Pazifismus-Reihe
Rückkehr zur Vernunft

Nottuln -

„Entzieht Krieg und Gewalt nicht nur die Legitimation, sondern auch die Grundlagen!“ Das forderte Clemens Ronnefeld bei der vierten Veranstaltung der Pazifismus-Reihe in Nottuln.

Mittwoch, 08.03.2017, 18:03 Uhr

Eine Rückkehr zur Vernunft forderte Clemens Ronnefeldt in seinem Vortrag. Die anschließende Diskussion leitete Ingeborg Bispinck-Weigand (FI).
Eine Rückkehr zur Vernunft forderte Clemens Ronnefeldt in seinem Vortrag. Die anschließende Diskussion leitete Ingeborg Bispinck-Weigand (FI). Foto: Günter Kuhr

Pazifismus – das ist nicht nur die Ablehnung von Krieg und Gewalt, das meint nicht nur den Einsatz für absolut gewaltfreie Lösungsstrategien. Abgeleitet von den lateinischen Begriffen „pax“ (Frieden) und „facere“ (machen, tun), steht Pazifismus für eine ethische Grundhaltung, die anpackt, die eingreift, die sich für einen dauerhaften Frieden engagiert. In diesem Sinne forderte Clemens Ronnefeldt in der Alten Amtmannei die zahlreichen Teilnehmer an der Reihe „Pazifismus“ auf, wachsam zu sein, sich einzumischen und sich zu engagieren für eine zukunftsfähige Welt, in der alle Menschen gerecht leben und Perspektiven für sich und ihre Kinder entwickeln können, berichtet die FI Nottuln in einer Pressemitteilung.

„Globale Eskalation oder Rückkehr zur Vernunft “ – hieß der Vortrag, zu dem die Friedensinitiative Nottuln (FI), Attac Coesfeld und der Diözesanverband Pax Christi Münster eingeladen hatten. Es war die vierte Veranstaltung zum Thema „Pazifismus – Möglichkeiten und Grenzen einer Alternative“.

Mit vielen Fotos und Grafiken untermalt, warf Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim Internationalen Versöhnungsbund, einen „systemischen Blick“ auf die Welt. Die Quintessenz: „Die gegenwärtigen Konflikte schaukeln sich gegenseitig hoch, eskalieren in einem immer schnelleren Tempo. Die Steigerungskurve der Konflikte ist exponentiell.“ Ronnefeldt: „Diese Konflikte lassen sich nicht militärisch lösen. Militär beschleunigt die Konflikte.“

Wirksame Lösungen gebe es nur, wenn an den Ursachen angesetzt werde. Der Referent schlug einen großen Bogen über die gegenwärtigen Entwicklungen – Kriege und Krisen, Klimaveränderungen, Verteilung der Ressourcen, Armut und unendlicher Reichtum, Rüstung und Militär, Arbeitslosigkeit, Fluchtbewegungen. Die Analysen und Daten dazu können auf der Internetseite der FI Nottuln nachgelesen werden. Der Vortrag ist dort eingestellt.

Besonders ausführlich ging Ronnefeldt auf die Situation im Mittleren und Nahen Osten ein und forderte „eine Rückkehr zur Vernunft“. Das bedeute Entwicklungsarbeit für diese Region und einen Friedensplan, der die Lebensbedingungen der Menschen verbessere.

Aufgabe einer pazifistisch orientierten Politik sei es, der derzeitigen globalen Eskalation zu begegnen. Ronnefeldt: „Entzieht Krieg und Gewalt nicht nur die Legitimation, sondern auch die Grundlagen!“

 

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