Nottuln

Mo., 30.08.2010

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Herausfordernd anspruchsvoll

Die Mitglieder des Märkischen Jugendsinfonieorchesters verbrachten ihre Probenphase in Nottuln. (Foto: Sabine Damhorst)
Von Sabine Damhorst

Nottuln - Die öffentliche Generalprobe des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO) mit herausfordernd anspruchsvollen Werken hat ohne gravierende Fehler geklappt. Großes Lob und Anerkennung für die Leistung der 88 Jugendlichen! Nach einwöchiger Arbeitsphase fand im Forum des Gymnasiums Nottuln erfolgreich die Feuerprobe statt.

Zuerst öffnete sich die Bühne für Carl Maria von Webers Freischütz-Ouvertüre. Eine akustische Waldkulisse ergriff das Publikum: romantisch, düster, dramatisch. Dann folgte ein besonderes Extra. Still und zart spielten Freya Petrick, Luisa Faust und Aurelia Bertini Bearbeitungen für drei Konzertharfen und bekamen für Solveigs Lied (Edvard Grieg) und den Abendsegen (Engelbert Humperdinck) viel Beifall.

Paul Hindemiths Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber ist ein Werk, das von den Unterschieden lebt. Es verlangt ganzen Einsatz. Scharfe Linien, weiche Wellen, mal kraftstrotzend, dann wieder empfindsam und gefühlvoll - die jungen Musiker des MJO hatten alles voll im Griff. Sie konnten mit transparenten Passagen glänzen, in vielfältigen Farben leuchten und mit den Klängen des Momentes jonglieren. Komplizierte Rhythmus- und Melodiegeflechte brachte das Orchester beeindruckend zur Geltung. Unbefangen und ungestüm variieren und zitieren, das war mitreißend und überzeugend und der Höhepunkt der Generalprobe.

Nach der Pause stand ein weiterer Brocken auf dem Programm; die erste Sinfonie von Johannes Brahms, deren Thema „Hoch auf`m Berg - tief im Tal“ als Motto des gesamten Sinfoniekonzertes Pate stand. Erhaben, feierlich, ausdrucksvoll gibt sich das Werk. Die Musiker spielten es mit fein abgestimmter Dynamik, samtiger Tongebung und melancholischen Farben wie auch mit wuchtiger Dramatik, sodass sich ein breites Panorama einer voll entfalteten Klanglandschaft ausbreitete.

Live und inmitten des Geschehens dabei zu sein, war sehr beeindruckend und viel besser als makellose Musik aus der Konserve, da waren sich auf dem Nachhauseweg alle einig.


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