Mi., 01.02.2017

Pazifismus-Vortragsreihe „Teilen statt töten“

Gut besucht war die Auftaktveranstaltung zur Pazifismus-Reihe in Nottuln. In der Alten Amtmannei sprach Peter Bürger zum „Märchen vom menschenfreundlichen Krieg“.

Gut besucht war die Auftaktveranstaltung zur Pazifismus-Reihe in Nottuln. In der Alten Amtmannei sprach Peter Bürger zum „Märchen vom menschenfreundlichen Krieg“. Foto: Iris Bergmann

Nottuln - 

Für neue Wege bei der Konfliktbewältigung plädierte der Theologe und Publizist Peter Bürger. Zum Start der Pazifismus-Vortragsreihe nahm sich Bürger das „Märchen vom menschenfreundlichen Krieg“ vor.

Von Iris Bergmann

„Pazifisten werden nicht selten als Träumer belächelt“, begrüßte Jürgen Hilgers am Montagabend die zahlreichen Zuschauer, die sich den ersten Vortrag der kleinen Pazifismus-Reihe der drei Organisationen Friedensinitiative Nottuln, Attac Kreis Coesfeld und Pax-Christi-Diözesanverband Münster anhören wollten. Dass der Referent des Abends, Peter Bürger , alles andere als ein Träumer ist, bewies er nicht nur mit Faktenwissen, sondern zeigte auch einen möglichen Weg auf, der vom sogenannten „menschenfreundlichen Krieg“ zu pazifistischen Möglichkeiten führt.

Fast alle Plätze im großen Raum der Alten Amtmannei waren besetzt und der studierte Theologe und Publizist verstand es, die Zuhörer bei der Stange zu halten, um „Das Märchen vom menschenfreundlichen Krieg“ – wie der Titel des Abends lautete – zu erzählen.

Zum Einstieg zählte er die „menschenfreundlichen Kriegsschauplätze“ der letzten Jahrzehnte auf. Angefangen mit dem Zweiten Weltkrieg über Kuwait, Somalia, den Völkermord in Ruanda, Jugoslawien und Kosovo bis hin zu Afghanistan, Irak und Libyen. Sprach über die Lügen, die dem UN-Sicherheitsrat aufgetischt wurden und werden, um Einsätze zu rechtfertigen, nannte Zahlen, wie viel für den jeweiligen militärischen Einsatz ausgegeben wurde, und stellte dem die geringe Summe der Ausgaben für humanitäre Hilfen gegenüber.

Sein Fazit: „Es sind bei allen Interventionen keine menschenfreundlichen Akteure mit redlichen Absichten und funktionierenden Lösungswegen in Sicht.“

Dem entgegen stellte Peter Bürger eine pazifistische Alternative, in der es zunächst einmal „teilen statt töten“ heißen sollte. Ohne Abschied vom „Mammon-Macht-Militär-Imperium“ sei kein Friede möglich. Er forderte eine durchgreifende UNO-Reform, vor allem im Bereich der Budgets, sodass mehr für humanitäre Belange zur Verfügung steht. Bürger sieht die UNO als Instrument zur Beilegung von Krieg und Völkermord.

Über allem jedoch stehe: „Wir sollten unser klares Denken behalten“, bat er seine Zuhörer am Ende, denn: „Verschwörungen gibt es schon genug.“

Peter Bürger hatte an diesem Abend aber auch eine hoffnungsvolle Nachricht für seine Nottulner Zuhörer mitgebracht: „Die riesige Mehrheit ist gegen Krieg!“

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