Markus Büning
„Impulsgeber für unsere Zeit“

Nottuln -

Er hat intensiv zu Heiligen geforscht. Markus Büning ist ein geschätzter Autor.

Donnerstag, 29.03.2018, 21:03 Uhr

Markus Büning hat zu den Heiligen geforscht und bereits eine ganze Reihe von Büchern zu diesem Thema veröffentlicht.
Markus Büning hat zu den Heiligen geforscht und bereits eine ganze Reihe von Büchern zu diesem Thema veröffentlicht. Foto: Ulla Wolanewitz

An seinem Arbeitsplatz ist Markus Büning bestens beschützt. Zwischen Jeanne d´Arc, Nikolaus von der Flüe und Papst Johannes Paul II. betreibt er seine religiösen Studien. Die zahlreichen Skulpturen und Statuen, die ihn umgeben, sind ihm die schönste Motivation, sich der umfassenden Hagiographie (wissenschaftliche Forschung und Darstellung von Heiligen) zu widmen.

„Ich bin kein Reformkatholik“, gesteht der 52-Jährige freimütig. „Eher so der Konservative. Ich brauche die Traditionen, bin aber durchaus offen für sinnvolle Neuerungen. Traditionen, insbesondere die Heiligenverehrung, sind Heimat für mich, geben mir Halt.“ Vor ihm liegen seine neuesten Veröffentlichungen. In „Wie Zeichen, die Gott aufgestellt“ stellt er die Heiligen als Impulsgeber für unsere Zeit vor. In „Katholische Einfälle“ präsentiert er die Ansichten eines Hagiographen in turbulenter Zeit.

Es sind die Nichtkleriker, die Laien unter den Heiligen, die ihn faszinieren. „Gerade bei denen tut sich die Kirche schwer, sie heiligzusprechen“, erklärt Büning. Seine Favoritenliste führt „Johanna von Orléans“ an, denn „ihre Geschichte ist aktueller, denn je“. Die französische Nationalheldin begeistert ihn, weil diese Widerstandskämpferin – die Stimmen hörte – dem Unrecht der Kirche ausgesetzt war und trotzdem ihren Glauben nicht verlor. Von ihren Häschern befragt, in welcher Sprache sie ihre Stimmen empfange, habe sie selbstbewusst geantwortet: „Das Französisch ist besser als das Eure!“ Um sich ihrer Biografie zu nähern, studierte Büning sämtliche Prozessakten.

Ebenso ist er fasziniert von dem Schweizer Bergbauern, Soldaten, Einsiedler und Asketen Nikolaus von der Flüe, der „20 Jahre ohne Nahrung lebte und durch sein Exil von der Welt Frieden für die Schweiz schaffen wollte“. Als Adenauer in den 50ern nach Moskau reiste, um die Freigabe der letzten Kriegsgefangenen zu erbitten, soll er, so Büning, zuvor auch zu Bruder Klaus gebetet haben. Dieser Heilige ist nicht ganz unumstritten, ließ er für sein Exil doch seine Frau mit zehn Kindern allein zurück. Sie soll ihm allerdings die Erlaubnis dazu gegeben haben. „Das Verfahren zu ihrer Seligsprechung läuft derzeit“, weiß der Hagiograph, der nicht unterschlägt, dass „Heilige nicht immer glatt sind“.

In jungen Jahren wurde Büning bereits Fan von Franz von Assisi. Später studierte der gebürtige Ahauser Theologie und Philosophie, weil es sein Wunsch war, Priester zu werden. „Den Plan habe ich aber nach dem Studium verworfen. Das Pflichtzölibat finde ich als für den Weltpriester vorgeschriebene Lebensform gruselig.“ Anschließend setzte er noch ein Studium der Rechtswissenschaften drauf und verabschiedete sich in den 90ern von der katholischen Kirche, um zur evangelischen zu konvertieren. „Aber dort fehlte mir die Heiligenverehrung – die Vorbilder“, erklärt der Vater von zwei Töchtern, der gemeinsam mit seiner Familie später wieder die katholische Konfession annahm.

Markus Büning promovierte als Jurist und arbeitete einige Jahre im Verwaltungswesen, bis ihn eine schwere Krankheit zwang, sich aus diesen Strukturen zu lösen. Mittlerweile hat er in einem katholischen Verlag bereits acht Bücher und mehrere Kleinschriften veröffentlicht. Hinzu kommen zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften, die teilweise in andere Sprachen übersetzt worden sind. „Ich bin glücklich, diese Arbeit machen zu dürfen“, sagt der Theologe demütig, der immer wieder persönliches Lob von seinen Lesern erfährt. „Was nützt die Karriere, wenn man dabei nicht gesund bleibt?“

Die Energie und Schaffenskraft, die er heute spürt und die ihn antreibt, hängen für ihn mit seinem tief verwurzelten Glauben und der Heiligenverehrung zusammen. „Das geht nicht von einem alleine aus“, ist Markus Büning überzeugt.

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