So., 29.12.2013

Kindernothilfe Nottuln Akzente der Hoffnung setzen

Nottuln - 

Seit über 30 Jahren versucht die Kindernothilfe Nottuln e.V. Kindern in der „Dritten Welt“ eine Perspektive zu geben. Die ersten von Nottuln aus unterstützten Projekte in Brasilien haben dazu beigetragen, dass die Lebensbedingungen sich dort erheblich verbessert haben. Aus diesem Grunde arbeitet die Kindernothilfe in den letzten Jahren auch in Afrika und Haiti.

„Das verheerende Erdbeben vom 12. Januar 2010 hat das Leben vieler Menschen in Haiti grundlegend verändert“, berichtet Erich Rump , Vorsitzender der Kindernothilfe . Auch fast vier Jahre später leben Millionen Menschen und insbesondere Kinder in notdürftigen Unterkünften. Es herrschen Hunger, Gewalt, Cholera sowie Bildungslosigkeit. Die Nahrungsmittelpreise explodieren, Arbeitslosigkeit ohne Perspektive bestimmt den Alltag.

Im Januar 2010 startete die Kindernothilfe von Nottuln aus eine Hilfsaktion. In den ersten Wochen konnten einem Kinder- und Jugendprojekt 50 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Dieses Projekt wurde inzwischen fertiggestellt. Im Bildungszentrum Jacmel wird ca. 300 Kindern und Jugendlichen die Chance zu einem Schulabschluss gegeben. Der Schulbetrieb läuft seit gut 18 Monaten erfolgreich. Nach dem Erdbeben in Haiti wollten viele Organisationen dort Veränderungen durchsetzen. Heute stelle man fest, so Rump, „dass viele Organisationen und NGOs sich aus Haiti zurückgezogen haben und ihren Versprechungen nicht nachkamen“.

„Die Veränderungen und die Dynamik der Realität in Haiti erfordern eine flexible Hilfe“, weiß Rump. So musste das Konzept des Bildungszentrums des Öfteren geändert werden, bis klar wurde, wie den Kindern und Jugendlichen am besten geholfen werden kann. Das Ziel war und ist es, „ein nachhaltiges und zukunftsschaffendes Projekt zu gestalten sowie mit dem Schlüssel der Bildung den Teufelskreis von Armut und Perspektivlosigkeit aufzubrechen“.

Vor wenigen Wochen war ein Mitarbeiter des Aktionskreises Pater Beda, mit dem zusammen die Kindernothilfe vor Ort tätig ist, in Jacmel. Er sollte klären, ob die Hilfe ankommt. Alle Erwartungen wurden erfüllt. Abrechnungen wurden vorgelegt. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass neben dem Schwerpunkt „Bildung“ auch noch Hilfe für die „Ernährung“ der Kinder und Jugendlichen ist. Der Mitarbeiter, der vor Ort tätig war, musste die traurige Erfahrung machen, dass Kinder und Jugendliche hungernd ins Bildungszen­trum kamen und auch, dass einige vor Erschöpfung und Hunger zusammenbrachen.

Dieses Erlebnis hat dazu geführt, dass nun von Deutschland aus versucht wird, die Ernährung der betreuten Kinder zu sichern. Die Nahrungsmittelpreise sind in Haiti explodiert. Fast jeder Familienvater muss sein ganzes Einkommen (sofern er eines hat) einsetzen, um Nahrungsmittel für seine Familie zu erwerben. Ein Teufelskreis, der aufgebrochen werden muss.

Ein weiteres Problem bleibt die Kindersklaverei. Die Kindersklaven sind größtenteils Mädchen. Sie werden „Restaveks“ genannt. Die Restaveks, Waisenkinder oder Kinder aus besonders kinderreichen Familien, werden im Alter von fünf bis sieben Jahren aus den Familien genommen. Es wird ihnen versprochen, dass sie in der Stadt bessere Möglichkeiten haben und Schulbildung erhalten. Tatsächlich werden sie in Familien als Sklaven vermittelt, werden geschlagen, sind unterentwickelt, unterernährt und werden sexuell missbraucht. Niemand kümmert sich um diese Kinder. Eine grausame Tradition, die in Haiti tief verwurzelt ist.

Das von Nottuln aus geförderte Bildungszentrum hat sich vorgenommen, die Restaveks im Internat aufzunehmen. Dies erfordert erhöhte Spendengelder, um Betreuungskräfte, Sozialarbeiter und Psychologen zu engagieren. Die Restaveks sind traumatisiert und ohne Schulbildung. Regelmäßige psychosoziale Betreuung und die gesundheitliche Versorgung müssen erbracht werden, damit die Kinder eine Perspektive bekommen.

Dieses Projekt ist in Haiti einzigartig. Für die haitianische Gesellschaft ist es unüblich, dass sich jemand um die Restaveks kümmert. „Die kommenden Projektjahre sind daher eine große und wichtige Herausforderung. Eine Herausforderung, die weitere Akzente der Hoffnung setzen kann“, sagt Erich Rump Die Kindernothilfe wäre deshalb dankbar, wenn dafür in Nottuln – wie bisher – gespendet würde. Bei beiden Nottulner Banken sind entsprechende Konten eingerichtet.

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Die Veränderungen und die Dynamik der Realität in Haiti erfordern eine flexible Hilfe.

Erich Rump

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