Nottuln

Mo., 30.08.2010

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„Frau Pfarrer von Darup“

Zahlreiche Nottulner verabschiedeten Pastoralreferentin Annelie Langenbrinck (r.) mit guten Wünschen und persönlichen Geschenken in den Ruhestand.Foto: (Marita Strothe)
Von Marita Strothe

Nottuln - „Singen macht Spaß“, das sei auch das Motto von Annelie Langenbrinck als Sängerin im Chor in Darup gewesen, erinnerte Kantor Heiner Block am Sonntag die zahlreichen Besucher im katholischen Pfarrheim. Mit diesem Lied hatte zuvor der Kirchenchor der Pfarrgemeinde St. Martin die offizielle Verabschiedung der Pastoralreferentin in den Ruhestand musikalisch eröffnet.

„Heute schauen wir auf fast 40 Jahre erfolgreiche seelsorgerische Arbeit zurück“, sagte Dr. Guido Schmitz vom Pfarrgemeinderat und ging auf die beruflichen Stationen von Annelie Langenbrinck ein. Seit 1993 sei sie in den Nottulner Ortsteilen tätig gewesen, zuerst in Nottuln und Schapdetten, ab 1998 in Nottuln und Darup, wo sie seitdem auch eine Wohnung in der ersten Etage des Pfarrzentrums Ss. Fabian und Sebastian bewohnt hatte.

„Sie ist eine Stütze für die ganze Gemeinde gewesen“, betonte Schmitz. So habe sie unter anderem in dieser Zeit mehr als 2000 Kinder auf die Erstkommunion vorbereitet. Schmunzelnd zitierte Schmitz eines dieser Kommunionkinder: „Frau Langenbrinck, das ist doch die Frau Pfarrer von Darup.“

Besonders an Darup werden Langenbrink die Abschiedsgeschenke der Pfarrgemeinde erinnern. Verbunden mit vielen guten Wünschen bekam sie die Osterkerze der letztjährigen Osternacht aus der Kirche Ss. Fabian und Sebastian sowie ein Bild von der Waldkapelle in Darup mit in den Ruhestand.

„Annelie schaut immer über den Rand ihrer Arbeit hinaus, zu den Menschen hin“, war sich Ursula Hüllen, Mitarbeitervertreterin der Pastoralreferenten, sicher. Auch im Kolleginnenkreis habe sie deutlich gemacht, dass die Arbeit in den Gemeinden ein Miteinander und Füreinander sein müsse. Deshalb hatte sich Ursula Hüllen trotz eines Hexenschusses nicht entgehen lassen wollen, Annelie Langenbrinck bei ihrem Abschied Dank zu sagen.

Bereits ein Jahr auf dem Weg in den Ruhestand voraus ist Langenbrinck der ehemalige Pfarrdechant von St. Martinus, Bernhard Tietmeyer, der sich freute, mal wieder im Nottulner Pfarrheim zu sein. „Es ist spannend, es ist schön“, machte er der Pastoralreferentin Mut für den neuen Lebensabschnitt. Bereits in Rheine, an ihrer ersten Dienststelle, habe er als Pfarrer in der St.-Ludgerus-Pfarrgemeinde mit Annelie Langenbrinck zusammengearbeitet, erzählte Tietmeyer. „Pastoralreferentin ist ein schwieriger Beruf, der egal was man tut, nie vorne steht“, betonte er.

Als einzige Seelsorgerin unter den Seelsorgern hatte die Pastorin der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde, Ingrid Stübecke, ein Buch über Frauen in der Bibel als Abschiedsgeschenk mitgebracht. Schließlich wusste sie, dass Langenbrinck Frauen in der Gemeinde immer ein besonderes Anliegen waren.

Sichtlich gerührt dankte Annelie Langenbrinck allen für die guten Wünsche für ihre Zukunft, ebenso für die Mitarbeit und das Weggeleit der vergangenen Jahre. „Es war nicht immer Sonnenschein“, erinnerte sie und entschuldigte sich deshalb auch bei allen, denen sie vielleicht in dieser Zeit einmal weh getan habe. „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“, machte sie sich abschließend mit dem Bibelzitat wohl nicht nur selbst, sondern auch allen anderen Mut.

Auch wenn Annelie Langenbrinck um Spenden für die Mädchenschule von Sr. Raphaela und für die Hospizbewegung gebeten hatte, ließen es sich viele Gemeindemitglieder nicht nehmen, ihr neben guten Wünschen auch kleine persönliche Gaben mit auf den Weg zu geben.


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