Mo., 19.06.2017

Kommunalpolitik „Grundsätzlicher Überarbeitungsbedarf“

Auf dieser Fläche an der Dülmener Straße soll das neue Baugebiet entstehen. 

Auf dieser Fläche an der Dülmener Straße soll das neue Baugebiet entstehen.  Foto: Ludger Warnke

Nottuln - 

Die Nottulner Grünen kritisieren die vorgelegen Planentwürfe für das Neubaugebiet „Südlich Lerchenhain“. „Dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum ist nicht zu erwarten“, erklären die Grünen.

Von Frank Vogel

Die Grünen sind mit den Mitte Mai vorgestellten Planungen zum neuen Wohngebiet „Südlich Lerchenhain“ nicht einverstanden. „Wir sehen grundlegenden Überarbeitungsbedarf“, schreiben sie in einer Stellungnahme zu den insgesamt drei Varianten, die vom Büro Wolters­Partner Architekten & Stadtplaner GmbH) präsentiert worden waren, und fordern, ihre Überlegungen dazu in die weitere Sitzungsfolge einfließen zu lassen.

Zusammengefasst kritisieren die Grünen: „Die vorgelegte Planung widerspricht den wohnungswirtschaftlichen Ansprüchen, die an ein neues Wohngebiet in unserer Gemeinde zu stellen sind. Dem Flächenfraß wird kein Einhalt geboten. Dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum ist nicht zu erwarten. Das Wohngebiet wird die Zunahme des Individualverkehrs fördern. Ein Entwurf, der Stadtraum gestaltet, ist leider nicht vorgelegt worden.“

„Die Planungen basieren auf einer möglichst wirtschaftlichen Anordnung der Baugrundstücke und nicht auf einer städtebaulichen Gestaltung“, kritisieren die Grünen. Damit sei das Wohngebiet austauschbar und habe keine besondere Qualität. „Dafür sollte uns unser Außenbereich zu schade sein.“

Außerdem sei „dringend zu empfehlen“ das Wohngebiet für Fußgänger und Radfahrer nicht nur von der Dülmener Straße zu erschließen, sondern zumindest die Möglichkeit eines Fußweges zum Wohngebiet Lerchenhain zu nutzen. Diese Möglichkeit finde sich in einer der im Gemeindeentwicklungsausschuss vorgestellten Varianten wieder.

Die Gemeindeverwaltung fordern die Grünen auf, die Kosten für die geplante Verlegung des bestehenden Kanals zu eruieren. „Vielleicht ist es besser, die Trasse für einen zusätzlichen Fußweg zur Dülmener Straße zu nutzen.“

Ein Fußwege- und Freiraumkonzept sei nicht erkennbar. „Die Flächen für Spielplatz, Regenrückhaltebecken und Ausgleichsmaßnahmen sollten für eine Freiraumgestaltung genutzt werden, die Spiel und Erholung in dem Wohngebiet im Erlebnisraum ermöglicht und nicht nur dem reinen notwendigen Flächennachweis dient.“

Bei den Mehrfamilien- und Reihenhäusern fehlen die Angaben zum ruhenden Verkehr, haben die Grünen festgestellt. „Dieser ist zu gestalten und nicht dem Zufall zu überlassen.“

Schließlich ist den Grünen aufgefallen, dass es bei allen vorgestellten Entwürfen etliche Grundstücke mit Nordostgärten gibt. „Dafür gibt es keine sinnvolle Begründung. Diese sind nach Möglichkeit zu vermeiden.“

Zudem fehlen den Grünen Aussagen zum Fuß- und Radverkehr sowie zur Vernetzung des Wohngebietes mit dem ÖPNV und die Einbindung in die bestehende Infrastruktur.

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