Sa., 20.12.2014

Kindernothilfe Nottuln Aus der Sklaverei befreit

Nottuln - 

Die Kindernothilfe Nottuln unterstützt das Bildungszentrum im haitianischen Jacmel. Dort werden unter anderem auch einige „Restaveks“ betreut, Mädchen, die versklavt waren und nun eine neue Perspektive bekommen.

Seit Januar 2010 ist die Kindernothilfe Nottuln e.V. in Haiti im Einsatz und unterstützt dort das Bildungszentrum mit Internat „Stiftung Johannes Paul II“ in Jacmel. Das Zen­trum ist unter anderem auch mit erheblichen Spendengeldern aus Nottuln erstellt worden. „Wir leisten dort erfolgreiche Bildungsarbeit“, freut sich Erich Rump , Vorsitzender der Kindernothilfe.

In Jacmel werden Kinder und Jugendliche gefördert, um einen qualifizierten Schul- beziehungsweise Berufsabschluss zu erlangen. Das Bildungszentrum „Johannes Paul II“ ist eine private Schule, die keine staatliche Unterstützung erhält und nur mit Spendengeldern aus Deutschland unterhalten wird.

Die Schule geht einen neuen Weg: Sie unterrichtet die Kinder und Jugendlichen neben Französisch vor allem auf Kreolisch, der Muttersprache der Schüler. Diese Art der Pädagogik hat zu einem unerwarteten Erfolg geführt. Über 90 Prozent der Schüler des letzten Schuljahres haben ihre Prüfungen und Abschlüsse erfolgreich bestanden. Gleiches gilt für die Berufsschulkurse, die jetzt um das Fach Heizungs- und Sanitärtechnik erweitert wurden. Im Oktober 2014 startete das neue Schuljahr mit insgesamt 237 Schülern.

Das Bildungszentrum ist stolz darauf, in Haiti als erstes Projekt mit einem Tabuthema zu brechen, indem es Kindersklaven aufnimmt. In Haiti werden zum größten Teil junge Mädchen als Kindersklaven in fremden Familien untergebracht, berichtet die Kindernothilfe. Sie werden als „Restaveks“ bezeichnet.

Die Restaveks, Waisenkinder oder Kinder aus besonders armen und kinderreichen Familien, werden im Alter von fünf bis sieben Jahren aus den Familien genommen. Sie werden in Familien in Großstädten fernab von ihren Familien untergebracht. Den Mädchen wird versprochen, dass sie in der neuen Familie eine Schulbildung erhalten. Tatsächlich werden die Restaveks aber als Sklaven vermittelt. Sie werden geschlagen, sind unterentwickelt, unterernährt und werden sexuell missbraucht. Niemand kümmert sich um diese Kinder. Eine grausame Tradition, die in Haiti tief verwurzelt ist, wie Erich Rump weiß.

Als erstes Bildungszen­trum in Haiti hat jetzt das Bildungszentrum in Jacmel zehn Restaveks-Mädchen in dem dort eingerichteten Internat aufgenommen. Die Mädchen sind traumatisiert und ohne Schulbildung. Sie benötigen psychosoziale Betreuung und gesundheitliche Versorgung. Beides kann ihnen im Internat und im Bildungszentrum geboten werden. Sie erhalten eine neue Lebensperspektive.

Die im Bildungszentrum untergebrachten Restaveks-Mädchen können nicht mehr zurückkehren, denn sie haben keinen Kontakt zu ihrer Familie oder sind Waisen. Deshalb sind sie auf die komplette Versorgung durch das Bildungszentrum angewiesen. Dafür benötigt das Projekt Spenden aus Deutschland, unter anderem auch aus Nottuln.

„Das Ziel der Arbeit besteht darin, ein nachhaltiges und zukunftsschaffendes Projekt zu gestalten. Mit dem Schlüssel der Bildung soll der Teufelskreis von Armut und Perspektivlosigkeit aufgebrochen werden“, sagt Erich Rump. „Daran arbeitet die Kindernothilfe seit über 30 Jahren.“

Darüber hinaus unterstützt die Kindernothilfe weiter wie bisher zwei Kinder- und Jugendprojekte in Brasilien: Das Kinderförderungsprojekt Nosso Lar und die Schule Sao Tiago. In diesen Projekten werden ebenfalls Kinder und Jugendliche gefördert.

Des Weiteren werden Schwester Raphaela Händler monatlich Spendengelder zur Unterhaltung von Kindergärten in Ndanda und Kabuhima zur Verfügung gestellt. Das Geld setzt Schwester Raphaela ein für die Bezahlung der Erzieherinnen und Helferinnen vor Ort. Insgesamt sind in den beiden Kindergärten circa 800 Kinder untergebracht. Die Spenden aus Nottuln stellen die Lohnzahlungen sicher.

Rump: „Die Kindernothilfe Nottuln möchte sich recht herzlich für die Unterstützung aus der Nottulner Bevölkerung bedanken und hofft, dass wie bisher die Solidarität aus Nottuln für die Kinder nicht nachlässt.“

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