Lokale Wirtschaft
Kohlebrand verbindet mit der Geschichte

Nottuln -

„Made in Nottuln“ ist auch im Dortmunder U-Viertel gefragt. Mit Klinkern von Hagemeister wurde dort eine ganz besondere Gebäudefassade kreiert.

Mittwoch, 09.11.2016, 06:11 Uhr

Das Parkhaus: Die vertikalen Öffnungen gewährleisten nicht nur eine optimale Belüftung, sondern wirken auch als gestalterisches Element, das durch die Klinkerverkleidung noch unterstützt wird.
Das Parkhaus: Die vertikalen Öffnungen gewährleisten nicht nur eine optimale Belüftung, sondern wirken auch als gestalterisches Element, das durch die Klinkerverkleidung noch unterstützt wird. Foto: Hagemeister

Wo einst der Duft von Hopfen und Malz die Gebäude der Union Brauerei am westlichen Rand der Dortmunder Innenstadt füllte, wimmelt es jetzt von Schülern und Kunstinteressierten. Das Dortmunder U-Viertel ist durch die Neukonzeption des Geländes zu einer Landmarke geworden, die das Zentrum mit der westlichen Innenstadt verbindet. Das Büro Gerber Architekten wählte zur Unterstützung des ursprünglichen Charakters des U-Viertels einen ziegelroten Kohlebrandklinker der Sortierung „ Witten “ des Nottulner Klinkerwerks Hagemeister. Das traditionelle Brennverfahren wurde jüngst in dieser Zeitung erläutert: Es sorgt für die charakteristische, dabei aber nicht umweltschädliche schwarze Rauchfahne.

Zwischen 2008 und 2010 hatten Gerber Architekten bereits den U-Turm zu einem Zen­trum für Kunst und Kreativität umgebaut. Ihre Erfahrungen konnten sie jetzt erneut einbringen. Auf rund 20.000 Quadratmetern entstand so eines der größten Schulzen­tren in Deutschland . Zwei Berufskollegs in unterschiedlichen Gebäuden stellen äußerlich die Divergenz innerhalb der beruflichen Weiterbildung dar, sind aber dennoch durch Gemeinschaftsräume miteinander verbunden.

Darüber hinaus gibt es ein siebengeschossiges Bürogebäude, das gemeinsam mit dem U-Turm den Eingangsbereich zum Viertel bildet. Im Sockelgeschoss befindet sich die öffentliche Parkgarage. Über drei Ebenen verläuft eine offene Fassade. Die vertikalen Öffnungen der einzelnen Parkgeschosse sind ein gestalterisches Element, das durch die Klinkerlisenen (Mauerblende) noch unterstützt wird.

Die Hagemeister-Sortierung „Witten“ betont durch ihre Materialität den historischen Charakter des U-Viertels. Stark durch den klassischen Kohlebrand gezeichnet, erhalten die Klinker eine raue Optik, die an alte Ziegel aus den Anfängen der Industrialisierung erinnert. So wirkt es, als sei die Fassade über Jahrzehnte natürlich gealtert. An einigen dieser Aufbrüche unterstützen helle Ablagerungen den Schein des Alterungsprozesses.

Die Farbgebung zieht sich aber nicht nur durch das neu geschaffene Schul- und Büroensemble, sondern greift auch die Farbe des U-Turms auf und findet sich ebenso in den rötlichen Pflastersteinen der Außenanlage wieder. „Eingesetzte Materialien und ihre Farbigkeit im Innen- und Außenraum spielen für das als harmonisch wahrgenommene Ganze eine wichtige Rolle, sie erzeugen ein Stimmungsbild, das unser Wohlbefinden beeinflusst“, hebt Prof. Dipl.-Ing. Eckhard Gerber, der ausführende Architekt, hervor. Mit der Wahl des Klinkers ist es den Architekten gelungen, die Zusammengehörigkeit der verschiedenen Areale zu unterstreichen und das neue Viertel als Einheit zu präsentieren.

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