Mi., 09.08.2017

Gedenken Atomwaffen abschaffen

Mit großen Lettern formulierten die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung die Aussage: „Hiroshima mahnt.“ An der Feierstunde nahm auch eine Friedens-Radfahrergruppe teil, die in Nottuln einen Zwischenstopp einlegte.

Mit großen Lettern formulierten die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung die Aussage: „Hiroshima mahnt.“ An der Feierstunde nahm auch eine Friedens-Radfahrergruppe teil, die in Nottuln einen Zwischenstopp einlegte. Foto: Dieter Klein

Nottuln - 

Anlässlich des Hiroshima-Tages haben Gemeinde Nottuln und FI Nottuln bei einer Gedenkveranstaltung zur Abschaffung der Atomwaffen aufgerufen.

Von Dieter Klein

Die beiden Fahnen vor dem Nottulner Rathaus – „Major for Peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) und die Nottulner Gemeindefahne – hingen auf Halbmast, während am Schlaundenkmal die Menschen stumm zusammenstanden. Es war wohl gestern Nachmittag der eindrucksvollste Moment einer Gedenkstunde, in der die Gemeinde Nottuln und die Friedensinitiative Nottuln (FI) gemeinsam mit rund zwei Dutzend Teilnehmern der Aktion „Friedens-Fahrradtour NRW“ der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte-Kriegsdienstgegner ( DFG-VK) sowie zahlreichen Bürgern Nottulns den Opfern der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki gedachten. In Hiroshima explodierte am Morgen des 6. Oktober 1945 um 8.16 Uhr die US-Atombombe mit Namen „Little Boy“ („Kleiner Junge“) und tötete auf einen Schlag fast 100 000 Menschen. Drei Tage später in Nagasaki, am 9. August 1945 um 11.02 Uhr, explodierte die zweite Bombe mit dem Namen „Fat Man“ („Dicker Mann“) und löschte auf einen Schlag mehr als 70 000 Menschenleben aus.

Nottulns stellvertretender Bürgermeister Paul Leufke mahnte gestern: „Bis heute ist kein Ende der Bedrohung abzusehen. Im Gegenteil: Schaut man in Richtung Russland und USA, geht das Wettrüsten weiter. Und die Atomwaffenprogramme von Nordkorea und Iran tun ihr Übriges, um diesen Eindruck noch zu verstärken. Daher ist die vollständige Abschaffung von Atomwaffen die dringlichste Aufgabe, um ein friedliches 21. Jahrhundert zu sichern.“

Heinz Böer von der FI Nottuln sieht dafür aber nur geringe Chancen: „Am 7. Juli gingen in New York die Verhandlungen von rund 130 Nichtnuklearstaaten über ein Atomwaffenverbot zu Ende. Die Atomwaffenstaaten blieben diesen Verhandlungen fern. Ebenso wie das NATO-Mitglied Deutschland.“ Böer forderte auch den endgültigen Abzug der amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland.

Robert Hülsbusch von der FI ließ Unterschriftenlisten rundgehen, auf denen sich die Teilnehmer der Nottulner Gedenkaktion der Unterstützung der „Hibakusha“ (der überlebenden Opfer der Atombombenabwürfe) im Wunsch nach einer Ächtung der Atomwaffen anschließen konnten. Gleichzeitig verteilten Mitarbeiter des Rathauses großzügig leckeren Streuselkuchen und dazu kannenweise Kaffee an die Friedensradler.

Die Friedensradler bekamen einen positiven Eindruck von der Gemeinde. Joachim Schramm, Leiter der Gruppe, erklärte vor der Weiterfahrt nach Münster: „Wir kommen gerne wieder nach Nottuln. Einmal des gemeinschaftlichen Gedenkens wegen, zum anderen auch wegen der freundlichen Bewirtung.“

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