Do., 03.12.2015

Gymnasium Nottuln „Davon profitieren beide Seiten“

Die Orgelspende vom Martinimarkt überreichte Bürgermeisterin Manuela Mahnke (l.) an Christine Kuthe und Schulleiter Holger Siegler. Das Geld soll für Unterrichtsmaterialien in der Auffangklasse eingesetzt werden.

Die Orgelspende vom Martinimarkt überreichte Bürgermeisterin Manuela Mahnke (l.) an Christine Kuthe und Schulleiter Holger Siegler. Das Geld soll für Unterrichtsmaterialien in der Auffangklasse eingesetzt werden. Foto: Frank Vogel

Nottuln - 

Das Gymnasium Nottuln hat eine Auffangklasse für Flüchtlinge eingerichtet. Das Modell, das an der Schule gefahren wird, hat viel Lob bekommen. Jetzt gab es auch noch einen finanziellen Zuschuss.

Von Frank Vogel

Eine Vorreiterrolle hat das Gymnasium Nottuln eingenommen: „Im Moment sind wir noch das einzige Gymnasium im Kreis Coesfeld, das eine Auffangklasse für Flüchtlingskinder gebildet hat.“ Schulleiter Holger Siegler sagt das nicht ohne Stolz. Als die Bezirksdirektorenkonferenz jetzt in Nottuln tagte, habe man das Konzept vorgestellt und sei sehr dafür gelobt worden. Dieses Lob gibt Siegler nicht nur an die beiden für die Klasse zuständigen Lehrerinnen, Christine Kuthe und Sarah Tenberge, weiter, sondern auch an die Referendare und Praktikanten, an die ehemaligen Lehrer, Eltern und Schüler, die sich alle mit einbringen. „Da ist ein ganz großes Engagement, über das wir uns sehr freuen.“

Vor allem, dass die Schülerinnen und Schüler sich um die Flüchtlinge kümmern, sei nicht selbstverständlich und ausgesprochen schön zu sehen. „Von diesem Engagement profitieren beide Seiten: Die Schüler der Auffangklasse fühlen sich bei uns richtig wohl, und unsere Schüler gewinnen interkulturelle Kompetenz“, erklärt Christine Kuthe.

Das Leistungsspektrum der Schüler in der Auffangklasse, die zwischen elf und 17 Jahre alt sind, ist gewaltig. Es reicht von Jugendlichen, die das Potenzial haben, einen Abschluss zu schaffen, bis zu solchen, die besonderen Förderbedarf haben. Nicht alle sind für das Gymnasium geeignet, aber man könne diese Schüler, wenn sie vorbereitet worden sind, auch zur Liebfrauenschule schicken. „Die Kooperation läuft hier wie immer sehr gut“, lobt Holger Siegler die Zusammenarbeit der Schulen.

Die Flüchtlinge haben 15 Stunden in der Woche Unterricht in der Auffangklasse, lernen Deutsch und inzwischen auch Englisch und Mathematik. Weitere 15 Stunden werden sie ihrem Alter entsprechend auf die Regelklassen verteilt. Dort können sie die Kontakte zu den hiesigen Schülern aufbauen oder verbessern und ihre sprachlichen Fähigkeiten anwenden. Lehrer Wilm Schmitz bemüht sich darüber hinaus darum, den Flüchtlingen durch Praktika bei der Berufsfindung unter die Arme zu greifen.

„Ganz toll“, findet Bürgermeisterin Manuela Mahnke das Engagement der Schule. Und um dieses zu unterstützen hatte sie als Verwendungszweck für die traditionelle Orgelspende, die die Schausteller ihr zur Eröffnung des Martinimarktes überreicht hatten, die Unterstützung der Auffangklasse bestimmt. 300 Euro konnte sie Christine Kuthe und Holger Siegler überreichen. Für das Geld sollen Unterrichtsmaterialien angeschafft werden. Sie war sich mit den beiden Pädagogen einig: „Das ist eine gute Investition in die Zukunft der Kinder.“

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