Neuer Investor
Di., 07.02.2012
Boombereich Appelhülsener Straße
Für den Standort Lidl und das Nachbargrundstück an der Appelhülsener Straße gibt es eine neue Planung, die die Verlagerung des Lidls auf das angrenzende Grundstück vorsieht. Am bisherigen Lidl-Standort sollen drei neue Fachmärkte (Drogerie, Schuhe, Textilien) entstehen.
Nottuln -
Leerstände im Ortskern, dafür neue Projekte an der Appelhülsener Straße. Am Standort Lidl sollen drei neue Fachmärkte entstehen. – Von Ludger Warnke
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Die Ansiedlung von drei neuen Fachmärkten im Bereich des Lidl-Marktes an der Appelhülsener Straße/Kreisverkehr Schapdettener Straße kommt wieder auf die Tagesordnung. Es gibt einen neuen Projektentwickler, der seine Pläne in der kommenden Woche im Ausschuss für Gemeindeentwicklung vorstellen möchte.
Vor zwei Jahren schien das Projekt bereits in trockenen Tüchern zu sein. Es gab einen fertigen Bebauungsplan, der Abbruchbagger für das leer stehende Wohnhaus stand bereit, jedoch ereilte dem Projekt im letzten Moment das Aus. Offizielle Gründe dafür wurden von der damaligen Projektentwicklungsgesellschaft nicht genannt.
Nun gibt es mit der Prokonzept GmbH aus Nordwalde einen neuen Projektentwickler, der mit dem Lidl-und dem Nachbargrundstück Großes vorhat. Konkret geht es darum, den Lidl auf das Nachbargrundstück (derzeit Gartenfläche) zu verlagern. Das jetzige Lidl-Gebäude soll abgerissen werden und Platz machen für einen Neubau mit drei Fachmärkten (Drogerie, Textilien, Schuhe), geht aus den Unterlagen zur Ausschusssitzung hervor.
Die Prokonzept GmbH wird ihre Planung am 15. Februar (Mittwoch) im Ausschuss für Gemeindeentwicklung im öffentlichen Sitzungsteil vorstellen (19 Uhr, Bürgerzentrum Schulze Frenking in Appelhülsen).
Damit das Vorhaben verwirklicht werden kann, benötigt der Investor eine Bebauungsplanänderung beziehungsweise einen neuen Bebauungsplan für das Gelände.
Positiv für den Investor ist, dass sein Projekt genau den Zielen des Einzelhandelskonzepts der Gemeinde Nottuln entspricht. Der Lidl-Standort, der Teil des zentralen Hauptversorgungsbereiches ist, soll eine Ergänzungsfunktion zum historischen Ortskern erfüllen. Durch die Ansiedlung auch von zentrenrelevanten Einzelhandel soll es zu Synergieeffekten mit dem Hauptzentrum kommen.
Aus Sicht von Gewerbetreibenden im Ortskern sind solche Synergieeffekte aber nur pure Illusion. Auch die Rhodeplatz-Bebauung mit Edeka und Rossmann habe nicht zu der damals propagierten Stärkung des Ortskerns geführt.
Die Geschäftszentren Appelhülsener Straße (zwischen den Kreisverkehren) und der historische Ortskern entwickeln sich derzeit völlig unterschiedlich. An der Appelhülsener Straße wird Geld für den Aufbau von Handel und Wirtschaft in die Hand genommen. Deutlich wird dies an den Vorhaben Erweiterung/Neubau Hagebaumarkt, Neubau Bäckerei/Cafeteria/Getränkehandel Bodelschwinghstraße und Fachmarkt-Projekt (Lidl). Und im Ortskern? Hier wird in seniorengerechte Wohnungen investiert, wie die Maßnahmen Potthof/Niederstockumer Weg und Hinterbebauung Stiftsplatz zeigen. Das ist deutlich.
Ist der Ortskern als Einzelhandelsstandort also noch zu retten? Diese Frage beschäftigt natürlich vor allem die Gewerbetreibenden im Ortskern selbst. Sie sehen sich einem zunehmend schwierigeren Umfeld gegenüber. Leer stehende Ladenlokale an der Martin-Luther-Straße, am Potthof, an der Schlaunstraße oder am Kirchplatz, wo Mode Faltmann eine große Lücke hinterlassen hat, machen wenig Hoffnung. In der Kurzen Straße sucht das Stift Tilbeck eine Nachfolgelösung für seinen Laden Zickzack. Auch Sana M in der Kirchstraße steht zur Vermietung offen.
Schon macht sich bei dem ein oder anderen Einzelhändler Resignation breit. Es scheint so, als sei der wirtschaftliche Bedeutungsverlust des historischen Ortskerns nicht mehr aufzuhalten.
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