Hale-Bopp-Big-Band
Ein Abenteuer für alle

Nottuln -

Für Trompeter Hans von Lützau ist es vor allem auch ein Wiedersehen mit alten Freunden. Für alle aber ein Abenteuer: Die Hale-Bopp-Big-Band bricht am Dienstag (8. August) nach Ecuador auf.

Sonntag, 06.08.2017, 19:08 Uhr

Eine lustige Truppe: Die Mitglieder der Hale-Bopp-Big-Band sind für jeden Spaß zu haben. Hier setzen sie sich dynamisch in Szene. Auch in Ecuador wollen die Musikerinnen und Musiker für gute Stimmung sorgen.
Eine lustige Truppe: Die Mitglieder der Hale-Bopp-Big-Band sind für jeden Spaß zu haben. Hier setzen sie sich dynamisch in Szene. Auch in Ecuador wollen die Musikerinnen und Musiker für gute Stimmung sorgen. Foto: Iris Bergmann

„Wir sind sehr gespannt. Denn wir wissen nicht, was uns erwartet.“ Hans von Lützau, Trompeter und Vorsitzender der Hale-Bopp-Big-Band, und seine 17 musikalischen Mitstreiter haben Großes vor: eine Tournee durch Ecuador.

Ecuador – wie kommt man denn darauf? Zur Beantwortung der Frage hilft ein Blick zurück. Von 1972 bis 1975 arbeitete Hans von Lützau, gelernter Zimmermann, als Entwicklungshelfer in dem südamerikanischen Andenstaat. Eine prägende Zeit für ihn. Etliche Male war der Nottulner seitdem in Ecuador, hat dort immer noch alte Freunde.

Und so hatten er und andere Bandmitglieder schon lange die Idee im Hinterkopf, für einen musikalischen und kulturellen Austausch Kontakt zu einer Big Band oder Brass Band aus Ecuador zu knüpfen. Anlässlich einer Europatournee der Brass Band del Ecuador aus Quito im Sommer 2015 war es dann soweit: ein erster Kontakt kam zustande. Ein Jahr später folgten fünf Konzerte der Brass-Band sowie zwei gemeinsame Auftritte mit der Hale-Bopp-Big-Band im Münsterland, unter anderem in Darup (wir berichteten).

Und jetzt kommt der Gegenbesuch. Von Dienstag (8. August) bis zum 26. August sind die Musiker – die von weiteren sieben Familienmitgliedern und Freunden begleitet werden – in Südamerika. Intensiv haben sich Bandleader Josef Gebker, Hiltrud Erning, Hans von Lützau, Lisa von Lützau, Ingo Kempe, Brigitte Kempe, Klaus Henning , Christiane Hohage-Henning, Uli Mader, Thomas Brieden, Gerd Mecklenburg, Martin Müller, Götz Wenger, Karl Gerdemann und Frederic Fender vorbereitet. Drei Gastmusiker verstärken die Band: Matthias Beckmann (Trompete), Markus Wohlgemuth (Trompete) und Timon Gebker (Posaune).

Sangolqui in der Nähe von Quito ist das erste Ziel. Die Stadt liegt mitten in den Anden auf einer Höhe von 2800 Metern. Die ersten drei Tage werden genutzt, um sich an die Höhe zu gewöhnen, denn Bläser brauchen viel Luft, und die ist in den Anden nun mal dünner. Das erste Konzert findet in Sangolqui am Samstag (12. August) gemeinsam mit der Brass Band der Provinz statt.

Zwei Tage später, am 14. August (Montag) ist Konzert Nummer zwei angesetzt. Gespielt wird es in Riobamba anlässlich des Stadtjubiläums gemeinsam mit einem Symphonieorchester.

Das Besondere: Riobamba ist die Partnerstadt von Nottulns französischer Partnerstadt Saint-Amand-Montrond. Grußworte von Bürgermeisterin Manuela Mahnke, die wie ihr ecuadorianischer Amtskollege Napoleon Cadena den Kontakt begrüßt, und von Günter Dieker, dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees St. Amand, werden die Musiker übermitteln.

Anschließend geht es ins Oriente, das Amazonastiefland Ecuadors, nach Sucua und Misahualli. Sucua kennt Hans von Lützau gut. „Das war während meiner Zeit dort mein Wohnsitz. Allerdings bin ist meistens bei den Shuar-Indianern unterwegs gewesen, mit denen ich gearbeitet habe.“ Freunde hat er dort immer noch, die werden unter anderem ein Picknick am Fluss organisieren. „Vielleicht spielen wir nicht nur das geplante Konzert am 17. August, sondern noch ein weiteres.“

Misahualli ist „richtig tief im Urwald“. Aber: Es hat sich viel verändert seit den 70er-Jahren. Wo früher in den Dörfern Holzhütten standen, sind moderne Häuser entstanden, weiß von Lützau. Das Konzert findet am 19. August (Samstag) statt.

Und dann geht es in die Hauptstadt Quito, wo vom 21. bis zum 25. August ein gemeinsames, musikpädagogisches Projekt mit der dortigen Musikschule geplant ist, zu der auch die Brass Band del Ecuador gehört, die symphonische Blasmusik macht. „Die Musiker sind zwar noch sehr jung, aber absolut spitze. Das haben wir ja schon beim Besuch der Ecuadorianer hier erlebt.“ Musiklehrer beider Formationen werden den Bandmitgliedern neben der landestypischen Musik Ecuadors auch die Vielfalt von Big-Band-Arrangements nahebringen. Auf Nottulner Seite sind Josef Gebker, sein Sohn Timon und Matthias Beckmann als Dozenten tätig.

Abschließend werden zwei gemeinsame Konzerte in Quito gegeben und zwar in der Kathedrale der Stadt (24. August) und im Haus der Konzerte (25. August). Die Hale-Bopp-Big-Band wird neben Standards wie „Satin Doll“ oder „Round Midnight“ auch Lateinamerikanisches spielen: „Oye como va“ und „The Girl from Ipanema“ sind im Repertoire. Außerdem haben die Musiker auf Wunsch der Gastgeber drei Stücke einstudiert, die gemeinsam gespielt werden sollen: „Angel de Luz“, „Otavelo Manta“ und „Cherry Pink“ mit der Brass Band in Quito, das letzte Stück auch mit in Sangolqui.

Die Konzertreise wird vom Goethe-Institut gefördert. Und es wird durch die alten Freunde Hans von Lützaus unterstützt. „Wenn die nicht wären, hätten wir das in dieser Form gar nicht aufziehen können.“ Für den Nottulner wird die Reise auch ein schönes Wiedersehen sein. Für alle aber vor allem ein musikalisches und kulturelles Abenteuer.

 

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