Nottuln

Fr., 27.08.2010

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„Aus ganz wenig ganz viel gemacht“

Dr. Hans-Hermann Westermann (vorne) und Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann, Marion Dirks, Westermanns Ehefrau Annette, VHS-Bundesverbandsdirektor Ulrich Aengenvoort und Reiner Hammelrath, Direktor des VHS-Landesverbands NRW (v. l.). (Foto: Viola ter Horst)

Coesfeld/Nottuln - Er ist der Mann, der die Volkshochschule zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Er stellte den kulturellen Bereich mit der Stadtbücherei und der Musikschule neu auf, und er war jemand, der sich immer wieder beharrlich für die Kultur einsetzte. Nach 32 Jahren wurde Dr. Hans Hermann Westermann, Leiter der Volkshochschule (VHS) Coesfeld, Billerbeck, Nottuln, Rosendahl und Leiter des Fachbereichs Kultur und Weiterbildung der Stadt Coesfeld, am Donnerstagabend in den Ruhestand verabschiedet.

„Wir verdanken Ihnen eine hervorragend aufgestellte Volkshochschule mit vielen Akzenten, die Sie gesetzt haben“, lobte Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann. Viele Hundert Museumsfahrten, Kulturreisen und Kurse hätten Westermann und sein Team auf die Beine gestellt. Zahlreiche prominente Gäste seien in Coesfeld begrüßt worden, von Bettina Böttinger bis hin zu Günter Grass.

Westermann, der auch ungewöhnliche Wege gegangen sei, um das Beste für die Volkshochschule und für die Kultur in der Region herauszuholen, habe „aus ganz wenig sehr viel gemacht“, so Öhmann. Die VHS existierte zwar seit Oktober 1946, richtig in Fahrt sei sie aber erst mit Westermann gekommen. Zwei Umzüge organisierte Westermann: 1985 in die Neutorstraße und 2001 ins umgebaute WBK. Öhmann dankte für „Einsatz, Engagement, Nerven, Tatkraft und Kompetenz“.

Als „Überzeugungstäter, gestandener VHS-Mann, engagiertes Mitglied der VHS-Landes- und Bundesverbände“ und mit „allen Weihwassern gewaschener Strippenzieher“ umschrieb Reiner Hammelrath, Direktor des NRW-Landesverbands der Volkshochschulen, Westermann, der persönlich einen guten Draht zum Papst hat. Mit Westermann scheide „ein liebenswürdiger, humorvoller, konservativer Sponti“ aus.

Marion Dirks, Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung der Musikschule, sagte, Kultur und Kulturförderung seien mit dem Namen Westermann fest verbunden. „Wir werden Ihren Rat vermissen.“

Westermann appellierte an die Coesfelder, „am Ball zu bleiben. Gehen Sie in die Bücherei, zur Musikschule, zur VHS, ins Museum“. Seinem Nachfolger wünschte er Beharrlichkeit und Überzeugungskraft. Denn: „Ich habe in den 32 Jahren nie einen Bürgermeister erlebt, der gesagt hat: Macht mal was.“ Immer auch sei es die Kultur gewesen, die zuerst habe leiden müssen. Kultur habe aber auch etwas mit wirtschaftlichem Erfolg zu tun, ist Westermann überzeugt. „Kultur ist ein wichtiges Lebensmittel.“

Ehrengast Fritz Pleitgen, langjähriger Intendant des Westdeutschen Rundfunks, sprach anschließend zum Thema „Kulturhauptstadt 2010“. Als Mitglied im Rundfunkrat des WDR hatte Westermann viele Jahre mit Pleitgen zusammengearbeitet.


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