Fr., 04.11.2011

Hochprozentiger Mordfall Kommissar-Kattenstroht-Reihe: Hans-Peter Boer las aus „Balkenbrand“

Hans-Peter Boer darf sich freuen. Seine Kommissar-Kattenstroht-Reihe erfreut sich großer Beliebtheit. „Balkenbrand“ ist der Titel des sechsten Buches. Einen „Balkenbrand“ erhielt Boer auch von Gerd Maschmann als Dank für die Lesung. (Foto: Marita Strothe)

Nottuln - 

Als „Heimspiel“ stellte am Donnerstagabend Hans-Peter Boer seinen sechsten Krimi mit Kommissar Kattenstroht in der Stiftsbuchhandlung Maschmann vor. „Balkenbrand“ hat der Nottulner sein druckfrisches Buch genannt. Und weil nicht nur einige der Anwesenden, sondern auch Kattenstrohts Assistentin Kathrin Eilers zuvor diesen Begriff nicht kannten, ließ Boer den Landkommissar direkt persönlich zu Wort kommen.

Im Buch erklärt der landeskundlich kompetente Kommissar, dass sich die Münsterländer Landbevölkerung in Kriegszeiten mit dem Schnapsbrennen versuchte. Da das Brennen von Brotgetreide bis etwa 1948 unter strikte Kontrolle gestellt gewesen sei, wurde der „Balkenbrand“ heimlich auf Dachböden verarbeitet.
Aus dem Umfeld seiner väterlichen Heimat Westerbauer war Kattenstroth auch die Geschichte von Herlbergs Öhm überliefert worden, dem während des Transportes ein Glasballon voller Schnaps vom Wagen fiel und zerbrach. Dieser habe das Elend auf die Straße fließen sehen und sich schnell aus dem Haus ein Weißbrot geholt. Damit habe er dann den Schnaps aus den Pfützen aufgesaugt und das derart getränkte Brot verzehrt.
Zwar sei die Ortschaft Westerbauer reine Fiktion, verriet Hans-Peter Boer den amüsierten Zuhörern schmunzelnd, aber solch eine Geschichte habe sich tatsächlich zugetragen – in Schapdetten.
„Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst“, ist sich Boer sicher. Für ihn immer wieder Stoff, den er in seine Kattenstroht-Krimis eingebunden habe.
Auch in seinem sechsten Band, in dem an einem Sonntagmorgen im Frühling in der Schleuse Münster auf einem Frachtschiff die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, hat der Nottulner Hintergründe aus Vergangenheit und Gegenwart, Ernstes und Amüsantes eingebunden. „Wie im richtigen Leben“, entfuhr es einer lachenden Zuhörerin, als Boer vom Familienleben der Kattenstroths vorlas.
Dass das Mordopfer eine junge Polin ist, die als Saisonarbeiterin gearbeitet hat und außerdem als Unternehmensberaterin im Brinkekreis tätig war, erfuhren die gespannt lauschenden Zuhörer. Aber welche Bedeutung das Medaillon hat, das die junge Frau trug, und welche Rolle ihr Freund, der Inhaber einer Schnapsbrennerei spielt, dass verriet der Autor noch nicht.
Als letzte Passage las er aus einem Kapitel, in dem am Gründonnerstag die Räppler auftauchen. Auch in diesem Band sei eine Mischung aus Jahreszeit und Tradition zu finden, erzählte Boer. Am Samstagabend vor Ostern sei der Fall aber gelöst, so der Autor, „das darf ich ihnen versprechen“. Versprechen könne er auch schon, dass im nächsten Jahr ein siebter Kattenstroth-Krimi erscheinen werde, berichtete er.
Am Donnerstag nutzten viele erst einmal die Gelegenheit, sich Band 6 mit nach Hause zu nehmen – mit einer persönlichen Widmung von Hans-Peter Boer. Der wiederum konnte sich über einen besonders klaren „Balkenbrand“ freuen, den ihm Gerd Maschmann als Dankeschön für den sehr unterhaltsamen Leseabend überreichte.
Hans-Peter Boer: Balkenbrand; Landwirtschaftsverlag, gebundene Ausgabe, 179 Seiten, ISBN 978-3784351575, Preis 14,95 Euro.

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