Neuer Jobcoach
Eine Perspektive für Flüchtlinge

Nottuln -

Axel Reimers ist seit Anfang Januar im Einsatz. Was er genau macht? Er unterstützt Menschen, die aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, auf dem Weg ins Berufsleben.

Freitag, 19.01.2018, 00:01 Uhr

Start frei für den Jobcoach, der Flüchtlinge auf dem Weg ins Berufsleben unterstützt (v. l.): Dr. Kirsten Tacke-Klaus (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Coesfeld), Lioba Galliet (Regionalmanagement), Marion Otte (Geschäftsführung Havixbecker Modell), Benedikt Gellenbeck (Fachbereichsleiter Gemeinde Nottuln), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (Sparkassenstiftung), Doris Block (Beigeordnete Gemeinde Nottuln), Jobcoach Axel Reimers, Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme (Sparkassenstiftung), Wolfgang Croner (Fachbereichsleiter Gemeinde Rosendahl), Hermann Roters (Vorsitzender Havixbecker Modell), Christoph Gottheil (Bürgermeister Rosendahl) und Herbert Kortüm (Wirtschaftsförderer Gemeinde Rosendahl).
Start frei für den Jobcoach, der Flüchtlinge auf dem Weg ins Berufsleben unterstützt (v. l.): Dr. Kirsten Tacke-Klaus (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Coesfeld), Lioba Galliet (Regionalmanagement), Marion Otte (Geschäftsführung Havixbecker Modell), Benedikt Gellenbeck (Fachbereichsleiter Gemeinde Nottuln), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (Sparkassenstiftung), Doris Block (Beigeordnete Gemeinde Nottuln), Jobcoach Axel Reimers, Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme (Sparkassenstiftung), Wolfgang Croner (Fachbereichsleiter Gemeinde Rosendahl), Hermann Roters (Vorsitzender Havixbecker Modell), Christoph Gottheil (Bürgermeister Rosendahl) und Herbert Kortüm (Wirtschaftsförderer Gemeinde Rosendahl). Foto: Frank Wittenberg

Den richtigen Weg haben sie bereits eingeschlagen; „bei uns enden gerade die ersten Integrationskurse für Flüchtlinge“, sagt die Beigeordnete Doris Block. „Das ist genau der passende Zeitpunkt, die Flüchtlinge weiter an die Hand zu nehmen“, fügt sie hinzu. Und das soll vor allem mit Unterstützung von Jobcoach Axel Reimers gelingen. Der hat gerade seine Arbeit aufgenommen und wird sich als Mitarbeiter des „Havixbecker Modell e. V.“ künftig intensiv um geflüchtete Menschen in Rosendahl und Nottuln sowie um Kontakte zu Unternehmen kümmern.

Das sei eine wichtige Hilfe, daran lässt die Beigeordnete keinen Zweifel aufkommen. Natürlich gebe es in Nottuln viele Ehrenamtliche, die sich in der Betreuung engagierten. Und auch die Mitarbeiter im Jobcenter, die sich um die Flüchtlinge aber auch um Deutsche und EU-Ausländer kümmerten, die Sozialleistungen beziehen müssen, seien sehr aktiv. „Durch den Job­coach wird es aber noch besser gelingen, eine enge Verbindung zu den Firmen herzustellen und Arbeitskräfte zu vermitteln, die händeringend gesucht werden“, ist Doris Block überzeugt. Wenn Flüchtlinge in ein Arbeitsverhältnis kommen, helfe das den betroffenen Familien, und die Akzeptanz in der Bevölkerung steige.

Geboren worden sei die Idee schon im Herbst 2014, erzählt Hermann Roters, Vorsitzender des Havixbecker Modells. Auch dank der Hilfe der Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld, die das Projekt mit 10 000 Euro unterstütze, habe es auf dem beschwerlichen Weg zur Umsetzung viel Rückenwind gegeben. „Diese Idee ist in unseren Gremien sehr positiv aufgenommen worden“, betont Landrat Christian Schulze Pellengahr in seiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzender. Denn trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen sei es eine wichtige Aufgabe, die hier aufgenommenen Menschen auf dem Weg ins Berufsleben zu unterstützen. Zudem genieße das Havixbecker Modell weit über die Kreisgrenzen hinaus eine hohe Wertschätzung, betont Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme: „Und wenn dieses Projekt erfolgreich ist, gewinnen wir alle.“

Gerne hätten es die Verantwortlichen gesehen, dass alle vier Baumberge-Kommunen ins Boot gestiegen wären. Zunächst machen aber nur Rosendahl und Nottuln mit, so dass Axel Reimers mit einer halben Stelle die Tätigkeit aufgenommen hat. „Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt, da kann er eine Menge bewegen“, sagt Hermann Roters. Vielleicht, hofft Schulze Pellengahr, seien ja neue Gespräche mit Billerbeck und Havixbeck möglich, wenn die Maßnahme richtig angelaufen sei.

Axel Reimers fühlt sich jedenfalls bestens aufgenommen in den Rathäusern in Rosendahl und Nottuln. In den dortigen Jobcentern knüpft er die Kontakte zu den Flüchtlingen, lotet gemeinsam mit den Mitarbeitern aus, welche Arbeitsbereiche in Frage kommen, schafft die Verbindungen zu den Firmen. „Wir geben die Informationen, die wir bereits haben, an den Jobcoach weiter“, kündigt Fachbereichsleiter Benedikt Gellenbeck an. Weg vom Schreibtisch und mit den Flüchtlingen in die Betriebe, das sei der richtige Weg.

Der Jobcoach

Ziel des Jobcoaches ist es, Flüchtlinge, Unternehmen und Ehrenamtliche an einen Tisch zu holen. „Zunächst geht es darum, die Kompetenzen der Menschen festzustellen und dann zu sehen, wo sie geeignet eingesetzt werden können“, erklärt Marion Otte von der Geschäftsführung des Havixbecker Modells. Im nächsten Schritt werden Bewerbungsunterlagen zusammengestellt, dann die Kontakte zu den Firmen geknüpft, die häufig über einen Fachkräftemangel klagen. „Die Begleitung der Flüchtlinge erfolgt auch dann noch, wenn sie bereits in einem Arbeitsverhältnis stehen“, setzt Marion Otte auf Nachhaltigkeit und das notwendige Feedback aus den Unternehmen. Jobcoach Axel Reimers kommt aus Havixbeck und ist ein Mann der Basis: Er hat selbst im Handwerk gelernt und sich zum Sozialpädagogen weitergebildet. Das Jobcoach-Angebot, für das sich die Gemeinden Rosendahl und Nottuln mit dem Havixbecker Modell zusammengeschlossen haben, wird finanziert mit Mitteln aus dem EU-Leader-Projekt für die Baumberge-Region, Beiträgen der Kommunen, Fördermitteln der Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld und einem Eigenanteil des Havixbecker Modells.

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