Di., 11.02.2014

Gymnasium Nottuln Schülerhaushalt wird spannend

Arbeitstreffen der Steuerungsgruppe für den Schülerhaushalt am Gymnasium

Arbeitstreffen der Steuerungsgruppe für den Schülerhaushalt am Gymnasium Foto: Ludger Warnke

Nottuln - 

Der Zeitplan steht: Am 18. Februar startet am Gymnasium Nottuln das Projekt Schülerhaushalt. 3000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Über deren Verwendung entscheiden die Schüler selbst.

Von Ludger Warnke

Der Wille zur Umsetzung ist zweifellos vorhanden. Als am Montagnachmittag die Steuerungsgruppe für das Projekt Schülerhaushalt am Gymnasium Nottuln zur ersten Sitzung zusammenkam, staunten die Erwachsenen. Die vier Schülervertreter Anton Schmidt-Eversheim, Stephan Badura, Hannah Zurhove und Carina Dirkes hatten sich schon ganz viele Gedanken zur Organisation gemacht, ja sogar schon erste Plakatentwürfe gefertigt.

3000 Euro, das ist die von der Gemeinde bereitgestellte Summe, über deren Verwendung die 503 Jungen und Mädchen des Nottulner Gymnasiums bei diesem Projekt selbst beschließen dürfen. „Es geht um unsere Vorschläge, über die wir selbst entscheiden“, ist Hannah Zurhove begeistert. Anton Schmidt-Eversheim ergänzt: „Es wird viel zu organisieren geben, aber es wird auch eine spannende Sache werden.“

Um organisatorische Fragen zu klären, war die Steuerungsgruppe zusammengekommen. Neben den vier Schülervertretern sind darin auch die SV-Lehrer Cornelia Hilgensloh und Arndt Tönnis, die Schulleitung mit Holger Siegler (Direktor) und Ralf Cyrus (Stellvertreter) und Beigeordneter Klaus Fallberg von der Gemeindeverwaltung. Sie erhielten am Montag Besuch von Anna Renkamp und Alexander Koop von der Bertelsmann Stiftung , die das Projekt im brasilianischen Recife entdeckt und nach Deutschland importiert hat. Mittlerweile sind es eine Handvoll Kommunen, die Geld für einen Schülerhaushalt zur Verfügung stellen. „Es ist toll, dass Nottuln dieses Projekt aufgreift“, betont Alexander Koop. Die Erfahrungen in den anderen Kommunen waren sehr positiv. Die Bertelsmann Stiftung gibt Tipps zur Organisation und bietet auch eine Internetplattform zur organisatorischen Abwicklung an, hält sich aber sonst aus den Abläufen heraus. Die Kinder und Jugendlichen sollen selbst ihre Erfahrungen mit dieser Form der Beteiligung und Mitentscheidung machen. Aus Sicht der Bertelsmann Stiftung gelingt dies am besten, wenn das Projekt jährlich durchgeführt wird.

Doch diese Entscheidung ist in Nottuln noch nicht aktuell. Zunächst geht es um die Gemeindepremiere am Gymnasium. Die Steuerungsgruppe legte den Zeitplan fest:

Am 18. Februar (Dienstag) gibt es zwei Auftaktveranstaltungen, in der alle Schüler umfassend informiert werden. Gleichzeitig startet die Vorschlagsphase. Bis zum 28. Februar können die Schüler Vorschläge auf einer dafür eingerichteten Internetplattform einreichen. Diese Vorschläge werden von der Gemeinde auf ihre realistische Umsetzung hin geprüft und mit einem Fachkommentar versehen. Vom 5. bis zum 11. März folgt eine Diskussionsphase, in der die Schüler sich intensiv mit allen Vorschlägen beschäftigen können. Abgestimmt wird dann am 12. März. Egal ob Fünftklässler oder Abiturient, alle haben die gleichen Stimmrechte.

Welche Vorschläge von den Schülern kommen werden, ist noch offen. Weil Schule heute nicht mehr nur ein reiner Lernort, sondern auch Lebensraum sei, kämen häufig Vorschläge, wie dieser Lebensraum angenehm gestaltet werden könne, berichtet Alexander Koop.

Nach Auskunft von Schulleiter Holger Siegler wird angestrebt, mindestens die ersten fünf Projekte zu realisieren. Darüber wollen die Schüler auch den Gemeinderat in dessen letzter Sitzung vor den Wahlen am 13. Mai informieren.

"

Es geht um unsere Vorschläge, über die wir selbst entscheiden.

Hannah Zurhove, Schülerin

"

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2217141?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F2580287%2F2580295%2F