Fr., 31.07.2015

Angie Pfeiffer Gemacht aus Wirklichkeit und Fantasie

Angie Pfeiffer

Angie Pfeiffer Foto: Marita Strothe

Nottuln - 

Angie Pfeiffer ist kreativ und fleißig: Fünf Romane, 15 E-Books und mehr als 50 Kurzgeschichten hat sie bereits in Anthologien, Literaturzeitschriften und in der Tagespresse veröffentlicht

Von Marita Strothe

Fantasie hatte ich schon immer“, schmunzelt Angie Pfeiffer . „Bereits als Kind habe ich viel und gerne erzählt. Aber jetzt habe ich endlich ein Ventil dafür.“ Die ihrer Fantasie entspringenden Geschichten schreibt die Nottulnerin nämlich seit 2007 auf – und veröffentlicht sie.

Einer ihrer jüngsten Texte, „Phantomschmerz“, ist soeben in der Anthologie „Gemeinsam grundverschieden“ erschienen. Für diese Sammlung mit Männer- und Frauengeschichten, hatte der Schreiblust-Verlag mit Sitz in Dortmund zuvor eine Ausschreibung im Internet veröffentlicht, die über 300 Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zum Anlass genommen haben, ihre Arbeiten einzuschicken. Der Verlag hatte somit die Qual der Wahl und konnte sich für das Buch die Rosinen herauspicken.

Eine davon ist die Story, die Angie Pfeiffer beisteuerte: „Wenn sie in den Spiegel schaute, sah sie das Mädchen von damals. Zwischen ihren Augen und dem Spiegelbild lagen mehr als fünf Jahrzehnte.“ Mal aus Sicht der Frau, dann wieder aus der des Mannes beschreibt die Nottulnerin darin die Beziehung eines Paares, das sich bereits in jungen Jahren kennengelernt, aber über die Jahre nie richtig zusammengefunden hat. Und als die Frau sich schließlich ein Herz fasst und bei ihm anruft, erreicht sie nur noch dessen Sohn . . .

Angie Pfeiffer, geboren 1955, hat bisher fünf Romane, 15 E-Books und mehr als 50 Kurzgeschichten in Anthologien, Literaturzeitschriften und der Tagespresse veröffentlicht. Ans Schreiben sei sie als Radio-Hörerin von WDR2 gekommen, erinnert sich die Autorin. Dort gab es 2007 einen Aufruf: Man plante ein Buch mit dem Titel „Die schönsten Liebesgeschichten aus NRW“. Kurzentschlossen brachte Pfeiffer zu Papier, wie sie ihren zweiten Mann lieben gelernt hatte. Ihr Text wurde angenommen und im Buch „Manchmal werden Orte zufällig romantisch“ veröffentlicht. „Mein Liebster hat mir danach gut zugeredet, doch mit dem Schreiben weiterzumachen“, erinnert sich die Autorin.

Die gebürtige Gelsenkirchenerin, die seit 20 Jahren im Münsterland und seit 15 Jahren „mit meiner neuen Liebe“ in Nottuln lebt, hatte zu der Zeit auch ein wenig Ahnenforschung betrieben. Ihre Familie väterlicherseits hatte sie dabei bis in das Jahr 1720 zurückverfolgen können. „Das ist eine spannende Sache, denn hinter jedem Namen verbirgt sich eine Geschichte, ein Leben, in dem gelitten, gelacht, geweint und geliebt wurde“, stellte sie fest.

Und so wurde ihre eigene Familiengeschichte dann auch zum Grundstock für ihren ersten Roman „Ruhrpottadel“, in dem sie Autobiografisches mit Fantasie vermischt hat. Mittlerweile hat sie ihre Ruhrpottsaga mit dem vierten Buch abgerundet. Dabei habe sie sich einiges von der Seele geschrieben, das lange verschüttet war, sagt sie.

„Wenn ich eine Geschichte anfange, weiß ich meist noch nicht, wie sie zu Ende geht“, verrät die Autorin über ihre Art zu schreiben. Meist habe sie eine Begebenheit oder Personen vor Augen, die sie dann in eine Story einfließen lasse. So beschreibt sie in ihrem zweiten Buch (www.relativ-verliebt.de), was „frau“ so alles passieren kann, wenn sie sich auf das Abenteuer „Männersuche per Internet“ einlässt. „Das ist unsere Geschichte“, verrät sie lachend. Selbst Murphy, einer ihrer Dackel, hat den Weg in ein Buch von ihr gefunden.

Und bei der ganz neuen Kindergeschichte „Kaperfahrt auf dem Nonnenbach“, die vom Papierfresserchen-Verlag in der Anthologie „Geschichten aus der Badewanne“ erschienen ist, habe sie ihren Nachbarsjungen vor Augen gehabt.

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