So., 30.12.2012

Bilanz der Kindernothilfe Nottuln Neue Projekte geben neuen Schwung

Nottuln - 

Zwei Projekte in Brasilien sowie eines in Tansania und eines auf Haiti – die Kindernothilfe Nottuln ist inzwischen an mehreren Stellen im Einsatz. Und wie nötig dieser ist, schildert Vorsitzender Erich Rump.

Seit fast 30 Jahren arbeitet die Kindernothilfe Nottuln e.V. dafür, Kindern und Jugendlichen in den ärmsten Regionen der Welt eine Chance und Lebensperspektiven zu geben.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt seit 1983 in Brasilien . Dort haben sich in den letzten Jahrzehnten die Verhältnisse erheblich geändert, schreibt Vorsitzender Erich Rump in seiner Bilanz. Sozial und politisch stabilisiert, gilt Brasilien inzwischen als zukünftiges Industrieland. „Doch trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs ist es noch immer so, dass eine gerechte Verteilung des Wohlstands in Brasilien nicht durchgesetzt werden kann“, weiß er. Elendsviertel und Straßenkinder gehören immer noch zum Alltag. Deshalb werden von Nottuln aus auch immer noch zwei Straßenkinderprojekte unterstützt.

Das Projekt „Nosso Lar“ in Juazeiro do Norte und das Projekt „Escola Sao Tiago“ in Joao Pessoa erhalten monatlich aus Nottuln Geldbeträge, um die pädagogische Betreuung der Kinder sicherzustellen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Jugendlichen und Kinder täglich ihre Mahlzeiten erhalten.

Im Projekt „Nosso Lar“ leistet zurzeit eine deutsche Studentin ihren Friedensdienst. Sie übersandte kürzlich ein schönes Foto mit Kindern vor einem selbst gebastelten Weihnachtsbaum. Der Baum trägt keinerlei Blätter und soll auf die schon acht Monate dauernde Dürre hindeuten. Letztmalig wurde eine solch lange Dürreperiode vor 30 Jahren notiert. Viele Menschen im Nordosten Brasiliens haben damit zu kämpfen.

Das Projekt „Nosso Lar“ finanziert sich zum größten Teil aus Spenden. Teilweise wird es von den örtlichen Behörden unterstützt. Doch plötzlich und völlig unerwartet hat die Stadtverwaltung in Juazeiro do Norte ihre monatlichen Zuschüsse ohne weitere Begründung eingestellt. Das Projekt hat bis vor einigen Tagen monatlich Geldbeträge erhalten, um wöchentlich 300 Kilo Obst und Gemüse einzukaufen und die Gehälter von drei Lehrern sicherzustellen. Diese Finanzlücke muss in den nächsten Monaten geschlossen werden. „Es wird der Kindernothilfe wahrscheinlich gelingen, auch einen Beitrag dazu zu leisten“, ist Erich Rump zuversichtlich. Das Projekt selber hat keine Reserven, und es wird überlegt, ob einzelne Lehrer für eine gewisse Zeit von der Arbeit freigestellt werden müssen. „Das wäre schlimm, da dann etwa 60 Kinder keine schulische Betreuung mehr erhalten.“

Andere Projekte der Kindernothilfe laufen neuerdings in Tansania und auf Haiti. „Diese Arbeit hat dem Verein eine neue Perspektive gegeben“, sagt Erich Rump. „Der Umgang mit neuen Situationen und neuen Kulturen war eine Erfahrung und hat uns vorangebracht.“

Aufgrund der guten persönlichen Kontakte nach Tansania zu Schwester Dr. Raphaela Händler und zu dem Jugendbildungszentrum in Jacmel in Haiti über Pater Roy ist gewährleistet, dass die dortige Arbeit direkt und unkompliziert von Nottuln aus gefördert wird. Diese Arbeit hat das Spendenaufkommen für die Projekte der Kindernothilfe im vergangenen Jahr um 20 Prozent erhöht.

Sonderaktionen der Kindernothilfe beschäftigen sich im nächsten Jahr hauptsächlich damit, dass das Jugendbildungszentrum in Haiti sichergestellt ist. In diesem werden 250 Jugendliche schulisch betreut. Etwa 150 von ihnen wohnen dort im Internat. Es handelt sich um Jugendliche, die Waisen oder Sozialwaisen sind und eine Bildung auf höchstem Niveau erhalten, die es ihnen ermöglicht, zukünftig in Haiti überleben zu können.

Haiti hat in den letzten Wochen durch die Wirbelstürme wiederum einen Rückschlag erlitten. Die internationale Hilfe bleibt trotz Versprechungen der Regierung aus. Das von Nottuln, Münster sowie von Pater Roy unterstützte Projekt sei einmalig, sagt Erich Rump, und sei nun auch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH – einem Unternehmen des Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit – als „förderungswürdig und vorbildlich“ eingestuft worden.

Dieses Projekt wird von drei Organisationen getragen: vom Verein „LVM - helfen verbindet Menschen“, dem Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungsarbeit und von der Kindernothilfe Nottuln. Diese Organisationen haben auch eine umfangreiche Broschüre über das Projekt in Haiti entwickelt, die bei der Kindernothilfe angefordert werden kann.

„Die Kindernothilfe möchte sich bei allen Nottulner Spendern und Förderern für die großzügige Unterstützung bedanken“, gibt Erich Rump diesen Dank auch im Namen aller Jugendlichen und Kinder weiter. „Durch den solidarischen Einsatz aus Nottuln geben wir den Kindern in Tansania, Brasilien und Haiti eine Perspektive und Hoffnung, in Zukunft ein glückliches und verantwortungsbewusstes Leben zu führen.“

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»Die Kindernothilfe möchte sich bei allen Nottulner Spendern und Förderern für die großzügige Unterstützung bedanken.«

Erich Rump

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