Mi., 11.01.2017

Schulbusverkehr Über zwei Stunden Verspätung

Engpass Burgstraße: Der Opel-Kombi am linken Bildrand und der rote Golf rechts parken so ungünstig, dass der Schulbus nicht mehr durchkommt. Und weil die untere Burgstraße (im Hintergrund) ebenfalls stark zugeparkt ist, kann der Bus auch nicht mal eben zurücksetzen. Bild rechts: Der Bauhof stellt neue Halteverbotsschilder in der Burgstraße auf. Ob es bei dieser Lösung bleibt, ist noch offen.

Engpass Burgstraße: Der Opel-Kombi am linken Bildrand und der rote Golf rechts parken so ungünstig, dass der Schulbus nicht mehr durchkommt. Und weil die untere Burgstraße (im Hintergrund) ebenfalls stark zugeparkt ist, kann der Bus auch nicht mal eben zurücksetzen. Bild rechts: Der Bauhof stellt neue Halteverbotsschilder in der Burgstraße auf. Ob es bei dieser Lösung bleibt, ist noch offen. Foto: Ludger Warnke

Nottuln - 

Es ist kaum zu glauben: Zwei Stunden und zehn Minuten steckte am Mittwoch ein 14 Meter langer Schulbus in der Burgstraße fest. Der Grund: parkende Autos.

Von Ludger Warnke

„Wie lange dauert das noch?“ Diese Frage von Schülern hört Busfahrer Berisha Milazim am Mittwochmittag ganz oft. Der Schulbus von Nottuln nach Appelhülsen steckt in der Burgstraße fest. Kommt wegen geparkter Autos weder vor noch zurück. „Nicht mehr lange, es geht bald weiter“, versucht Milazim die Kinder aufzumuntern. Dennoch: Geduld ist gefordert. Kaum zu glauben, aber tatsächlich wahr: Satte zwei Stunden und zehn Minuten steht der Schulbus in der Burgstraße, ehe er seine Fahrt fortsetzen und die rund 40 Schüler, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bus befinden, nach Hause bringen kann.

Seit die Schulbushaltestellen von der Hagenstraße in die Burgstraße verlegt worden sind, haben Kritiker dieser Lösung beinahe täglich mit so einem Vorfall gerechnet. Denn die Burgstraße ist oftmals regelrecht zugeparkt. Dabei war es kein Vorschlag der Liebfrauenschule, die Schulbusse durch die Burgstraße zu führen. Diese Lösung ist vielmehr aus der Diskussion heraus mit Behörden, Polizei und Verkehrsunternehmen entstanden und wird seit Anfang des Schuljahres auch so umgesetzt.

Busfahrer Berisha Milazim kennt die Strecke ganz genau. „Bislang ist alles gut gegangen. Manchmal war es aber schon recht knapp“, erzählt er. Als er am Mittwoch (11. Januar) um 12.30 Uhr in die Burgstraße einfährt, ist es zu knapp. In der Kurve am ehemaligen Malergeschäft Knaup stehen die geparkten Autos so ungünstig, dass der 14 Meter lange Schulbus schließlich steckenbleibt, obwohl Milazim mehrmals rangiert hat.

Er informiert die Zentrale bei seinem Arbeitgeber, dem Unternehmen Elpers, das im Auftrag der RVM die Schülerbeförderung ausübt. Wie das Unternehmen Elpers auf WN-Anfrage erklärte, habe man sofort die Polizei angerufen. Die habe aber mitgeteilt, dass sie für den ruhenden Verkehr nicht zuständig sei, und empfohlen, sich an das Ordnungsamt zu wenden. Als das Unternehmen dort anruft, ist bereits Mittagspause. „Wir haben nur eine Bandansage bei der Gemeinde gehört“, schildert die Firma. Durch Zufall habe man dann eine Handynummer des Ordnungsamtes herausgefunden und das Amt endlich informieren können. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes rücken sofort aus, treffen um 13.30 Uhr am Schulbus ein.

Ab ins Trockene: Schüler kommen von der Haltestelle Liebfrauenschule zum Bus gerannt. Das Warten im Regen macht keinen Spaß.

Ab ins Trockene: Schüler kommen von der Haltestelle Liebfrauenschule zum Bus gerannt. Das Warten im Regen macht keinen Spaß. Foto: Ludger Warnke

In der Zwischenzeit hat Berisha Milazim den vier Grundschülern, die von Anfang an in seinem Bus sitzen, bereits sein privates Handy gegeben, damit diese ihre Eltern in Appelhülsen und in Buxtrup informieren können. Auch geht er zur rund 300 Meter entfernten Bushaltestelle an der Liebfrauenschule, um den dort im Regen wartenden Schülern mitzuteilen, dass der Bus weiter unten in der Burgstraße steht und die Schüler natürlich im trockenen und warmen Bus warten können.

„Am meisten tun mir die Grundschüler leid“, erzählt er mit Blick auf die Uhr. Die Zeit verstreicht weiter. Eigentlich sollte er schon auf der zweiten Tour Nottuln – Appelhülsen sein. Über 100 Fahrschüler müssen sich andere Lösungen suchen.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben bereits kurz nach Eintreffen über die Kfz-Kennzeichen die Halter der störenden Fahrzeuge ermittelt, können diese aber nicht erreichen. Der Abschleppdienst muss her. Pech: Alle drei in Frage kommenden Dienste melden, dass ihre Fahrzeuge bereits im Einsatz seien. Man müsse sich gedulden.

Zwischenzeitlich kommen auch einige Eltern und holen ihre Kinder aus dem Bus. Begeistert sind die Eltern nicht. Ältere Schüler haben sich zum Teil selbst zu Fuß auf den Weg gemacht, lassen sich unterwegs abholen. Und dazwischen immer wieder Autofahrer, die die Burgstraße passieren möchten, aber wegen des Busses umkehren müssen.

Der Bauhof stellt neue Halteverbotsschilder in der Burgstraße auf. Ob es bei dieser Lösung bleibt, ist noch offen.

Der Bauhof stellt neue Halteverbotsschilder in der Burgstraße auf. Ob es bei dieser Lösung bleibt, ist noch offen. Foto: Ludger Warnke

Vor Ort ist nun auch Daniel Krüger, zweiter Betriebsleiter der Gemeindewerke und zuständig für das Straßenwesen in der Gemeinde. Er lässt den Bauhof mit mobilen Schildern ein weiteres, absolutes Halteverbot ausschildern, damit die Schulbusse in der Burgstraße in den nächsten Tagen besser durchkommen. Eine provisorische Lösung, denn endgültig anordnen kann das nur die Kreisverwaltung. Mit der wird die Gemeinde nun sprechen.

Um 14.25 Uhr ist endlich ein Abschleppdienst vor Ort und beginnt mit der Arbeit.

Es vergehen noch mehrere Minuten, als sich eine andere Lösung ergibt: In der unteren Burgstraße hat sich die Zahl der geparkten Fahrzeuge so stark verringert, dass der Bus rückwärts bis zum Gasthaus Denter fahren kann.

Um 14.40 Uhr kann der Bus endlich seine Fahrt fortsetzen.

Um 14.40 Uhr kann der Bus endlich seine Fahrt fortsetzen. Foto: Ludger Warnke

14.40 Uhr: Über die Straße Kastanienplatz kann Busfahrer Berisha Milazim endlich seine Fahrt fortsetzen und die letzten rund 40 Kinder nach Hause bringen.

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