worden waren, eine Solarlampe an der Bürger-Solaranlage auf dem Sportheim verlost, ein „Nas zdrowie“ („Prost“) der Freundschaft mit Polen wegen ausgerufen, das Deserteur-Modell von Mechthild Ammann an das Pfarrerehepaar Ingrid und Manfred Stübecke übergeben, ein Geschenkkorb mit fair gehandelten Waren für eine bedürftige Familie verschenkt, Blumen an den Stolpersteinen niedergelegt - in Gedanken an die Juden Nottulns, und nicht zuletzt Friedens-Zettel in der Versöhnungskapelle an der Kirche angepinnt.

Dreieinhalb Stunden dauerte die Wanderung durch die Zeit und ihre Erinnerungen. Und zum Schluss schenkte Ingeborg Bispinck-Weigand im Namen der FI der stellvertretenden Bürgermeisterin, Ursula Boldt-Hübner, eines der blauen Friedensschafe fürs Rathaus. Die freute sich: „Das ist ein Symbol für ein friedliches Miteinander, für Toleranz und Wir-Gefühl. Jenseits aller ethnischen, religiösen und sozialen Unterschiede.“ Gleichzeitig bat sie: „Ich wünsche mir von der FI weiterhin, dass sie neben der Farbe blau einige Eigenschaften schwarzer Schafe beibehält und wie bisher Impulse setzt, auch unbequeme Projekte auf den Weg bringt und sich einfach treu bleibt - hoffentlich noch viele Jahre lang.“

Beim Finale in der Alten Amtmannei zogen Jürgen Hilgers-Silberberg und Robert Hülsbusch noch einmal eine Bilanz der 30 Jahre Friedensinitiative Nottuln. Ihr Dank galt den vielen Freunden und den alten Weggefährten, unter ihnen auch Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein und Ex-Bundestagsmitglied Winfried Nachtwei.

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