Do., 12.10.2017

Sportstättenkonzept „Wie sollen wir das stemmen?“

Die Vereine leisten große Arbeit: Darauf haben die Vereinsvertreter bei der Debatte um das Sportstättenkonzept hingewiesen. Die Tribüne im Baumberge-Stadion wäre ohne Sponsoren und Helfer wohl nie errichtet worden.

Die Vereine leisten große Arbeit: Darauf haben die Vereinsvertreter bei der Debatte um das Sportstättenkonzept hingewiesen. Die Tribüne im Baumberge-Stadion wäre ohne Sponsoren und Helfer wohl nie errichtet worden. Foto: Patrick Schulte

Nottuln - 

Das Sportstättenkonzept ist da, die Politik hat sich auf das weitere Vorgehen geeinigt. Eine wichtige Frage aber wurde vertagt.

Von Frank Vogel

Nach drei Stunden Diskussion, einer Sitzungsunterbrechung und einem Abstimmungsprozedere, bei dem um jeden Satz und jedes Wort gerungen wurde, haben der Sozialausschuss und der Gemeindeentwicklungsausschuss das „Sportstättenkonzept als Basis für die mittelfristige Finanzplanung“ am Mittwoch im Bürgerzentrum einstimmig beschlossen. Auch die anderen Sätze des Beschlussvorschlages sowie der Änderungsvorschläge und Ergänzungen bekamen – je nach Zuständigkeit von beiden Ausschüssen oder vom Gemeindeentwicklungsausschuss allein – einstimmige Voten.

Eine erste Ergänzung schlugen die Grünen vor. Im Konzept sind bislang – verabredungsgemäß – nur die vier großen Mehrspartenvereine DJK GW Nottuln, Arminia Appelhülsen, Borussia Darup und Fortuna Schapdetten mit den von ihnen genutzten Sportanlagen und ihren Wünschen berücksichtigt worden. Die Grünen drängten darauf, dass auch die Stellungnahmen der anderen sporttreibenden Vereine wie zum Beispiel der Reha-Aktivgemeinschaft (RAG) mit aufgenommen werden. Dem folgten beide Ausschüsse einstimmig.

Für die nächsten beiden Sätze war der Gemeindeentwicklungsausschuss allein zuständig und beschloss sie einstimmig: „Die im Konzept dargestellten kurzfristigen konsumptiven Maßnahmen sollen möglichst im Jahr 2018 durchgeführt werden. Eine Veranschlagung soll im Haushalt 2018 erfolgen.“ Gemeint sind hier kleinere Mängel, die aus Sicherheitsgründen beseitigt werden müssen. Bei den in die Jahre gekommenen Sportstätten und Vereinsheimen hat sich einiges angehäuft, wie aus den Gutachten zum Konzept hervorgeht.

Der nächste Satz aus dem Beschlussvorschlag war dann schon schwieriger: Es ging um die größeren Maßnahmen, die konkret angefasst werden sollen. Die CDU schlug vier vor: Umwandlung des Tennenplatzes in Appelhülsen zum Kunstrasenplatz, Sanierung des alten Kunstrasenplatzes in Nottuln, Bogenschießanlage in Schapdetten und Sanierung der Turnhalle in Appelhülsen (für Letztere stehen 220 000 Euro im Haushalt, rund 580 000 Euro werden aber wohl gebraucht). Diese investiven Maßnahmen sollten laut Beschlussvorschlag „im Haushalt 2018 Berücksichtigung finden“.

Damit waren die anderen Fraktionen nicht einverstanden und stimmten mit ihrer Mehrheit (11:8) dagegen. Man wisse noch nicht, was die Maßnahmen kosten, wecke Erwartungen, die möglicherweise nicht erfüllt werden können. Also wurde auf Vorschlag der UBG formuliert, dass die vier Maßnahmen „kalkuliert werden“ sollen. Darauf konnte sich der Gemeindeentwicklungsausschuss bei einer Enthaltung einstimmig verständigen.

Auf Vorschlag der Grünen wurde die Frage nach der Beteiligung der Sportvereine an den Investitionskosten von beiden Ausschüssen einstimmig bei je vier Enthaltungen vertagt. Dass das ein ganz schwieriges Kapitel werden wird, wurde in der Diskussion, an der auch etliche Vereinsvertreter teilnahmen, deutlich. Die wiesen darauf hin, dass die Vereine die Grünpflege bei den Außenanlagen übernehmen, dort auch Strom, Wasser etc. bezahlen. Weitere Nutzungsentgelte – wie sie für die Hallennutzung zu zahlen sind – oder finanzielle Beteiligungen würden die Vereinskassen massiv belasten.

Der nächste Satz, über den abgestimmt wurde, war auf Vorschlag der FDP aufgenommen worden. Die Verwaltung wird beauftragt, zu eruieren, welche Fördermittel es für die vier Maßnahmen gibt. Da die Politik ein solches Vorgehen von der Verwaltung eh erwartet, war die Einstimmigkeit in beiden Ausschüssen nur logisch.

Noch nicht beantwortet ist die Frage, die Beigeordnete Doris Block stellte: „Wie sollen wir das finanziell stemmen?“ Zur Verfügung stünden zwei Zuschüsse vom Land, erklärte sie: Die Sportpauschale betrug in diesem Jahr 53 000 Euro, könnte 2018 bei 73 000 Euro liegen. Und die allgemeine Investitionspauschale betrug in diesem Jahr 1,1 Mio. Euro, könnte 2018 bei 1,3 Mio. Euro liegen. Letztere sei aber nicht für den Sport allein gedacht, sondern auch für Schulen, Kitas, Feuerwehr und mehr. Damit komme man nicht weit, so Block.

Übrigens: Geplant und finanziell gesichert ist die Bodensanierung in der Turnhalle Darup.

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