Pazifismus-Reihe
Nicht blauäugig, sondern rational

Nottuln -

Zum dritten Vortragsabend der Pazifismus-Reihe hatten sich 60 Zuhörer eingefunden, die engagiert diskutieren.

Freitag, 24.02.2017, 19:02 Uhr

Andreas Zumach (l.) wurde von Moderator Joachim Gogoll begrüßt.
Andreas Zumach (l.) wurde von Moderator Joachim Gogoll begrüßt. Foto: Günther Kuhr

Dass Pazifisten nicht blauäugig sind, nicht realitätsfremd, gar träumerisch durch die Welt gehen, das wurde jetzt auf der von Friedensinitiative Nottuln (FI), Attac Kreis Coesfeld und Pax-Christi-Diözesanverband Münster gemeinsam organisierten Veranstaltung in der voll besetzten Alten Amtmannei deutlich. Zum dritten Vortragsabend der Pazifismus-Reihe hatten sich 60 Zuhörer eingefunden , die engagiert diskutieren, sich mit den aktuellen Krisen auseinandersetzten, rational Möglichkeiten von Lösungsstrategien analysierten und um politische Positionen rangen.

„Das ist verantwortbarer politischer Pazifismus“, bezeichnete der Referent des Abends, Andreas Zumach , diesen Prozess. Das Dilemma des Pazifismus benannte gleich zu Beginn der erste Diskussionsbeitrag: Konflikte werden nicht rechtzeitig erkannt, eskalieren und schlagen um in Gewalt. In dieser Situation hätten dann gewaltfreie Lösungsstrategien kaum noch eine Chance, ernsthaft wahrgenommen zu werden.

Welche Anforderungen an einen wirksamen Pazifismus zu stellen sind, dazu setzte Referent Zumach Marken: „Oberste Priorität für Pazifisten über die eigene Weigerung zum Einsatz von Gewalt hinaus ist das aktive politische Engagement für die Schaffung, Stärkung und den rechtzeitigen Einsatz ziviler Instrumente zur Bearbeitung von Konflikten.“

Zumach benannte Instrumente zur Früherkennung von Konflikten, zur Prävention ihrer gewaltsamen Eskalation, zu ihrer Deeskalation, zur Überwindung der Konfliktursachen. Eine Rolle spiele auch die Nachsorge für die Opfer der Konflikte und für den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur. Hier müssten Pazifisten immer wieder die vorherrschende militärgestützte Politik kritisieren und Impulse setzen.

Zumach warnte aber auch vor einem „einäugigen Pazifismus“: „Oberstes Gebot ist es, den Einsatz und die Androhung militärischer Gewaltmittel ausnahmslos zu kritisieren, egal, wo und durch wen sie stattfindet.“ Wirksamer Pazifismus erkenne aber auch, dass es Ausnahmesituationen gibt, in denen Gewalt eine Option sei: bei Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

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Alle Vorträge können per Video im Internet nachverfolgt werden: www.fi-nottuln.de

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