Mo., 27.11.2017

Rupert-Neudeck-Gymnasium Gut vorbereitet auf G9

Sehen dem Wechsel zu G9 gelassen entgegen (v.l.): stellvertretende Schulleiterin Jutta Glanemann, Schulleiter Holger Siegler sowie die Ansprechpartner für die Erprobungsstufe, Maria Schulze-Gassel, die Oberstufe, Bernd Nestler, und die Mittelstufe, Jürgen Günther.

Sehen dem Wechsel zu G9 gelassen entgegen (v.l.): stellvertretende Schulleiterin Jutta Glanemann, Schulleiter Holger Siegler sowie die Ansprechpartner für die Erprobungsstufe, Maria Schulze-Gassel, die Oberstufe, Bernd Nestler, und die Mittelstufe, Jürgen Günther. Foto: Frank Vogel

Nottuln - 

Noch weiß keiner genau, was im Detail kommt. Das Gymnasium Nottuln schaut dem Wechsel zum G9 aber entspannt entgegen.

Von Frank Vogel

Die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit (G9) ist in NRW zwar noch keine Wirklichkeit. Aber die Eltern der jetzigen Viertklässler sollten schon einmal aufmerken. „G9 wird zwar erst für das Schuljahr 2019/2020 eingeführt, der kommende Jahrgang 2018/2019 wird aber bereits über neun Jahre unterrichtet“, erklärt Holger Siegler, Schulleiter des Rupert-Neudeck-Gymnasiums. Die Schülerinnen und Schüler beginnen in der fünften Klasse als G8er, werden dann aber zum nächsten Schuljahr in die G9 überführt. Heißt: Die Kinder werden, wenn sie das Abitur machen wollen, neun Jahre an der Schule sein.

Die politische Leitentscheidung für die Rückkehr zum G9 sei gefallen, erklärt Holger Siegler den Hintergrund. „Frühestens im Sommer wird diese Leitentscheidung dann zum Gesetz.“ Alle Gymnasien werden automatisch zum G9 zurückkehren, wer beim „Turbo-Abi“ G8 bleiben will, muss initiativ werden. In Nottuln ist das nicht geplant. „Genug Räume haben wir, zusätzliche Lehrer werden wir dann auch bekommen“, blickt er voraus. „Das werden wir souverän im Griff haben.“

„Rückkehr zum G9“, das sei nicht ganz korrekt, erklärt Siegler, es werde sich einiges nicht nur im Vergleich zum G8, sondern auch zum alten G9 ändern. Man sei aber gut darauf vorbereitet. Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Jutta Glanemann und den für die drei Stufen zuständigen Ansprechpartner Maria Schulze-Gassel (Erprobungsstufe), Jürgen Günther (Mittelstufe) und Bernd Nestler (Oberstufe) erläuterte Siegler gestern, was absehbar ist. Konkret ist das noch nicht allzu viel. Denn erst Ende 2018 rechne er mit dem Erlass, der das Organisatorische regelt.

Am wenigsten wird sich wohl für die Jüngsten ändern: „Der sanfte Übergang von der Grundschule ins Gymnasium hat sich bewährt. Daran wird nicht gerüttelt“, sagt Maria Schulze-Gassel. Heute sind der fünfte und der sechste Jahrgang die Erprobungsstufe. „Auch die Schülerinnen und Schüler mit eingeschränkter Gymnasialempfehlung laufen in der Regel bei uns erfolgreich durch und haben keine Schwierigkeiten, ihr Abitur zu erreichen“, ergänzt Siegler in diesem Zusammenhang.

Spannend wird es beim neuen G9 im Blick auf die gesamte Sekundarstufe eins (fünfter bis zehnter Jahrgang). Statt der heute 165 Jahreswochenstunden, die auf fünf Jahre verteilt, 33 Stunden in der Woche bedeuten und damit Nachmittagsbetrieb notwendig machen, soll es in Zukunft 180 Jahreswochenstunden auf sechs Jahre verteilt geben. Das wären dann 30 in der Woche. „Damit können wir einen Halbtagsbetrieb durchführen.“ Ausgeklammert seien allerdings die zusätzlichen Stunden (Förder-, Forder-, Schwerpunktunterricht). Wer an diesen freiwilligen Angeboten teilnimmt, muss auch am Nachmittag zur Schule. „Darauf sind wir mit unserem Betreuungsangebot aber heute schon gut eingestellt“, betont Siegler.

Ändern wird sich möglicherweise etwas bei der zweiten Fremdsprache. Heute bei G8 starten die Kinder mit dieser in der 6. Jahrgangsstufe, im alten G9 kam die zweite Fremdsprache in der 7. Jahrgangsstufe dazu. „Das ist politisch noch nicht entschieden“, erklärt Jürgen Günther. Deshalb warte man an den Gymnasien auch auf genauere Informationen aus Düsseldorf.

Das Fach „Wirtschaft“ soll in der Sekundarstufe eins angeboten werden. „Da sind wir schon heute gut unterwegs mit dem Angebot ‚Betriebsanalyse‘ in den Stufen 8/9 und mit dem Projekt ‚Schule trifft Wirtschaft‘ in der Oberstufe“, betont Jutta Glanemann.

Für die Sekundarstufe zwei (Oberstufe) wisse man so gut wie nichts, sagt Bernd Nestler. Immerhin sei klar, dass die 34 Wochenstunden beibehalten werden sollen, dementsprechend auch weiterhin Nachmittagsunterricht durchgeführt werden muss, um das Stundenpensum unterzubringen.

„Wir hoffen, dass mit der Rückkehr zum G9 auch der Zufluss an Sekundarschülern weiter zunimmt“, so Nestler. Man habe zuletzt sehr gute Erfahrungen gemacht. Die sechs Schüler, die vor anderthalb Jahren von der Sekundarschule gekommen sind, seien alle noch an Bord „und laufen gut und erfolgreich mit“. Entgegen komme den Sekundarschülern unter anderem, dass sie im Rupert-Neudeck-Gymnasium als zweite Fremdsprache in der Sekundarstufe zwei Spanisch wählen können. „Das ist leichter als in drei Jahren den Lateinunterricht aufzuholen.“

Auch das weitere Angebot könne sich sehen lassen: Leistungskurse in Deutsch, Englisch, Mathematik, Biologie, Sozialwissenschaften und Erziehungswissenschaften kommen immer zustande, Chemie und Physik immer wieder. Informatik gebe es als Grundkurs bis zum Abitur, die entsprechende Ausstattung habe man zu bieten, erklärt Holger Siegler.

Die Eltern und Schüler, aber auch die Gemeinde Nottuln als Schulträger werden so früh wie möglich mit ins Boot genommen, betont Jutta Glanemann. „Damit wir alle auf einer Linie sind.“ Das gilt auch insbesondere für die Eltern der heutigen Viertklässler, die zwar im Moment noch nicht Teil des Gymnasiums sind, als Betroffene aber mit einbezogen werden sollen.

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